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Die Schlagzeilen der Woche.

22. Oktober 2011 • Skurriles2 Kommentare zu Die Schlagzeilen der Woche.

Viele Schlagzeilen gab es diese Woche: Gadaffi wurde erschossen, Ashton Kutcher zum dreißigsten Mal beim Fremdgehen erwischt, irgendjemand hat es bei der Großen Chance in den Recall geschafft und Bode Miller überlegt seinen Rücktritt. Es gab aber auch andere Ereignisse, bei denen stadtbekannt nicht drumrum kommt, sie zu kommentieren.

Kapellari will Geldstrafe für Zölibatsbruch.
Bereich: Kirche / Obskures.

Eine neue Art des Geschäfts mit der Liebe hat der Grazer Bischof Egon Kapellari vorgeschlagen. So sollen sündig gewordene Priester, die sich dem Liebesspiel hingegeben und somit mit Schuld vollgepatzt haben, eine selbst festgelegte Geldstrafe bezahlen, um von dieser großen Schuld zu befreit werden. „Eine Geldstrafe die beinahe wehtut“ sollen die Priester begleichen – schließlich ist Freude am Schmerz und Selbstgeißelung ein beliebter Zeitvertreib des Hauses. Parallelen zum Ablasshandel – vor einigen Jahrhunderten konnte man den Klerus noch mit einer kleinen monetären Aufmerksamkeit ob der eigenen moralischen Unzulänglichkeiten milde stimmen – sieht Kapellari nicht im Geringsten. So sei das Ziel einer solchen Strafe, wieder leichter atmen zu können. Also quasi den Stein vom Herzen wegzubezahlen – ein Schelm, wer hier dennoch Parallelen zum Ablasshandel sieht!

Kurier-Chefredakteur Helmut Brandstätter will Studiengebühren und Strafen für Bummelstudenten.
Bereich: Was Chefredakteure machen, wenn sie gerade nicht mit Wolfgang Fellner streiten.

Manchmal, wenn dem Kurier-Chefredakteur Dr. Helmut Brandstätter langweilig ist, weil er sich gerade einmal nicht mit Wolfgang Fellner wegen irgendetwas streitet (kommt selten vor, passiert aber durchaus) dann sagt er relativ kluge Dinge zum Thema Universität und Studiengebühren und bekommt dafür dann, völlig unverständlicherweise, Kritik. Von Robert Menasse zum Beispiel, der der unfassbaren Meinung (wieviele dieser, wie heißen die nochmal, Gutmenschen) ist, dass Bildung frei und für alle zugänglich sein sollte. Das findet aber Brandstätter, der – wie Menasse schreibt – ja selbst achtzehn Semester gratis studiert hat, nun wirklich nicht und möchte auch etwas gegen Bummelstudenten tun. Studiengebühren kommen, wenden wir uns wichtigerem zu, schreibt Brandstätter. Zum Beispiel, dass wir die Unis wie Betriebe führen müssen. Und weil man als Student ja auch sonst keine Kosten, angefangen bei Skripten bis hin zur Monatsmiete hat, das Geld auf Bäumen wächst und Bildung kein Allgemeingut sein darf: ein Schelm, wer Brandstätter nicht Recht gibt!

Steve Jobs war bisweilen ein Arschloch.
Bereich: Blasphemie.

Nach dem Ableben von Apple-Mitgründer Steve Jobs wartet die Welt gespannt auf seine demnächst erscheinende Biographie. Nachdem das appelianische Konzil nach dem Ableben des Charismatikers eine sofortige Heiligsprechung in die Wege leiten will, ähnlich wie nach dem Ableben von Papst Johannes Paul des Zweiten oder dem Kärntner Landeshauptmann Dr. Jörg Haider, tauchen jetzt immer ärgere Details über den stets im schwarzen Rollkragenpulli auftretenden Jobs: so sei der Mann, der einen internationalen Topkonzern geleitet hat und den Android in einem thermonuklearen Krieg vernichten wollte, auch manchmal genervt, grantig, unfreundlich, unzugänglich und geizig gewesen. In der Riege des Heiligen ins Grab nachpinkeln ungefähr in einem Atemzug mit „Che Guevara hat nicht immer gut gerochen“ oder „Es war gar nicht Kurt Waldheims Pferd, das bei der SA war“ zu nennen. Ein Schelm, wer da mit den Schultern zuckt!

Anti-Terror-Gesetz stößt auf Kritik
Bereich: Brave New World

Als Erweiterung der Befugnisse der Polizei und Angriff des Rechts der Privatsphäre von Bürgern wird das neue Anti-Terror-Gesetz zu Unrecht kritisiert. Weil sich Terroristen Anschläge prinzipiell via Mobiltelefon ausmachen, ist die Maßnahme der Telefonüberwachung eine perfekte. Eine andere Möglichkeit wäre die Methode, die Kakao-Ikone Benco (zu sehen in einem archaischen Werbespot) erfand: einfach zur Wohnung der Schurken fahren, Glas Kakao trinken, leeres Glas mit offenem Ende an die Wand halten und Ohr ans andere Ende halten – man erfährt sofort die exakten Details des nächsten Coups. Mit Facebook-Apps wie Foursquare teilt man der Welt in Real Time ohnehin liebend gerne mit, in welchem Restaurant man gerade ist, während man wiederum während Statusmeldung darüber informiert, ob man sich für die Spaghetti oder doch für eine Carbonara entschieden hat und auch sonst schmeißt man mit seinen Daten wild um sich – so ein bisserl unfreiwilligen Kontakt mit der Staatspolizei (man fühlt sich auch gleich sicherer beim Telefonieren) ist noch kein Malheur Ein Schelm, wer hier an Aldous Huxley denkt!

Eine Ehrennennung verdient die Friseurin, die bei der Arbeit unabsichtlich auf einen Kunden geschossen hat. Mehr News nächste Woche.

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2 Antworten auf Die Schlagzeilen der Woche. – Verstecken

  1. Karin Leeb sagt:

    Der Präsident
    ist mit dem fallschirm abgesprungen, war auch eine faszinierende Meldung der Woche.

  2. martha sagt:

    die kategorie finde ich sehr gut!
    Steve Jobs war bisweilen ein Arschloch.
    Bereich: Blasphemie. 😉

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