Kultur – Musik

Hans Moser

Es wird ein Wein sein…

4. Juni 2013 • Musik

Der alkoholinduzierte Rausch. Alternativ auch: Fetz’n, Duliöh, Damenspitz, Schwips, Lett’n, kärnterisch „Radullnig“. Auch: „Gut einen Im Tee haben“, „illuminiert sein“, „im Öl sein“. Im Triumvirat mit dem Sensenvater und der Liebe regiert er das österreichische Liedgut wie kein anderer. Grund genug, sich des österreichischen Trinkerlieds anzunehmen und sich ein paar Gustostückerl der hiesigen dionysischen Singerei anzuschauen.

Hans Moser & Paul Hörbiger: “Es wird ein Wein sein“

Geht es um Österreichisches Trinker-Liedgut, ist Hans Moser eine Art Gottvater. „I marschier mit mein Dulidulieh“, „I Kann mein Schlüsselloch ned finden“ oder natürlich der klassische Rausschmeißer für das Gastgewerbe mit Anstand „Sperrstund is“: der besungene Rausch eines Hans Moser ist ein nicht böse gemeinter, charmanter Duliöh, etwas, das halt so passiert ist. Angepriesen und verlinkt an dieser Stelle sei das großartige Duett mit Paul Hörbiger „Es wird ein Wein sein“. Die alte romantizistische Altwiener Trinklied-Ethik, immer ein bisserl morbid, und immer schon einer über den Durst. Aber völlig egal, schließlich: „Es wird a Wein sein, und mir wer’n nimmer sein, d’rum g’niaß ma ’s Leb’n so lang’s uns g’freut. / ‚S wird schöne Maderln geb’n, und wir werd’n nimmer leb’n, D’rum greif ma zua, g’rad is’s no Zeit.“.


Hans Moser „Die Reblaus“

Auch wenn es eine Doppelnennung ist: um Mosers Reblaus kommt man nicht umhin. Der Grund warum der Wein halt gar so gut schmeckt, auch außerhalb der Abendstunden, wird hier im Konzept der Wiedergeburt gefunden : „Ich muss im früh’ren Leben a Reblaus g’wesen sei / sonst wär‘ die Sehnsucht nicht so gross nach einem Wein; drum tu den Wein ich auch nicht trinken, sondern beissen /und hab den Roten grad so gern als wie den Weissen“.

Georg Danzer “Heut bin I wieder fett wie ein Radierer”

Im Original von Georg Danzer, vielleicht etwas bekannter durch die Version von Wolfgang Ambros, ist „Heut bin i wieder fett wie ein Radierer“ ein Fixbestandteil des „eing’spritzten“ österreichischen Liedguts. Ein wenig uncharmanter als bei Großmeister Moser geht es zu: wird hier doch das Ehefiasko besungen, in dem der Protagonist seine Frau nicht mehr so anziehend findet wie in Anfangstagen. Er reagiert klassisch, indem er sich die Gattin systematisch schön säuft und ihr dann allerlei bedingt romantische Zärtlichkeiten entgegenbringt: „du wirst mit jedem Viertel immer schöner, zwei Viertel noch und du bist Miss Vienna“. Ein klassischer Move auch das obligate „Haaaaa-llooo!“ am Ende des Lieds.


EAV “Morgen”

Unschlagbar in Punkto Wortwitz sind Eberhartinger, Spitzer & Co mit der Hymne des Versprechens, dass man sich ab morgen eh zu bessern gedenkt. „Im Gaumen sitzt der Beelzebub, das Aug’ ist dunkelrot – die Hypophyse spielt das Lied vom Tod“. Und am Ende will man dann eigentlich eh nach Hause, wäre da am Weg heim nicht das Stammlokal, wo der Joe, der Franz und der Ferdinand auch wieder drinnen sitzen: „ja, was macht denn schon ein Viertel oder zwo?“. Happy End gibt’s keines, nimmt sich doch auch die Lebensabschnittspartnerin vor „ganz sicher morgen, ned übermorgen“ den Schlussstrich zu ziehen: allerdings nicht mit der Trinkgewohnheit, sondern mit dem Partner.

Udo Jürgens – „Der Teufel hat den Schnaps gemacht“

Eigentlich ist Herr Bockelmann, der Maestro im Bademantel, ja eher dem deutschen Schlager zuzurechnen – ob seiner Herkunft (Jürgens, Zeit seines Lebens kein Kostverächter, ist ja Kärntner) kann man ihn aber durchaus in die Kategorie österreichische Trinklieder einordnen „Der Teufel hat den Schnaps gemacht“ ist jedenfalls Trinklied in Schlagerform at its best.

Und wie es mein Redaktionskollege gerade, als ich Paul Hörbiger über die Lautsprecher laufen ließ, so schön formulierte: "Da wirst ja beim Zuhören schon fett". Haaaaa-llo.

Markus Brandstetter

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