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Jungdesigner

Junge Modemacher in Wien

14. März 2013 • Lifestyle

Wien als neue Modestadt? Soweit ist es vielleicht noch nicht, aber österreichisches Modedesign hat sich längst abseits der Fast Fashion Ketten etabliert. Dass Namen wie Wendy&Jim, Petar Petrov und Ute Ploier mittlerweile auch auf internationalen Fashion Weeks und Boutiquen vertreten sind ist ja nichts Neues. Neben diesen Granden floriert aber in Wien eine Modeszene, die sich ebenfalls nicht verstecken muss: Kühle, durchdachte Konzepte, Trendbewusstsein findet man genauso wie spielerischer Umgang mit Tradition.

Sich in Österreich mit kreativem Modedesign einen Namen zu machen ist allerdings alles andere als einfach. Ein Modebewusstsein wie es beispielsweise in Antwerpen oder London scheinbar von kleinauf an vorhanden ist, sucht man hierzulande vergebens. Dementsprechend wandern auch viele junge Modemacher recht bald ins Ausland ab um dort Erfolge zu feiern und sich inspirieren zu lassen. Zum Glück aber gibt es in den letzten Jahren dann doch eine bemerkbare Tendenz von jungen Modeschaffenden, auch hier in Wien zu bleiben und vor Ort Shops zu eröffnen oder in Concept Stores zu verkaufen. Wie haben unsere Lieblingsdesigner für euch zusammengestellt.

Für Sie

Elfenkleid

Die Entwürfe der beiden Herbststraßen-Absolventinnen Annette Prechtl und Sandra Thaler sehen tatsächlich wie Elfenkleider aus. Mit ihrer ersten Kollektion gewann das Designer-Duo gleich mal im Vorbeigehen den Pierre Lang Fashion Award. Seit dem sind einige Jahre vergangen, und das Wiener Label hat sich nicht nur in Wien als Modemarke etabliert. Mit außergewöhnlichen Schnitten und einem unüblichen Materialmix schafft es Elfenkleid den Spagat zwischen der traditionellen Stilsicherheit der vergangenen Jahrzehnte und der selbstbewussten Weiblichkeit unserer Zeit zu meistern. In einem sind die gebürtigen Tirolerinnen dem Ansatz ihrer Anfangsjahre treu geblieben: Elfenkleid setzt nicht auf das Schreierische und Schrille, sondern kreiert Kollektionen, die ihr bemerkenswertes Raffinement still und schlicht entfalten.

Margaretenstr. 39 3-4
1040 Wien
Öffnungszeiten: Dienstag – Samstag 11:00 – 18:00 Uhr

Awareness & Consciousness

Die Modedesignerin Christiane Gruber produziert unter dem Labelnamen Awareness & Consciousness sinnliche Kollektionen mit weich fließenden Silhouetten, Ausgangsmaterial sind meistens hochwertige Jerseymaterialien. Gruber absolvierte ihr Modestudium an der Universität für angewandte Kunst bei Designern wie Raf Simons, Viktor & Rolf und Jean-Charles de Castelbajac Wien. Ihre reduzierten, oft voluminösen Schnitte, fließenden Materialien, und vor allem die spezielle Mehrfarbigkeit, die sie aus der artisanalen Färbetechnik entwickelt, verbindet sie immer wieder neu. Und diese Elemente stehen auch für ihr Label Awareness & Concsiousness, das Christiane Gruber seit einigen Jahren regelmäßig in Paris präsentiert. Erhältlich bei Park .

pelican avenue

Die Absolventin der Antwerpener Academy of Fashion und ehemalige Bernhard Willhelm Assistentin Carolin Lerch ist ein sanftes enfant terrible der Modeszene. Die östereichische Modemacherin, die hinter dem belgischen Label pelican avenue steht, treibt eine Ablehnung gegen den Modemarkt und dessen Ideale voran. Die klassisch modischen Ausdrucksformen hält sie für verstaubt, Basics sucht man bei Lerch vergeblich. Viel eher findet man hier Gesamtkunstwerke und Neuinterpretationen von Althergebrachtem. Erhältlich bei Park.

Für Ihn:


Petar Petrov

Petar Petrov kann MANN nur lieben. Wie der Name schon erahnen lässt, ist Petar Petrov kein gebürtiger Österreicher, sondern stammt ursprünglich aus Bulgarien. 1999 begann er an der Universität für angewandte Kunst unter dem belgischen Designer Raf Simons Mode zu studieren. Der für seine radikalen Ansätze, die die Grenzen traditionellen Modeverständnisses häufig sprengen, bekannte Designer bot Petrov die ideale Reibefläche, die ihm half seinen eigenen Stil zu schärfen und zu formen. Rausgekommen ist dabei ein sehr unkonventioneller Stil Petrovs, der die Grenzen zwischen High und Low Fashion sowie zweckdienlicher Produktion und rein ästhetischer Kunst ohne Funktionszweck verschwimmen lässt. Im Endeffekt geht es ihm aber dabei immer darum, dass seine Kleidung tragbar ist. Vom Alltag inspiriert, sucht er ständig nach neuen Möglichkeiten tragbare Streetwear und klassische Maßarbeit zu fusionieren. Besichtigungen gegen telefonische Voranmeldung (0043 699 10 138 447) oder unter sales@petarpetrov.com.

House of the …

House of the.. ist ein heißer Tipp. Hinter dem Namen steckt eine Kollaboration von vier Modemachern (Jakob Lena Knebel, Karin Krapfenbauer, Markus Hausleitner, Martin Sulzbacher), das seine Inspirationen aus bildender Kunst, Performance und Film bezieht. Durch diese unterschiedlichen Einflüsse sowie der Tatsache, dass hier vier Individuen am Werk sind, entstand ein äußerst divergenter Stil herausgebildet. Die Designer sind aber allesamt Vertreter des „Gender Blurring“, klare Grenzen zwischen Männer- und Frauenmode gibt es nicht. Die Entwürfe von House of the… sind meistens weite, spielerisch fallende Kreationen, die manchmal einiges an Mut vom Träger erfordern, aber dennoch stets tragbar bleiben. Erhältlich bei Park.

Diese Auflistung ist nur ein Bruchteil dessen, was sich in den letzten Jahren an Jungdesignern in Wien etabliert hat. Der Überblick über junge Wiener Modeschaffende wird sicher noch fortgesetzt werden.

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