Wien – Leben

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Klicks, beziehungsweise

19. November 2013 • Leben

Dating übers Internet gehört für Viele zum Alltag. One-Night-Stands und Affären sind für die meisten Online-Dater aber zweitrangig — sie wünschen sich in erster Linie eine Beziehung. Die Zeichen stehen gut: laut einer Studie sind Beziehungen, bei denen sich die Partner online kennengelernt haben, länger und glücklicher.

Die Liebe im Internet ist kein Zufall. Viele Singles haben statistisch betrachtet eine hohe Chance, einen Partner für eine dauerhafte Beziehung zu finden, meint Singlebörsenexperte Henning Wiechers (siehe Video), denn das Internet stehe bei den Gelegenheiten zum Kennenlernen bereits an dritter Stelle. Die Onlinedating-Plattform Parship.de, beispielsweise, nutzt Erfolgsgeschichten dieser Art geschickt als Werbemittel: Paare, die sich auf der Internetseite des Hamburger Onlinekupplers kennenlernten, geben dort bereitwillig Auskunft über ihre Beziehung.

Es gibt zahlreiche Gründe, die Singles dazu veranlassen, ihre Partnersuche auf das Internet auszudehnen. Einer der häufigsten ist wohl der Zeitmangel, denn wer vom Arbeitsalltag geschafft ist, hat meistens keine Lust mehr, sich aufzuraffen und auszugehen; auch am Wochenende gehen Viele lieber ihren Hobbies nach, als auf Liebesfang zu gehen. Und auch schüchternen Menschen fällt das Flirten per Tastatur im virtuellen Raum leichter als in freier Wildbahn. Einen Partner mit Hilfe des Computers zu finden, passt also in die zeitlose Zeit unserer Moderne — der Boom der Singlebörsen ist somit leicht erklärbar.

Dennoch hatten Online-Datingportale lange mit einem schlechten Ruf zu kämpfen. Solche Kennenlerndatenbanken seien doch nur was für notgeile Machomänner oder Muttersöhnchen und verzweifelte Mauerblümchen oder Frauen in den frühen Wechseljahren oder. Viele Internet-Paare gaben im Freundes- und Familienkreis nur verschämt zu, dass sie sich im Internet kennengelernt haben. Das Blatt hat sich aber in letzter Zeit gewendet, und der Imagewandel von Dating-Plattformen ist (zum Glück) schon fast vollzogen. Das Warum ist einfach zu beantworten: Die Statistik ist eindeutig auf der Seite der Online-Liebe.

Eine kürzlich in der PNAS erschienene Studie sagt sogar ganz eindeutig: Ehen von Paaren, die sich auf Online-Portalen kennengelernt haben, verlaufen (zumindest in den Anfangsjahren) etwas glücklicher und inniger als Ehen, die auf konventionelle Weise zustande kamen. Die PNAS ist eine Fachzeitschrift, die von der United States National Academy of Sciences herausgegeben wird und sehr hohes Ansehen genießt. 35 Prozent der für die Studie befragten Teilnehmer haben ihren Partner per Internet kennengelernt und gaben insgesamt höhere Werte für die Ehezufriedenheit an.

Das Verlieben per Klick ist also auf dem besten Weg, sein uraltes Stigma zu verlieren …

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