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(c) Krinzinger Projekte
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How lucky we are, angel at our table, god in our car

1. Oktober 2011 • Kultur1 Kommentar zu How lucky we are, angel at our table, god in our car

Die Krinzinger Projekte eröffnen die Herbstsaison mit einer Ausstellung junger iranischer KünstlerInnen. Die ausgewählten Arbeiten reichen dabei von Lichtinstallationen, über Videoarbeiten, Malerei und Skulptur. Zentrales Motiv bzw. Angelpunkt aller Arbeiten ist dabei immer der Mensch – in seiner Lebensweise als politisches Individuum, mit seinen Erinnerungen, Wünschen und Sehnsüchten, nicht zuletzt ausgedrückt durch seine Körperlichkeit und Sexualität.

Den beiden Kuratoren, Ramin und Kokni Haerizadeh, war es bei der Konzeption der Ausstellung wichtig, einen anderen Blick auf die iranische Kunstszene zu werfen, abseits einer vorurteilsbelasteten, reduktionistischen Deutung. Die beiden attestieren der Rezeption von Gruppenschauen des Mittleren Westens Tendenzen, die auf verschiedenen Ebenen eine Präsentation eingrenzen: zum einen durch eine reduktionistische Sicht, zum anderen durch die journalistische oder touristische Perspektive, die eher Klischees fördert, denn die Fragestellungen, die den Arbeiten immanent sind, adäquat beleuchtet.

This does reduce your options to known clichés, ones that the public readily absorbs. It is a way of consolidating the already established view, no matter how superficial“, sagen Ramin und Rokni Haerizadeh im Interview mit Vali Mahlouji.

Das Mensch-Sein in all seinen Facetten

In „How lucky we are, angel at our table, god in our car“ geht es um eine direkte Auseinandersetzung mit dem Mensch-sein, dessen verschiedene Facetten in den präsentierten Arbeiten erfasst wird. Angefangen bei Mona Hakimi-Schueler und Javad Azimi, die in ihren Malereien den Löwen zum Symbol der Erinnerung und Nostalgie erklären, über Niyaz Azadikhah, die in ihren Videoanimationen die menschliche Sexualität beleuchtet, indem sie diese in alltägliche, sich permanent wiederholende Szenen einbettet, oder Farrokh Mahdavi, der den menschlichen Körper in seiner Materialität aus – im buchstäblichen Sinne – Fleisch und Blut darstellt. Die wohl „frechste“ Arbeit präsentiert der Künstler Hesam Rahmanian: er portraitiert die politischen Führer Khomeini, Khameini und Ahmedinejad als Neonlicht-Figuren, deren Silhouette nicht wenig an Phallussymbole erinnern. Dadurch lässt er die „Heiligkeit“ der Staatsoberhäupter sowie deren Verstrickung des Kapitalismus ins Sarkastische kippen. (Barbara Pflanzner)

mit:
Javad Azimi, Niyaz Azadikhah, Shirin Fakhim, Mona Hakimi-Schueler, Farrokh Mahdavi, Sepideh Saii, Hesam Rahmanian

Krinzinger Projekte
How lucky we are, angel at our table, god in our car
Öffnungszeiten: MI – FR 15:00 – 19:00 + SA 11:00 – 14:00
Eintritt frei.

Abbildung:
Hesam Rahmanian: It´s so Bright that I go Blind (Tryptichon), 2011
Neon & Mixed Media auf Leinwand
(c) Krinzinger Projekte


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Krinzinger Projekte

Schottenfeldgasse 45
1070 Wien
+43 1 51 28 142
http://www.galerie-krinzinger.at/projekte

 

MI – FR: 15:00 – 19:00 Uhr
\r\nSA: 11:00 – 14:00 Uhr

 

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Eine Antwort auf How lucky we are, angel at our table, god in our car – Verstecken

  1. Zara H&M sagt:

    Danke für die Empfehlung.
    Hört sich sehr sehenswert an. Die Kunstinstitution war mir bisher völlig unbekannt.

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