Lifestyle – Skurriles

övp wahlplakate

Die skurrile Plakat-Kampagne der ÖVP im Wien Wahlkampf

13. September 2010 • Skurriles

Wir haben uns auf die Suche nach dem besten Wahlplakat im Wiener Wahlkampf begeben und einen wenn auch subjektiven, aber eindeutigen Sieger gekürt. Ein Wahlplakat der ÖVP schlägt wirklich alles bisher Dagewesene. Anstatt ihre eigene Kandidatin an prominenter Stelle auf einem Plakat zu platzieren, wird der amtierende Bürgermeister im Großformat quer über den ganzen Stadtraum plakatiert. Noch interessanter ist die Art der Darstellung des Gegenkandidaten, dieser wird nämlich nicht demontiert und in einer unpässlichen Form ins Bild gesetzt, sondern dynamisch und mit „frischem Wind“ im Haar gezeigt.

Bei der Betrachtung des besagten ÖVP Wahlplakates ist man sich im ersten Moment gar nicht sicher ob es von der ÖVP oder der SPÖ stammt. Wenn Michael Häupl mit dem Text „frischer wind für wien“ beworben wird könnte man ja im Normalfall davon ausgehen, dass es sich hier um ein SPÖ Plakat handelt. Der Aha-Effekt bleibt auch dann aus, wenn man das Folgeplakat mit Christine Marek, in dem sie als neues Gesicht der Stadt beworben wird, mit einbezieht.

Netterweise kommt Häupl auf den Plakaten der ÖVP in jugendlicher Frische daher. Im Gegensatz zu der Plakatserie der SPÖ, welche den Bürgermeister realistischer darstellt. Die Plakate der SPÖ lassen überhaupt einiges zu wünschen übrig, wenn man an Layout, Farbabstimmung und Darstellung des Kandidaten denkt. Der Bürgermeister hat sich im Übrigen schon höflich für die Gratiswerbung bei der ÖVP bedankt.

Die ÖVP Kampagne lässt folgende Schlussfolgerungen zu:

A) Die ÖVP hat dieses Mal auf einen eigenen Kandidaten verzichtet, weil es günstiger kommt den amtierenden Bürgermeister zu unterstützten, oder weil man die Hoffnung schon aufgegeben hat, dass die Spitzenkandidatin Christine Marek die Wahl gewinnen kann.

B) Als Verfechter von Verschwörungstheorien könnte man auch von kriminellen Machenschaften ausgehen. Vielleicht wurde ein Pakt zwischen SPÖ und ÖVP geschlossen in dem Wien der SPÖ überlassen werden sollte und die ÖVP dafür vielleicht ihre Pläne für die Lehrerreform umsetzen darf. Aber auch das erscheint auf den zweiten Blick eher unrealistisch.

C) Damit kommen wir zur dritten eher langweiligeren aber wohl realistischeren Einschätzung. Das beauftragte Grafikbüro dachte wohl es wäre sehr innovativ den Gegenkandidaten zu plakatieren und dann im zweiten Teil „das neue Gesicht für Wien“ – Christine Marek zu präsentieren. Nachdem die Spitzenkandidatin vorrangig auf den Dreiecksständern wieder zu finden ist, geht sie im Vergleich zu den großen Plakaten unter.

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