Kultur – Musik

Dillon

Dillon

3. Mai 2011 • Musik2 Kommentare zu Dillon

In Zeiten von Myriaden von Musikmagazinen in Print-, Radio- und Blogformat, von Homestudioware, die eine schier unendliche Anzahl von Hobbymusikern und D.I.Y. YouTube Stars hervorgebracht hat, und Musikgenres, die in ihrer Ausgliederung an die Linné’sche Taxonomie erinnern, ist es ein Ding der Unmöglichkeit geworden, sich einen Überblick über die kontemporäre Musikszene zu verschaffen. Im Prinzip lebt man von gut gemeinten Musikratschlägen und „dem neuesten heißen Scheiß“ der unter der Hand verhandelt wird. Genau so ein Tipp ist Dillon.

Dillon heißt mit bürgerlichem Namen Dominique Dillon de Byington. Allein der Name ist Musik in den Ohren, er zergeht regelrecht auf der Zunge. Dillon ist eine gerade mal 21jährige Kölnerin, die es nach Berlin verschlagen hat und deren Name man sich unbedingt merken sollte. Dillon ist eine der wohl beeindruckendsten Musikerinnen der letzten Jahre, die mir in meinen musikalischen Streifzügen durch die unendlichen Weiten des www untergekommen ist.

Liebe auf den ersten Klick

Wie ich über Dillon gestolpert bin weiß ich gar nicht mehr, vermutlich war es ein Facebook Posting einer meiner musikaffinen Freunde auf Facebook. Man wird ja tagtäglich zugespamt mit eben jenen gut gemeinten Musiktipps, die irgendjemand in die Welt hinaustragen möchte, manches hört man sich an, vieles vergisst man sofort wieder. Und ganz wenig bleibt hängen. Mit dem Video von Dillon ging es mir so. Vermutlich weil ihre Musik so reduziert funktioniert, ein Klavier und ihre Stimme. Man ist so überladen mit ausgeklügelten Beats, komplexen Melodien dass es manchmal reicht, dass eine Stimme, wie Dillons, einen plötzlich innehalten lässt. Und zwar nicht professionell im Studio aufgenommen, sondern mit der Videofunktion am eigenen Mac. Die Qualität ist denkbar schlecht, es rauscht und knistert, der Sound lässt vorne und hinten zu wünschen übrig, normalerweise hätte ich das Fenster geschlossen. Wäre da nicht das Metronom und Dillons Stimme gewesen. Dillon singt mit ihrem Song„Thirteen Thirtyfive“ und einem Metronom bewaffnet gegen Jens Lekmans „Pocketfut of Money“ an. Mehr nicht. Aber das mit einer Intensität und Direktheit, die mich bis heute staunen lässt.

If you don’t dance I don’t sing

In eine Schublade kann man Dillon nicht stecken, eine Genre-Etikettierung ist unmöglich. Neben ihrem Klavierspiel und ihrer enigmatischen Stimme macht Dillon dann nämlich wieder Tracks mit treibenden HipHop-Beats und minimalistischen Techno-Rhythmen begleitet, die aus ihrem Laptop kommen. Tracks, die so konträr sind zu dem fragilen Klavierspiel und sich dennoch nie im Weg stehen.

Dillon. Poetische, schöne Texte mit liebevollen Wortspielerein. Gesungen mit einer eindringlichen, ungewöhnlichen und charismatischen Stimme. That’s all. Also, den Namen unbedingt merken. Denn aus ihr wird noch was ganz ganz Großes, da bin ich mir sicher.

Dillons EP „Ludwig“ kann man übrigens auf iTunes kaufen, ihr erstes richtiges Album kommt auch bald, das genau Release Datum wird noch auf ihrer Homepage bekanntgegeben. 

Laura Windhager

Über das Leichte und das Schwere. Zwischen Kulturpessimismus und Poputopien.

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2 Antworten auf Dillon – Verstecken

  1. brandstetter sagt:

    .
    hell yeah

  2. anne sagt:

    omg
    omg <3

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