Wien – Grätzltipps – 12. Meidling

Wiener Tauben (c) STADTBEKANNT
Wiener Tauben (c) STADTBEKANNT

Gurr Gurr in Meidling

24. August 2010 • 12. Meidling, Leben

Aus dem berühmten Meidlinger „L“ könnte bald ein Meidlinger „R“ werden – spätestens wenn dort die Wiener Tauben einziehen. Damit es nie mehr heißt: Platsch – Scheiße.

Wien ist eine Weltstadt, insbesondere wenn es um Tauben geht. Während in anderen europäischen Städten oft nur ein paar lächerliche Tausend herumflattern residieren hier nach Schätzungen 150.000 der gurrenden Gräulinge. Das wäre nicht weiter schlimm, würden sie nicht Krankheiten übertragen und mit ihren Exkrementen die Gebäude, sowie Fußgänger neu verputzen.

Abhilfe soll nun ein städtischer Taubenkobel schaffen, der am Montag, den 23. August, am Dachboden des Amtshauses Meidling eröffnet wurde. Dort bekommen die Flattermänner und –frauen genügend Futter, frisches Wasser, geeignete Nistplätze und vor allem einen Platz zum gemütlichen gemeinsamen und sozial verträglichen Defäkieren. Viele mögen jetzt fragen: „Wos, a no fuattan soll ma’s jetzt de ***viecha und des ois vo unsare Steuergelder?“ Klingt absurd, macht aber Sinn.

Durch das saubere Futter und Wasser bleiben die Tiere rein von Parasiten und Infektionen, die sie auf den Menschen übertragen könnten. Der meiste Taubenkot soll in Zukunft im Taubenschlag landen und die Eier in den Nistplätzen werden durch Plastikplacebos ersetzt, wodurch die Federtiere wohl bald beim Wettbrüten Depressionen bekommen werden, wir jedoch zumindest sauber bleiben.

Eine Win-Win Situation also für Tier und Mensch, werden die Vögel doch obendrein noch von der Tierombudsstelle wissenschaftlich beobachtet. Die Taubenpopulation kann damit zwar erst mittel- bis langfristig dezimiert werden, doch setzt man in diese Maßnahme mehr Hoffnung als in bereits gescheiterte Projekte. Das Futterverbot bewirkt ohnehin nix, „weil die Viecherln hoit doch so liab san“ (Nein, sie heißen nicht zu Unrecht Ratten der Lüfte. So eine Papageienkrankheit, die sie Übertragen können ist kein Spaß.) und die „Pille für die Taube“ zeigte auch nicht den gewünschten Erfolg (sie wurde vor allem gerne von anderen nicht-konzeptionswilligen Vögeln eingenommen).

Im Erfolgsfall soll das Pilotprojekt nach einer Evalution im kommenden Frühjahr auf ganz Wien ausgeweitet werden. Beispiele aus Salzburg, Augsburg und Gelesenkirchen zeigten bereits positive Ergebnisse. Die zuständige Stadträtin Sandra Frauenberger erwartet sich die Verschmutzungen durch den Taubenkot, Gebäudeschäden, Lärm, Geruch und Fraßschäden erheblich zu reduzieren. Vorwürfe, die neue Luxusherberge würde gerade Fremdtauben anlocken die nicht gut tun gab es bisher noch keine.

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