Lifestyle – Skurriles

Der Schrei

Die Papermoon-Dystopie: wer gewinnt die Songcontest-Vorausscheidung?

24. Februar 2012 • Skurriles5 Kommentare zu Die Papermoon-Dystopie: wer gewinnt die Songcontest-Vorausscheidung?

Heute Abend geht die Vorauswahl für den österreichischen Songcontest über die Bühne. Stadtbekannt stellt sich diverse Szenarien vor und analysiert, was geschehen würde.

1. Die Papermoon-Dystopie.

Wie es dazu kommt:

Die Tante Ernas und Diddlmaus-Romantiker dieses Landes sind doch schneller an den SMS-Tasten als alle anderen, und wählen ihre Lieblinge – deren Lieder immer so hell in Kaufhäusern und Parfümerien erklingen – auf Platz eins. Ein sanftes Schlummermärchen von einem Lied gewinnt, vom Vigilanzfaktor vergleichbar mit der Einnahme von 3 Packungen Neocitran und einer dazu gerauchten Haschischzigarette.

Wie es dann weitergeht?

Christof Straub und Edina Thalhammer fahren tatsächlich nach Baku, belegen einen durchschnittlichen Platz und werden zuhause wie Helden gefeiert. Dolezal und Rossacher machen eine Dokumentation über Papermoon, in der auch Markus Spiegel zu Wort kommt und sagt, dass er Falco entdeckt hat.

Was Österreich passieren wurde:

Papermoon kündigen ihre neue Single, eine Neuaufnahme von Frére Jacques (mit Annett Louisan und Katrin Lampe als Background Chor und Christian Kolonivits als Streicherarrangeur) an und ihr dazugehöriges Album (Arbeitstitel: „Musik die klingt wie ein altes Sackerl Früchtetee“) geht auf Platz 1 der Charts. Die Romantikbewegung der seichten Lagerfeuergitarren-Bands erlebt eine Renaissance und wird weit über die Landesgrenzen als „Vierte Wiener Schule“ bekannt. Und wieder ist unser Land ein Stück mehr Musikantenstadl geworden.


Herr vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun…

2. Das Interregnum der Wurst

Wie es dazu kommt?

Es wäre gar nicht einmal so verwunderlich. Frau Wurst ist ja eine schillernde bärtige Diva, und wenn man vergisst, dass ihr Song eine durchschnittliche Schmonzette ist und bedenkt, dass es sich beim Songcontest ohnehin nicht um Songs dreht, ist Frau Wurst, die sich damals noch unter dem Namen Tom Neuwirth mit Nadine Beiler in Starmania maß, eine denkbare Kandidatin, die uns mit Sicherheit einen Platz in den hinteren Rängen sichern könnte!

Wie es dann weitergeht?

Es gibt einen Wurst-Overload, der Bart wird bei Frauen modern und auch Doris Golpashin und Mirjam Weichselbraun moderieren fortan nur noch mit Gesichtsbehaarung. Michael Tschugnall versucht, inspiriert von der Wurst-Historie, ebenfalls ein Comeback, ebenfalls als Frau (Name: Helene Amore), wird aber als medialer Trittbrettfahrer denunziert und gründet mit Manuel Ortega eine Selbsthilfegruppe. Und irgendwas wird Richard Lugner auch machen.

Was Österreich passieren würde:

Nichts, vor dem man sich besonders fürchten müsste. Wird schon vorrüber gehen!

3. Der Cottriall-Sieg

Wie es dazu kommt?

Ehrlich: wir wissen es nicht, wie es dazu kommen könnte. Nehmen wir einfach an, es geschieht und James Cottriall wird mit seiner Allerweltsnummer zum Sieger erkoren, quasi als buddhistischer Mittelweg zwischen etwas total hassen müssen und etwas toll finden. Zwischen Leiden und Glückseligkeit. Oder eher: als Zelebrierung der Konturlosigkeit? James Cottriall ist ein wenig der Heinz Fischer der Teilnehmer: er würde nie jemandem etwas zu leide tun wollen, er grinst höflich und klar ist er ein bissi langweilig: aber besser noch als die restlichen Schlawiner.

Wie es dann weitergeht?

Er fährt hin. Er tut keinem weh. Er lächelt nett und trällert sein Liedchen. Er bleibt keinem in Erinnerung, ist aber auch niemandem böse.  Belegt einen Platz, irgendeinen.Dann fährt er heim.

Was Österreich passieren würde?

Ähnlich viel, wie wenn in China das sprichwörtliche Rad umfällt. Also Vernachlässigbares. Man würde ihm einfach auf die Schulter klopfen, wenn man ihn sieht und sagen: „Ist nicht so schlimm, hombre. Ist ja nix passiert“.


Is nicht so schlimm, James. Is ja nix passiert.

4. Die Invasion der Blockstars

Wie es dazu kommt?

Die Leute haben Angst, weil Sido und seine Hood ihnen gedroht haben. Auch, wenn vorab kein Schwein jemals einen Ton gehört hat, hat man den früher maskierten Megaseller schon mal als Kandidat gewählt. Der einzige, der uns helfen hätte können, wäre Michael Promilée, pardon, Jeanée, aber selbst der war machtlos. Sido schickt also seine Rapper hin.

Wie es dann weitergeht?

Wir machen einen beherzten letzten Platz, Thomas Forstner gratuliert via Telegramm, Dolezal und Rossacher machen eine Dokumentation über österreichischen Rap, in der auch Markus Spiegel zu Wort kommt und sagt, dass er Snoop Doggy Dogg entdeckt hat. Sido wird neuer Moderator von Dancing Stars, und Alexander Wrabetz verspricht uns eine Neuauflage von Blockstars, diesmal moderiert von Peter Rapp.

Was Österreich passieren würde?

Bushido bekommt das goldene Ehrenzeichen der Stadt Wien, MC Strache macht gemeinsam mit Dj Kickl-Kicks eine Rapplatte und eine posthume Veröffentlichung von Falco namens „Wer den Hiphop wirklich erfand“ produziert von Thomas Rabitsch geht auf Platz der 1 der Charts.

, , , , , ,

Weitere Artikel

5 Antworten auf Die Papermoon-Dystopie: wer gewinnt die Songcontest-Vorausscheidung? – Verstecken

  1. Sandra sagt:

    Ein Sieg von Papermoon
    wäre wirklich das schlimmste auf der Welt.

  2. Lalo sagt:

    Der Titel
    Die Papermoon Dystopie. Was für ein Titel. Schlimemr fände ich persönlich nur einen Sieg von Trackshittaz, man wäre das peinlich.

  3. Magdalena sagt:

    Wie ein Kabarett
    Ich weiß nicht, ob ich gerade Tränen gelacht hab, wegen des Artikels; oder doch angesichts dieser traurigen Kandidaten geweint.

  4. pay per moon sagt:

    hahhahaa
    großartig. Wenn Papermoon gewinnt, dann ist das wirklich ein Zeichen, dass die Apokalypse nicht mehr weit ist. Was für eine Scheißband!

  5. buschiiiido sagt:

    !
    Ein Szenario grausamer als das andere, aber ich geb schon recht: Peppermoon wäre grausam

Kommentieren

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

« »