Kultur – Musik

Garish

Garish & Il Tempo Gigante im Gespräch

16. Februar 2012 • Musik

Garish und Il Tempo Gigante zusammen auf der Bühne: eine interessante Konstellation, die da im Rahmen von „Spot on Denmark“ entstand. Wir trafen Garish-Sänger Thomas Jarmer und Il Tempo Gigante aka Rolf Hansen zum Gespräch im WUK.

Erzähl uns, wie diese Konstellation zwischen Garish und Il Tempo Gigante zustande kam

Thomas Jarmer (Garish): Das ganze wurde vom Label eingefädelt, das diese Nacht heute veranstaltet. Die dänischen Bands hatten die Auswahl, mit einer österreichischen ihrer Wahl Band eine Kollaboration einzugehen.

(Il Tempo Gigante kommt herein).

Rolf Hansen (Il Tempo Gigante): Ich bekam einen Anruf von Christian von Music Export Denmark. Er hat mir über verschiedene Bands erzählt, mit denen ich zusammenarbeiten kann, aber da gab es diese eine spezielle, Garish. Ich hab ihn schnell angerufen und gesagt „ja, da gibt es diese coole Band mit der ich arbeiten möchte“. Es waren also Music Export Denmark, die mit dieser Idee, Musik auszutauschen, auf uns zu kamen. Denen haben wir das zu verdanken.

Also habt ihr Euch nicht gekannt vorher.

Thomas: Nein, wir haben uns gestern erst kennengelernt. Es kam die Anfrage, ob wir konkret mit ihm diesen Abend gestalten, und er hatte sofort unsere Zusage. Wir fanden es spannend, was er macht – und ein Solo-Künstler kombiniert mit einer Band ist bei weitem aussichtsreicher als wenn zwei Bands miteinander spielen. Das was Rolf macht, hat uns sehr gut in den Hals gepasst, und in Kombination mit dem was wir machen, ihn in unser Set zu integrieren. Es ist jetzt doch ein wenig anders gekommen, wir spielen heute nur die Hälfte von dem, was geplant war. Rolf ist an der Hand verletzt, und aufgrund dessen können wir nur den Garish-Part spielen. Es wird also ein kurzes Garish-Konzert mit dänischem Akzent werden.

Was ist mit deiner Hand?

Sie hat zu schmerzen begonnen, und ich habe gehofft, dass es bis zu diesem Konzert wieder besser wird. Ist aber leider nicht so, deswegen kann ich heute leider kein Instrument spielen. Wir hatten Probleme, die Il Tempo Gigante Songs ohne mich an der Gitarre zu performen, weil ich eine sehr spezifische Weise habe, wie ich spiele. Und das hätte eben die Hälfte der Songs ausgemacht. Wir freuen uns aber alle darauf, das ganze Set demnächst in Dänemark zu spielen. Im Mai wird das sein. Ich glaube, dass wir aber auch wieder was in Österreich zusammen machen, und ich kann versprechen, dass ich bald wieder komme. Nur eben nicht zur Zeit.

Wie passen Eure beiden Welten zusammen, und wie war die Probe?

Rolf: Zuerst haben wir uns mal auf einem persönlichen Level getroffen. Die Chemie hat gepasst.Ich bin in eine Familie reingekommen, in eine Gruppe von Brüdern, die mich sehr herzlich aufgenommen hat. Das war auch wichtig für die Musik. Es war ehrlich gesagt sehr einfach, sowohl musikalisch als auch persönlich. Es war eine schöne Erfahrung.

Fandest du den Zugang zu Garish auch ohne ihre Texte zu verstehen?

Rolf: Ich versteh sie sogar, ich hatte Deutsch in der Schule. Ich kann also Deutsch sprechen, Österreicher sind aber ein wenig schwer zu verstehen (lacht).

Thomas: Es funktioniert wirklich überraschend gut, alle Songs werden von ihm auf Deutsch gesungen. Das ganze hat einen sehr charmanten Touch durch den Akzent. Es war von Anfang an sehr selbstverständlich, sehr natürlich. Der erste Schritt ist immer, dass es sich auf einem persönlichen Level gut anfühlt. Wir haben versucht, die Il Tempo Gigante Songs einzustudieren, nur leider war die Zeit zu knapp. Deshalb machen wir das im Mai dann in Dänemark, das wird dann so wie es gedacht war.

Wir können uns also einen Mix aus euren beiden Welten erwarten.

Thomas: Ja, Garish-Material mit einem Gastsänger, der „homemade parts“ singt, zusammen mit Tom. Ich werde ein wenig Flügelhorn spielen. Ich spiel mit der anderen Hand, eben mit der Linken. Die Linke ist okay, ist es zwar nicht gewöhnt zu spielen.

Was steht für Euch als nächstes an?

Rolf: Sobald meine Hand wieder okay ist, fang ich mit einem neuen Album an. Vielleicht so in einem halben Jahr. Ich hab jetzt einen Schweizer Booker, der mich auch für Österreich bucht, also hoffe ich bald wieder zu kommen. Ich hoffe, dass meine Hand bald wieder okay ist.

Und bei Garish? Ihr habt ja immer einen drei Jahres-Abstand zwischen Alben, oder?

Thomas: Ja. Das ist ein Zusammenspiel von vielen Komponenten, auch Zeitplänen – nachdem ja auch jeder sein Eigenleben führt, auch musikalisch. Wir sind jetzt wieder dabei, Material zusammenzustellen, das ist immer eine „Wrestling“-Phase, bis alles zusammenkommt. Nachdem jeder auch eigene musikalische Projekte hat, ist das immer wieder eine neue Chemie – zu schauen, was da aus dem Garish-Kosmos möglich ist.

Also eine Neuerfindung .

Thomas: Es ist immer eine Neuerfindung, jedes Album. Die Wiederholung als solches ist der Punkt, wo es sehr unsexy wird, wenn es ans Proben geht, ans Komponieren. Es muss ein neuer Ausgangspunkt sein, die richtige Richtung, die sich ergibt. Wir werden vielleicht 2013 anfangen.

(Markus Brandstetter)

Foto (c) Julia Grandegger

Garish spielen übrigens am 16.April im Stadtsaal. Es ist ratsam, sich rechtzeitig Tickets zu sichern!

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