Kultur

R?zvan Boti?, Untitled, 2011, golden chain, brick, dimensions variable © KKA

?Junge Kunst aus Osteuropa

6. Dezember 2011 • Kultur

Jung, erfrischend, reflektierend. So in etwa lassen sich die Arbeiten umreißen, die aktuell in der Galerie ArtPoint in der Universitätsstraße präsentiert sind. Die Namen der KünstlerInnen, die im Rahmen eines Artist in Residence-Programmes in Wien eingeladen waren, lauten Razvan Botis, Irena Sladoje und Marika Asatiani. Sie stammen alle aus unseren osteuropäischen Nachbarländern.

Ein übergeordnetes Thema der Ausstellung gibt es zwar nicht, doch lässt sich bei allen KünstlerInnen eine individuelle Beschäftigung mit den Erfahrungen der Alltagswelt beobachten. Jede einzelne Präsentation zeigt die künstlerischen Strategien der jeweiligen KünstlerIn und gibt deren eigene künstlerische Handschrift wieder.

Der Rumänisch-stämmige Künstler Razvan Botis etwa überrascht mit Einsichten und Verfremdungen des Alltags. Kochtöpfe, eine Krawatte oder ein Ziegelstein werden mit nur ganz kleinen Interventionen zu gänzlich neuen Erfahrungen. So wird der Topf zur Krone, der Ziegelstein zur Architektur und die an einer Wand angebrachten kleinen Zeichnungen zu einer Reise zu den Pyramiden.

Auch bei Irena Sladoje aus Bosnien-Herzigowina bildet das Alltägliche den Subtext ihrer künstlerischen Arbeit, jedoch auf ganz andere Weise wie bei Botis. Die Künstlerin greift vielmehr auf ihre jahrelange Beschäftigung mit der Psychologie zurück: Im Zentrum von mehreren Videoarbeiten stehen Menschen mit besonderen Bedürfnissen bei der Ausübung ganz alltäglicher Tätigkeiten, wie beispielsweise dem Klavierspiel. Einen anderen Teil der Präsentation bilden Spieluhren, die jene – zuvor eingespielten – Musikstücke wiedergeben. Die Erfahrungen des Krieges in ihrem Heimatland und die Notwendigkeit von (damals eigentlich verbotener) Korrespondenz bilden einen weiteren Teil ihrer Präsentation. In diesen sehr persönlichen Arbeiten gelingt es Irena Sladoje auf subtile Weise ein psychologisches Porträt zu „malen“.

Die Künstlerin Marika Asatiani aus Georgien hingegen wählt die Raum-Ort-Divergenz zu ihrem künstlerischen Thema. Die Frage, wie Raum erfahrbar ist und in welcher Beziehung er mit dem Ort stehen kann, äußert sich in einer Serie von Fotografien und Videoarbeiten. „I am focusing on presenting places as process, rather than something static and physical; exploring not only one position, one perspective, a fixed centre but a passage, always in between; in between subjective and ‘objective’ modes of perception, where there is no one locality but relationship“, erklärt die Künstlerin ihre Arbeit. In den ausgestellten Fotos äußert sich dies in medienreflexiver Weise ebenso wie in dokumentarischer Hinsicht, der eine Stilisierung der abgebildeten Alltagswelt eigen ist.

Galerie ArtPoint
bis 23.12.2011
Eintritt frei.

, , , , , ,

Galerie ArtPoint

Universitätsstraße 5
1010 Wien

Zusätzliche Information (_VenueAddress): Universitätstraße 5

Weitere Artikel

Kommentieren

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

« »