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Diogenes-Gründer ist tot

13. September 2011 • Kultur

Daniel Keel versuchte als Verleger in seinem Programm immer das Anspruchsvolle mit dem Erfolgreichen zu verbinden.

Am Dienstag teilte der Diogenes Verlag mit, dass sein Gründer Daniel Keel im Alter von 80 Jahren in Zürich verstarb. In seiner fast sechzigjährigen Karriere ließ Keel annähernd 6000 Bücher verlegen. Viele davon machten sich aus dem Zürcher Stammhaus auf zu weltweitem Erfolg, so wie beispielsweise Patrick Süskinds Mörder-Geschichte "Das Parfum" oder Bernhard Schlinks kürzlich mit Kate Winslet, Ralph Fiennes und David Kross verfilmter Roman "Der Vorleser".

Harte Anfangszeit

Gegründet hatte Keel Diogenes bereits 1952 als Einmannunternehmen. Sein Jugendfreund Rudolf C. Bettschart kam zwei Jahre später dazu und kümmerte sich zuerst ehrenamtlich um die Buchhaltung. 1961 stieg er hauptberuflich ins Unternehmen ein. Die Anfangszeigt des Unternehmens war von mäßigem Erfolg geprägt und Mitte der 1960er Jahre schrammte man nur haarscharf am Konkurs vorbei. Doch das sollte sich mit dem Wechsel des gesellschaftskritischen Deutschen Autors Alfred Andersch zu Diogenes 1967 schlagartig ändern. Sein Roman Efraim setzte sich an die Spitze der Spiegel Bestsellerliste und bescherte dem Verlag Startauflage von 50.000 Stück.

Belletristik mit Anspruch

Im Anschluss schaffte es Keel immer wieder seinen Riecher sowohl für große Literatur, als auch für hochklassige Belletristik zu beweisen. Zeitgenössische internationale Starautoren wie Paulo Coelho, Patricia Highsmith oder Donna Leon standen ebenso in seinem Programm wie Klassiker vom Zuschnitt eines Lew Tolstoi oder Gustave Flaubert.
Lebenslange berufliche Beziehungen aber auch private Freundschaften verbanden ihn auch mit dem Schweizer Dramatiker Friedrich Dürrenmatt sowie dem kürzlich verstorbenen deutschen Multi-Künstler Bernhard-Victor Christoph Carl von Bülow, bekannt als Loriot.

In seiner Karriere machte Keel Diogenes mit einer Gesamtauflage von 200 Millionen Exemplaren zum größten rein belletristischen Verlag Europas. Sein Erfolgsgeheimnis dabei war denkbar einfach, wie er einmal in einer Verlagschronik erklärte: "Ich teile alle Werke in zwei Sorten ein: solche, die mir gefallen, und solche, die mir nicht gefallen. Ein anderes Kriterium habe ich nicht."

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