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(c) Max Hrusa
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Die größten Wiener Bau-Fails

7. Juni 2012 • Skurriles1 Kommentar zu Die größten Wiener Bau-Fails

13 Jahre später: Der Skylink – pardon, Check-in 3 – nimmt ganz offiziell den Betrieb auf. Wir begrüßen ihn mit einer Shitlist der größten Wiener Bau-Fails.

Dass dieser Tag einmal kommen würde, das hätten viele Leute wohl gar nicht mehr geglaubt. Aber es ist wirklich so weit, das Projekt, das sein Budget mehr als nur ein bisschen überzogen hat und ein einzigartiges Beispiel für Chaos, Korruption und Kopfzerbrechen geworden ist, fertig nun alle Austrian Airlines Passagiere ab, so wie einige Star Alliance Airlines. Ironisch ist dabei auch die Tatsache, dass Austrian Airlines derzeit nicht gerade ein strahlendes Beispiel für einen funktionierenden Betrieb ist, aber soweit wollen wir gar nicht gehen. Lieber sehen wir uns in der Chronologie der Wiener Bau-Fails um und haben für euch eine Liste der wohl katastrophalsten Wiener Bauvorhaben zusammengestellt. Auf Schönheit wird hier nicht geachtet, eine Liste der größten Wiener Architekturverbrechen findet ihr hier

Wasserbecken und Springbrunnen – Schloss Schönbrunn 

Platz fünf geht an die Wasserbecken im Schlossgarten von Schönbrunn. Einer der ältesten Wiener Bau-Fails, nämlich finden wir uns hier im 18. Jahrhundert wieder. Ein gewisser Hetzendorf von Hohenberg gestaltete den Park neu, nämlich auf Auftrag von Maria Theresia. Erst nach Fertigstellung der Wasserbecken und Springbrunnen im Schlossgarten von Schönbrunn stellte sich heraus, dass der Wasserbedarf der Bassins und der Brunnen nicht gestillt werden konnte. So wurden zwölf bereits gegrabene Brunnenbecken wieder zugeschüttet.

Riesenradplatz  

Das Bauprojekt "Prater Vorplatz" war ebenfalls nicht von Erfolg gesegnet. Statt 32 Millionen Euro verschlang das wahnsinnig schöne Vorhaben (/ironie), und somit fast das doppelte des Budgets, dazu kommt noch Pfusch, unbezahlte Rechnungen, Zivilklagen und der absoluten Klassiker: Zweifel an einer unabhängigen Vergabe des Bauauftrags. Zumindest wurde er verwirklicht, der Riesenradplatz, und somit landet er auf unserem Platz 4. 

Stadthallenbad 

Die Stadthallenbad-Sanierung verkommt zur Never Ending Story, gespickt mit unterhaltsamen Anekdoten rund um Korruption, Pfusch und lachhafter Statik. Schon kurz nach der Eröffnung 1974 musste das Bad neu saniert werden, teuer wurde es auch in den 80er Jahren und schlussendlich 1996, für fast 9 Millionen Euro wurde in den 90ern saniert. Immerhin befinden wir uns mittlerweile in der vierten Sanierungsphase, die eigentlich im Februar 2012 enden sollte. Eigentlich, denn wann das Stadthallenbad wieder eröffnen kann, weiß dank mangelhafter Fließenarbeit keiner so genau. Unverhältnismäßig hohe Kosten, Streitereien und eine Chronologie des Fails befördern das Stadthallenbad auf unseren Platz 3. 

Allgemeines Krankenhaus 

Zu den größten Bauskandalen Österreichs gehört definitiv die Affaire rund um das neue AKH. Ein Dschungel aus Schmiergeld, Korruption, Bestechung und parteipolitischen Verstrickungen machen die Entstehungsgeschichte des AKHs zu einem wahrhaften Krimi. Der Klotz am Gürtel wurde schon in den 50ern beschlossen, in den 70ern in Angriff genommen und quasi in Lichtgeschwindigkeit bis Mitte der 90er fertig gestellt. Satte 3,3 Milliarden Euro flossen in den Bau bzw. ins Brieftascherl, und somit landet das AKH auf Platz zwei unserer illustren Liste. 

Skylink

Man könnte zwar argumentieren, dass das AKH politisch brisanter und auch teurer war, aber das aktuelle und vergangene Tamtam um den Skylink bzw. Check-in 3 hat uns in den letzten Jahren so viele Seufzer beschert, dass der Platz 1 eindeutig dem Flughafen Wien gehört. Der Skylink fasst alles zusammen, was bei einem Großprojekt nur schief gehen kann: Das Budget wurde um ca. 100% überzogen, die Eröffnung satte vier Jahre nach hinten verschoben, eine endlose Liste an Baumängeln, parteipolitische Verstrickungen, sowie Untersuchungen durch den Rechnungshof, Probleme mit der Vergabe des Auftrages und 160 Meter Aktenordner, gewidmet der "Causa Skylink". Wir wünschen uns eine Verfilmung der Skylink Saga, inklusive Österreichs Kabarett-Prominenz. 

Es bleibt nur noch zu sagen: Viel Erfolg Skylink, wir hoffen, du warst es Wert – bezweifeln es aber. 

Bild: (c) Max Husra

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Eine Antwort auf Die größten Wiener Bau-Fails – Verstecken

  1. Willi sagt:

    akh my #1
    die kosten des akh´s wurdens mit 2-4 milliarden schilling veranschlagt, am ende waren es um die 50 milliarden… skylink war ein beachtlicher fail, aber die kosten über 1000% zu übersteigen müssten meiner meinung nach schon für platz eins reichen!

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