Wien – Debatte

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Kobuk liest Zeitung und schaut fern.

23. Mai 2010 • Debatte, Lifestyle

Aktive Zivilgesellschaft 2.0 aus Österreich. Die Medien sind die vierte Gewalt im Staate, diese Aussage ist alt, umstritten, aber nicht gänzlich von der Hand zu weisen. Die Aufgabe der Medien wäre es die Öffentlichkeit zu informieren, um demokratische Meinungsbildungsprozesse zu ermöglichen, die „Mächtigen“ zu kontrollieren und insgesamt ein Auge darauf zu haben, dass die Gewaltenteilung funktioniert und die Demokratie erhalten bleibt.

Was den Auftrag der Medien behindert ist zum Teil ihre eigene verknöcherte Struktur die mit den Neuerungen des Mitmach-Internets nur mehr eingeschränkt Schritt halten kann, die daraus resultierende ökonomische Verwundbarkeit, die Medien für Interessengruppen „kaufbar“ macht und natürlich die massive Medienkonzentration in diesem Land, die es schwierig macht den Kampagnen einzelner Medien etwas entgegen zu setzen.

Die Frage wer kontrolliert die KontrolleurInnen, wer hat ein Auge auf die vierte Gewalt, wer unterzieht diese selbst einer demokratischen Kontrolle ist deshalb eine drängenden, die schon zu zahlreichen Initiativen geführt hat. Die wohl bekannteste Initiative dieser Art ist das Bildblog, welches es zu einigem Renommee gebracht hat und sich seit Anbeginn seiner Existenz der Kontrolle des größten deutschen Printmediums, der Bildzeitung, widmet.

Auch in Österreich gab es vereinzelt Initiativen dieser Art, die meisten verschwanden jedoch wegen mangelnder Beteiligung und geringem öffentlichen Interesse rasch wieder in der Versenkung. Unter Kobuk.at betreiben Studierende der Lehrveranstaltung „Multimedia Journalismus“ am Publizistikinstitut unter Leitung von Helge Fahrnberger, seines Zeichens selbst erfolgreicher Blogger, nun seit Anfang Februar einen Medien Watchblog.

Die österreichische Medienlandschaft gibt einiges her, was mittels eines Watchblogs der kritischen öffentlichen Debatte ausgesetzt werden kann. Insbesondere die Gratis- und Gratis/Kauf Hybridzeitungen die es seit einigen Jahren gibt, erfreuen das Publikum mit Pleiten, Pech und Pannen, aber auch mit einer immer unschärfer werdenden Trennung zwischen redaktionellem und bezahltem Inhalt und einem nicht immer ganz sauberen Umgang mit Fakten.

Der Blog nennt sich deshalb Kobuk, da dies der Name eines fiktiven Eskimoschriftstellers war, den Helmut Qualtinger erfand um die heimische Medienlandschaft zu narren.

Der Fokus des Watch Blogs liegt auf den heimischen Medien, aber auch größere internationale Skandale, wie beispielsweise der um Neda, die ins Exil flüchten musste, oder um den Fotojournalisten Daniel Morel, dem man Fotos klaute, um ihn dann für die Verwendung dieser Fotos zu verklagen, werden beleuchtet.

Die Initiative finden wir jedenfalls unterstützenswert und hoffen, dass den Studierenden nicht die Puste ausgeht und sich auch nach dem Ende des Semesters Interessierte finden, die den Blog fortführen wollen und somit die Österreichische Zivilgesellschaft bereichern.

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