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(c) Panoramo, Fotolia
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Krimitipps

15. Juli 2012 • Kultur

Don Winslow – Die Sprache des Feuers

Trotz oder vielleicht gerade wegen dieser idyllischen südkalifornischen surferparadiesischen Kulisse geht es um eiskalte Verbrechen. Exil-Russen haben Väterchen Frost an die Pazifikküste exportiert. Doch sie haben nicht mit Jack Wade, Schadensregulierer bei der Versicherung Fire & Life in Kalifornien, Brandexperte, Einzelgänger und Surfer gerechnet. Wegen Meineids unrühmlich aus dem Polizeidienst entlassen. Als er den Brand einer Villa eines Exil-Russen, dessen getrennt lebende Ehefrau dabei ums Leben kommt, untersucht, glaubt er nicht an einen Unfall, wie seine Ex-Kollegen bei der Polizei. Bei seinen Ermittlungen sticht er in ein Wespennest der russischen Mafia, die sich ungern auf die Finger schauen lässt. Hohes Erzähltempo, interessante Schilderung des Brandwesens – Brandursache, Brandchemie, Brandphysik -, dass man während der packenden Lektüre beinahe selbst zum Brandexperten wird.

Don Winslow ist zu Recht prämierter Krimi-Schriftsteller (2011 erhielt er den Deutschen Krimipreis für Tage der Toten).

Lesen!

Informationen zum Buch

Don Winslow
Die Sprache des Feuers

Suhrkamp
€ 15,50

Erscheinungsdatum: März 2012
Kartoniert, Klappenbroschur
419 Seiten
ISBN: 978-3-518-46350-5

Jean-Luc Bannalec – Bretonische Verhältnisse

Mord im Künstlerdorf Pont-Aven an der bretonischen Südatlantikküste – Für Frankreich-Fans und Anhänger des klassischen Ermittlerkrimis

Was macht ein Pariser Polizeikommissar, der an den Rand Frankreichs in die südliche Bretagne strafversetzt wird? Er arrangiert sich allmählich mit den starrköpfigen Bretonen und genießt die herrliche Fisch-Küche und das Flair der wunderschönen Küste zwischen Quimper und Lorient mit dem bewaldeten Hinterland.

Kaffee ist sein Lebenselexier, aber darüberhinaus hat Georges Dupin keine Laster: keine Drogen, kein Alkohol, keine Korruptionsanschuldigungen und auch keine zerrüttete Ehe.

Just zu Beginn der Hauptsaison wird die malerische Urlaubsgegend durch einen Mordfall erschüttert. Der 92-jährige Pierre-Louis Pennec, Inhaber des legendären Hotels Central, ehemaliges Stammhotel der Künstlerkolonie um Paul Gaugin in Pont-Aven, wird erstochen in seinem Hotel-Restaurant aufgefunden. Die Aufregung ist groß und die Liste der Verdächtigen estreckt sich von den Hotelangestellten, Freunden des Hoteliers über seiner Familie. Kommissar Dupin ermittelt in alle Richtungen und erhält Unterstützung von seinen Inspektoren und seiner Sekretärin Nowlenn, die in ihrer Effizienz und Arbeitsweise ein wenig an Brunettis Madam Elettra erinnert. Diese Unterstützung hat er auch nötig, denn es bleibt nicht bei einem Toten und die Ermittlungen erstrecken sich auch auf die Kunstwelt des Pariser Musée d’Orsay.

Klassischer Ermittlerkrimi mit viel bretonischem Flair von einem deutsch-französischen Autor, der das savoir-vivre von seinem bretonischen Vater geerbt hat

Informationen zum Buch
Jean-Luc Bannalec
Bretonische Verhältnisse – Ein Fall für Kommissar Dupin

Kiepenheuer & Witsch
€ 15,50

Erscheinungsdatum: 12. März 2012
Kartoniert, Klappenbroschur
308 Seiten
ISBN: 978-3-462-04406-5

Mission Munroe – Die Touristin von Taylor Stevens

Die exzentrische und durchgeknallte Super-Heldin (sie spricht 22 Sprachen und braucht lediglich eine Woche, um eine neue Sprachze zu lernen!) wird beauftragt die vor vier Jahren auf einer Afrika-Reise verschwundene Tochter des Öl-Magnaten Burbank zu suchen. Zur Seite gestellt bekommt sie Miles Bradford, einen Söldner und Freund der Familie Burbank. Zugute kommt Munroe, dass sie Afrika sehr gut kennt, da sie dort aufgewachsen ist, ausserdem hat sie Nerven aus Stahl und ist kampfsporterprobt. In dem actionreichen Ost-Afrika-Thriller, der in Äquatorialguinea spielt, überlebt die Super-Heldin nicht zuletzt wegen ihrer Dschungelerfahrung und Ihrer Freundschaft zu dem Waffen- und Drogenschmuggler Franciso Beyard, gleich zwei Mordanschläge.

Wem diese geballte Superkraft nicht zu viel ist, wer sich dem Afrikafeeling, das sehr gut recherchiert ist und sehr lebendig rüberkommt hingibt, der wird mit einem actionreichen Urlaubsthriller belohnt, den man im Liegestuhl auf dem Strand oder im Bad gut lesen kann.

Informationen zum Buch

Taylor Stevens
Mission Munroe – Die Touristin

Goldmann Verlag
€ 10,30

Erscheinungsdatum: 18. Juni 2012
Taschenbuch, Klappenbroschur
448 Seiten
ISBN: 978-3-442-47823-1

Der Sommer der toten Puppen von Antonio Hill


Ein Argentinier in Barcelona. Seit langem konnte mich ein Krimi wieder so richtig fesseln: Der Sommer der toten Puppen vom spanischen Autor Antonio Hill (erschienen bei Suhrkamp nova).

Dieser klassische Ermittlerkrimi spielt im heutigen Barcelona, es ist Hochsommer, man spürt das Flirren der Hitze in der Stadt. Der aus dem Zwangsurlaub zurückgekehrte Kommissar Héctor Salgado (er hatte einen Mädchenhändler krankenhausreif geschlagen) wird beauftragt, den Tod eines Sohnes aus gutem Hause und mit ebensolchen Verbindungen zu hohen Polizeikreisen noch einmal zu untersuchen, um die Angehörigen zu beruhigen. In der Johannisnacht ist der 19-Jährige aus dem Fenster zu Tode gestürzt. Das sieht anfangs wie ein Unfall aus, aber nach und nach fördern die Ermittlungen von Salgado Geschehnisse zu Tage, die weit in die vertuschte Vergangenheit der Familie reichen. Mit der jungen Polizistin Leire Castro gibt Salgado ein tolles Ermittlerteam ab, das in der Zukunft noch weitere Fälle in Barcelona aufklären soll.

Informationen zum Buch

Antonio Hill
Der Sommer der toten Puppen

Suhrkamp nova
15,50 €

Erscheinungstermin: 12.03.2012
Klappenbroschur, 371 Seiten
ISBN: 978-3-518-46370-3

Helga Hanl-Lohn, Thrill & Chill

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