Kultur

Wien Neubau

Junge Kunst in Neubau – Teil 1

2. Jänner 2013 • Kultur

In Wien wird einigen Bezirken innerhalb des Rings mehr bzw. eher weniger Kunstaffinität zugestanden. Im ersten und im vierten Bezirk tummeln sich beispielsweise viele der wichtigsten und etablierten Galerien der Stadt, im sechsten und im zweiten Bezirk befinden sich viele spannende Kunst- und Projekträume, Offspaces und Ateliers. Auch in Neubau ist einiges los. Hier sind insbesondere junge Kunsteinrichtungen und -initiativen angesiedelt.

Im ersten Teil eines virtuellen Rundgangs durch den siebenten Bezirk stellen wir euch einige der spannendsten Kunsteinrichtungen vor. Ihr werdet sehen, in welch unglaublicher Dichte verschiedenste Kunst-Einrichtungen angesiedelt sind. Wir starten beim Volkstheater und legen gleich einige Meter weiter einen Stopp beim allseits bekannten und beliebten Museumsquartier ein.

Das Museumsquartier, kurz MQ, wertet bereits seit zehn Jahren die Gegend rund um die Mariahilferstraße auf. Mit seinen großen Einrichtungen mumok, Kunsthalle und Leopold Museum gehört es zum wichtigsten Spielort für qualitätsvolle moderne Kunst. Junge zeitgenössische Initiativen finden zudem im quartier21 Platz, wo sich neben dem „Game vs Kunst“-Shop SUBOTRON, dem monochrom, der eSeL Rezeption auch der Schauraum für zeitgenössische Kunst Asifkail oder das Eikon-Schaufenster und andere in nachbarschaftlicher Umgebung zusammenfinden.

Wir erklimmen die Treppe, die am mumok vorbei in Richtung Breite Gasse führt, und die uns unweigerlich die Street Art Passage Vienna passieren lässt. Die künstlerische Gestaltung der Passage stammt vom französischen Street Artist Invader und ist permanent installiert. Daneben lebt dieser öffentliche Raum von seinem wechselnden Ausstellungsprogramm internationaler wie lokaler Street Art-KünstlerInnen.

Hat man die blau-schwarzen „Invaders“ hinter sich gelassen, kommt man nicht umhin, einen Blick auf die gegenüberliegende Häuserfassade zu werfen. Mit einer lichten großen Glasfassade und modernistischer Inneneinrichtung versprüht das Depot – Raum für Kunst und Diskussion einen intellektuellen Charme. Das Depot versteht sich als Plattform, welche dem sich ständig verändernden Kunstbegriff Rechnung trägt, und widmet sich in Form von Vorträgen, Symposien und Diskussionen, Workshops und Seminaren relevanten kulturpolitischen Problemfeldern. Partizipation ist das zentrale Moment des Depot-Konzepts, das auf unterschiedliche Weise angestrebt und umgesetzt wird.

Wir spazieren die Breite Gasse hinunter, vorbei an der Galerie Hubert Winter, und biegen in die Burggasse ab. Dort befindet sich bei der Hausnummer 24 die INOPERAbLE Gallery, die wichtigste Einrichtung für nationale wie internationale Street Art in der Stadt. 2011 erhielt sie aufgrund ihres spannenden Programms den europäischen Urban Art Award. Neben eigenen Ausstellungen und einer regelmäßig von eingeladenen KünstlerInnen gestalteten Graffiti-Wand in der Siebensterngasse, gehört auch die jährliche BLK RIVER Bike-Tour zu den schönsten Wiener Street-Art-Plätzen zum Programm.

Indem wir die Kirchengasse queren, machen wir uns auf den Weg zum Schauraum für angewandte Kunst. Bereits seit 1997 werden in themenspezifischen Schauen verschiedenste Designobjekte – von Schmuck oder Tischaccessoires über Modekollektionen – von renommierten wie auch noch unbekannteren DesignerInnen vorgestellt. Interessierte können sich nicht nur über internationale Designtrends informieren, sie können die Exponate auch käuflich erwerben.

Nun gehen wir die Mondscheingasse entlang und peilen unsere letzte Destination an, den Salon für Kunstbuch. In Form einer Buchhandlung im Maßstab 1:1 versammelt der Künstler Bernhard Cella hier sämtliche Publikationen zu Ausstellungen und aktuellen künstlerischen Tendenzen. Dahinter steht gleichzeitig die Idee eines Kunstprojekts, künstlerische Themen und Interessen über das Medium Buch verhandelbar zu machen. Neben der Präsentation von Neuerscheinungen werden regelmäßig KünstlerInnen, HerausgeberInnen, VerlegerInnen und AutorInnen eingeladen. Seit kurzem besitzt der Salon für Kunstbuch auch eine Dependance im 21er Haus.

In unserem zweiten Teil werden wir einen Blick auf die Gegend rund um die Westbahnstraße werfen.

Bildnachweise:
MQ Hauptfassade (c) Rupert Steiner
MQ Street Art Passage (c) Plinie Wang
Innenraum Depot (c) Depot – Raum für Kunst und Diskussion
INOBERAbLE Gallery (c) INOBERAbLE Gallery
Salon für Kunstbuch (c) Salon für Kunstbuch

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