Die Leopoldstadt oder die „grüne Lunge“ Wiens.

25. August 2012 • 2. Leopoldstadt, Grätzltipps

Im nächsten Teil unserer Grätzlrunde wollen wir euch die Leopoldstadt vorstellen…

Kein anderer Bezirk Wiens ist derart flächendeckend mit Grünflächen überzogen wie die Leopoldstadt – bis auf wenige Flecken dichterer Besiedlung um den Praterstern, das Stuwerviertel und das Karmeliterviertel erstrahlt der Stadtplan dort, wo sich der 2. Bezirk erstreckt, vor allem im saftigem grün. Und mit der Anbindung an die U2 vor zwei Jahren ist er nicht bloß auf der Karte, sondern auch in der Realität an das Zentrum der Stadt näher herangerückt.

Prater
Den Grünflächen entsprechend umfangreich ist auch die Anzahl der Freizeitmöglichkeiten an der frischen Luft: Angefangen von einer ausgedehnten Radtour auf der Prater Hauptallee, einem Bootsausflug über das Heustadlwasser, ein natur belassener Rest des Donaukanals, bis hin zu einem Fußballspiel auf der Jesuitenwiese oder einem entspannten Picknick auf einem der unzähligen Plätzchen, die trotz zahlreicher Naturliebhaber quasi noch immer unentdeckt sind.

Gut kombinieren lässt sich natürlich ein Besuch des Grünen Praters mit seinem lustigen Bruder, dem Wurstelprater (wer Hunger auf etwas Deftiges bekommt, am südlichen Ende des Wurstelpraters befindet sich der Geniestreich „Zum Wurstelbrater“), der nicht nur seiner Autodrome wegen einen Ausflug wert ist – verschiedene Altersklassen und Kulturen, Einheimische und Touristen vermischen sich hier zu einem einzigen, kindlich faszinierten Ausdruck.

Wen anschließend ein knurrender Magen plagt und wem erwähnter „Wurstelbrater“ dann eventuell doch etwas zu dubios erscheint, der findet in der Estancia Santa Cruz an der Hauptallee neben einem riesigen, schattigen Gastgarten ausgezeichnetes mexikanisches Essen und Cocktails.

Des nächtens locken hier vor allem Pratersauna und Fluc mit vielfältigem Party- und Konzertprogramm und werten die ansonsten an Ausgehmöglichkeiten recht ärmlich bestückte Leopoldstadt um zwei soziale Treffpunkte auf, wobei in lauen Nächten besonders die Pratersauna mit Pool, Garten, Hollywoodschaukeln und DJ auf der Terrasse einen Besuch wert ist.

Mexikoplatz
Der Mexikoplatz alias der größte Schwarzmarkt Wiens und Kulturenschmelztiegel stellt den wohl skurrilsten Platz des Bezirks dar. Neben älteren, mit Vorliebe Backgammon spielenden Herrschaften auf Parkbänken rund um die Mexikokirche findet man hier alles, was das Herz begehrt – und wahrscheinlich noch mehr. Bis vor wenigen Jahren noch von Waffen- und Zigarettenschmuggel dominiert, reiht sich am Mexikoplatz noch immer ein beeindruckend billiges Allerlei- bzw. Alles-Geschäft an das andere. Nicht nur erwerben kann man viel, der Plan funktioniert teilweise auch umgekehrt: Dein altes Handy liegt verstaubt im Regal und du brauchst es nicht mehr? Mach es hier zu Geld!

Karmeliterviertel
Wenige Minuten vom Stadtzentrum gelegen befindet sich das Karmeliterviertel. Erst seit kurzem vom eher biederen Grätzl zum Szeneviertel mit Restaurants, Bars und Ateliers aufgestiegen, lässt es sich in dem von Augarten, Taborstraße, Donaukanal und Unterer Augartenstraße begrenzten Viertel gut den Tag verbringen. An besonders schönen Tagen trotzen einige kleinere „Strand-Cafès“ am Donaukanal der auf der gegenüber liegenden Seite befindlichen Übermacht „Herrmann“, entspannen lässt es sich aber auch beim Besuch des von Biedermeierhäusern gesäumten Karmelitermarktes, der mit Bioläden, Kebab-Ständen, dem georgischen Restaurant Madiani und einem koscheren Fleischhauer aufwarten kann.

Im Gasthaus Schöne Perle können neben klassischer Hausmannskost auch etwas ausgefallenere vegetarische Speisen und an den Wochenenden verschiedene Frühstückskreationen geschlemmt werden. Vorsicht beim Frühstück! Trotz geraubter Spontaneität ist eine Reservierung ratsam, der Besuch der Schönen Perle zu diesem Zwecke ist recht begehrt.

Die Pizzeria Mari stellt eine ausgezeichnete Alternative zur nur wenige Minuten entfernten Schönen Perle dar. In minimalistischem und dennoch ansprechenden Ambiente genießt man am besten eine vom neapolitanischen Pizzabäcker kreierte, mit Büffelmozzarella und frischem Rucola belegte Pizza aus dem Holzofen und dazu einen Bio-Holundersaft.

Abends lohnt sich abschließend ein Abstecher ins mexikanische Lokal Pancho: Täglich drei Stunden Happy Hour auf alle Cocktails, deren es unzählige gibt, verleiten zu einer späten Nachtruhe. .


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