Kultur

(c) piai - Fotolia.com
(c) piai - Fotolia.com

Kunstjahr 2011: And the winner is…

10. Jänner 2012 • Kultur

Das letzte Jahr war nicht nur in der Weltpolitik turbulent, auch im Kunstbereich war einiges los. Doch wir wollen an dieser Stelle nicht über Kulturpolitik sprechen, sondern vielmehr über die vielen, vielen Ausstellungen des letzten Kunstjahres. Denn ausstellungstechnisch gab es eine Vielzahl an Highlights und Überraschungen, natürlich gab es aber auch Ausstellungen, die eher spurlos an einem vorbeigegangen sind.

Aus der Fülle der Veranstaltungen hoben sich unseres Erachtens dann aber doch einige ob ihrer Qualität von den übrigen ab. Hier unser Voting:

Platz 3
Auf dem dritten Platz landet die Ausstellung „Jan ?wankmajer – Die Pendel, die Grube und andere Absonderlichkeiten“ der Kunsthalle Wien. Wie kaum ein Anderer konfrontierte der tschechische Künstler die BesucherInnen mit deren ureigensten Ängsten. Insbesondere die Filmarbeiten beschäftigen sich mit der dunklen Existenz des Lebens, dem Unheimlichen und den unbekannten Wegen der Psyche. Nicht zuletzt wegen seiner Düsternis und den beinahe kafkaesken Bezügen ist ?wankmajer unter Cineasten bereits seit Langem eine Legende. Seine Arbeiten sind ein absolutes Muss nicht nur für Filmfans.

Platz 2
Platz zwei belegt die Ausstellung „David Maljkovic – Temporary Projections“, die in der Galerie Georg Kargl präsentiert wurde. Für seine Ausstellung wurden die unterirdisch gelegenen Galerieräume zur Gänze in eine übergreifende Installation umgestaltet. Ausgehend von der Beschäftigung mit der wechselhaften Geschichte seines Heimatlandes Kroatien und dem Übergang von einem kommunistischen zu einem kapitalistischen System, zerlegte Maljkovic den Begriff der „Projektion“ in seine Einzelteile. Die Anordnung und Auswahl der Objekte beziehungsweise die gesamte Installation weckte Assoziationen an Verhör- oder Kontroll-Situationen. Beklemmend, verstörend und aufrüttelnd zugleich, ohne dabei aber plakativ zu sein.

And the winner is..
Den ersten Platz belegt das Leopold Museum mit der Ausstellung „Melancholie und Wahnsinn. Das Egon Schiele Projekt“ und geht somit als Gewinner des Ausstellungs-Kunstjahres 2011 hervor. Wer dachte, er/sie wisse bereits alles über den österreichischen Kunstrabauken, der wurde mit dieser Ausstellung eines Besseren belehrt. In der Gegenüberstellung mit namhaften zeitgenössischen KünstlerInnen wurde der gewohnte Blick auf Schieles Arbeiten neu geschärft, wurden neue Sicht- und Deutweisen aufgezeigt. Auch umgekehrt wurden Parallelen in den präsentierten zeitgenössischen Arbeiten, die sich je auf ihre Weise mit dem Vorzeigekünstler auseinandersetzten, sichtbar. Falls noch nicht besichtigt – die Ausstellung wurde aufgrund des großen Erfolges bis 16. April 2012 verlängert!

(Barbara Pflanzner)

, , , , , , , , , , ,

Weitere Artikel

Kommentieren

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

« »