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Kampf der Giganten: Pratersauna vs. Berghain

3. Februar 2013 • Lifestyle12 Kommentare zu Kampf der Giganten: Pratersauna vs. Berghain

Die Pratersauna freut sich, und wir freuen uns mit: Bereits zum zweiten Mal in Folge wurde die „Sauna“ im Rahmen des Leserpolls 2011 vom De:Bug Magazin für elektronische Lebensaspekte mit Silber und damit zum zweitbesten Club im deutschsprachigen Raum geehrt. Eine weitere Goldmedaille für den Berliner Giganten Berghain bietet damit auch ein weiteres Mal Anlass dazu, die ewigen Rivalen Wien und Berlin gegeneinander antreten zu lassen.

Was soll besser am Berghain, was schlechter an der Pratersauna sein? Der ansatzweise Versuch eines Vergleichs…

Ich habe heute leider kein Foto für dich.

Klar, das imposante, ehemalige Heizkraftwerk, welches im tiefsten industriellen Osten Berlins das Berghain beherbergt, kann einem schon Respekt einflößen. Bereits hunderte Meter, bevor man an der düster-grauen Fassade des Gebäudes angelangt ist, dröhnen die Bässe in den Ohren und in den Füßen und ein ehrfürchtiges Gefühl der Vorfreude durchrieselt den Körper. Schade nur, dass man dieses Gebäude mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit niemals betreten wird. Nachdem man sich, je nach Line-Up, bis zu drei demütige Stunden lang angestellt hat, akzeptiert man völlig selbstverständlich und in vollstem Bewusstsein seiner nicht vorhandenen oder zumindest nicht ausreichenden Abgebrühtheit und Coolness das stumme Abwinken eines Türstehers, der an einen russischen Schlächter erinnert. Naja, immerhin hat man davor gestanden und das dumpfe Wummern der bombastischen Funktion One-Anlage von draußen gehört.

Selbe Zeit, anderer Ort, einige hundert Kilometer Luftlinie weiter südöstlich im beschaulichen Wien: Ein wieder belebtes Gebäude, in dem sich bis vor nicht allzu langer Zeit noch die russische Mafia zum Saunieren und Anderem getroffen haben soll, und dessen Geschichte der heutigen Pratersauna nach wie vor einen leicht zwieliechtigen und schmuddeligen Charme anhaften lassen. Auch hier eine Schlange, blickt man ihr jedoch in die etwa fünfzig Augenpaare, ist man nach dem Abstecher nach Berlin Friedrichshain überrascht: Blitzt hier etwa Vorfreude statt Angst aus den Pupillen, reden und lachen die Leute etwa miteinander, anstatt in furchterfülltem Schweigen, von den Luchsohren des Schlächters in einem der Coolness nicht adäquat angepasstem Gespräch ertappt zu werden? Tatsächlich, denn das Grüppchen junger Bürschchen an der Tür wird einen mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit passieren lassen.

Ich habe noch immer kein Foto für dich…

Schauplatzwechsel: Man hat das Unmögliche geschafft und befindet sich nach einer Guantanamo-gleichen Inspektion fast bis auf die Unterhose in den pompösen und dröhnenden, etwa 18 Meter hohen Hallen und hat nun endlich die Bestätigung dafür, was man in den Stunden zuvor fast schon anzuweifeln gewagt hat: Mit der unfassbaren Berliner Coolness kann man es nun locker aufnehmen, schließlich wurde man durch- und nicht weggewunken. Jetzt gilt es bloß noch einige Kinkerlitzchen zu beachten, um nicht bloß den Anfang, sondern auch den Rest der Nacht stilvoll zu überleben. Machst du ein Foto? Bist du unfreiwillig raus! Verirrst du dich in einen jener Bereiche, die man aus guten Gründen nicht direkt neben der Garderobe findet? Bist du freiwillig raus! Verlierst du deine Begleitung im Getümmel der die Arme in die Luft reißenden und dich mit Riesenpupillen anstarrenden Meute? Bist du nie wieder raus, oder alleine, du wirst sie nicht mehr finden. Musst du mal für kleine Jungs oder Mädels? Geh raus, oder kämpfe mit geschätzt zwanzig anderen, an der vollen Blase oder Anderem Leidenden um eine Unisex-Kabine. Kannst du kein Englisch, Spanisch oder Italienisch? Pech, Gespräche werden eh überbewertet.

Wir wenden uns wieder einem Ort zu, an dem fast noch die Melodien und das Geschrei des Wurstelpraters in den Ohren klingen. Genauso locker verspielt geht es im Inneren zu, man kann lediglich den Fehler begehen, sich genüsslich eine Zigarette anzuzünden, zu deren finalem Genuss man auf die Terrasse hinaus komplimentiert wird. Noch immer lächelnde Grüppchen tanzen von einem Floor zum anderen, dem Bedürfnis nach Selbstinszenierung wird mit einem schicken Retro-Automaten Genüge getan, und zusätzlich (unfassbar!) mit tatsächlich vorhandenen Spiegeln in den strikt nach Männlein und Weiblein getrennten Designerklos, deren theoretischer Trennung durch Beschilderung mit der strengen Herrschaft eines Klopersonals praktisch noch nachgeholfen. Auf das Ausleben Alkohol- oder Veranlagungs-bedingter Offenheit von Körper und Geist in Form von Darkrooms legt man hier keinen Wert, es darf – zumindest ab und an – gediegen sauniert und im Pool geschwommen werden.

Nur EINER von euch kann es werden!

Der Tag bricht langsam, aber sicher an und macht auch nicht davor Halt, die bebenden Industriehallen zumindest zu einem Teil in natürliches Licht zu tauchen. Die Maschine, die einen mit Hilfe des türsteherlichen Winkens am Abend zuvor eingesaugt, und anschließend nach theoretisch 30 Stunden als Zombie wieder ausgespuckt hat, kann Montag morgens auf allen Vieren verlassen werden.

Tinnitus, verlorene Freunde, ein Gehirnzellenmassaker und so mancherlei wahrscheinlich verzichtbaren Anblick hat man sich währenddessen in Wien erspart, man liegt ja bereits seit zwölf Stunden als Mensch im wohlig warmen Bett.

Was wir eigentlich damit sagen wollten? Die Goldmedaille hätte es auch werden können…

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12 Antworten auf Kampf der Giganten: Pratersauna vs. Berghain – Verstecken

  1. sagt:

    Pratersauna und Berghain
    brauch ich beides nicht. Und wer ist bitte de:bug das entscheiden zu wollen?

  2. xpod sagt:

    pf.
    das ist ca. so wie praterdome mit nachtschicht zu vergleichen. oder pest oder cholera. wer braucht das?

  3. apo__ sagt:

    de:bug
    entscheidet gar nichts. Sondern dessen Leser.

    Und als imho doch sehr respektables Magazin für elektronische Musik kann man doch Polls über elektronische Clubs machen.

  4. Coco sagt:

    Really?
    Die Goldmedaille hätte es auch werden können?

    I don’t think so.

    Berghain steht so sehr über der Pratersauna. Mich wunderts, dass die Sauna Platz 2 ist und nicht weiter hinten. Aber gut. Kenne nur Clubs, die im Ranking weiter hinten landeten, finde die z.T. gleichauf mit der Sauna.

    Berghain? Unantastbar 😉

  5. m.0no sagt:

    n4ps
    ihr habt da was nicht ganz verstanden. die wahl trafen die leser und leserinnen des magazins de:bug im rahmen des alljährlichen leserpolls.

  6. klausbert sagt:

    arme eva
    wie kann man auch nur ansatzweise annehmen, dass die pratersauna dem berghain das wasser reichen könnte? da kommt wieder mal ganz schön der österreichische minderwertigkeitskomplex zum vorschein. da war wohl die autorin zu verschreckt in berlin gewesen. lg aus graz.

  7. pannebar sagt:

    naja…
    … und wieviel hat die sauna für den bericht gezahlt?

    btw kein wort bzgl panoramabar & garten?

    was ich eigent. damit sagen wollte? naja….

  8. stadtbekannt sagt:

    @pannebar
    Zu viel wollen wir nicht verraten, aber wir schwimmen jetzt jedenfalls im Geld. Meistens im Pratersauna Pool.

  9. hochstapler sagt:

    aha… so toll ist es also
    ich weiss ja nicht wie durch die autorin beim anstehen vorm berghain war und wie deppert sie sich angestellt hat, aber so ein überzogener negativ bericht kann nicht ernst genommen werden… die prater… ja die ist ganz nett… aber wien ist nicht berlin.. und die prater nicht das berghain…

  10. Cedega sagt:

    nunja….
    berghain hat echte coolness, pratersauna macht einen auf coolness (man kann es auch pseudo-alternativ nennen) und zockt mit ordentlichen preisen dafür nett ab…

  11. acid sagt:

    einfach nur schlecht…
    was für ein grauenvoller artikel….miserabel…..ist ja ganz amüsant geschrieben aber der inhalt ist einfach nur lächerlich….so als würde man weißwein mit champagner vergleichen…tzzz…irgendwas…aber zum glück gibts ja jetzt die forelle…haha

  12. mjb sagt:

    Kampf der Giganten
    Seit wann ist die Pratersauna ein Gigant und seit wann handelt es sich um einen Kampf, wenn sich eine jämmerliche Sau an einer stolzen Eiche reibt?

    Einer der dümmsten, peinlichsten und komplexbeladensten Artikel, die mir jemals im Internet untergekommen sind.

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