Kultur – Musik

Freischwimma

Die Freischwimma: FS1. Das neue Album.

26. Mai 2011 • Musik

FS1 heißt das neue Album der Freischwimma rund um Sänger, Gitarrist und Songschreiber Florian Kargl, sowie weiland das österreichische Fernsehprogramm, als uns ab einer gewissen Uhrzeit noch das selige Testbild entgegenlächelte. Gemeinsam mit Alexander Lausch, Alexander Würrer und Marc Bruckner bildet Kargo das eigentlich im Waldviertel angesiedelte Kollektiv, das via dem Label und mittlerweile auch Kunstverein LiMuPic ihren aktuellen Longplayer releast hat.

Rudern! Wenn du glaubst, dass es ohne rudern geht: da hast du dich getäuscht, amigo. So ungefähr gleich die FS1 eröffnende Kampfansage: ruadern, ruadern, ruadern. Wer leben will, muss rudern – sonst geht nix weiter, sonst bleibt man stehen. Wäre nicht da auch noch das verlockende savoir vivre auf der anderen Seite. "Schau da gibt’s Bananeneis, a so vü guates Bananeneis", heißt es sehnsüchtig, augenzwinkernd und alltagsmetaphorisch. Wenns leicht geht, bring ihm doch eins mit von der anderen Seite dort – aber er, und das schreit er dann schön raus, muss ruadern.

Marina, mehr Raggae!

Das eingängige "Johnny" besticht dann mit sommerlicher und verliebter Leichtigkeit. "Leg ma uns a Plattn auf, was Wildes und was Schönes". Ohne Rücksicht auf Verluste, locker aus der Hüfte – und dazu ein bisschen Whiskey. Ungefähr ähnlich lebensfroh, allerdings ein wenig anzüglicher geht es auch bei "Marina" zu: wie wär’s mit einem Raggae? Done that, im Offbeat wird der passend zum maritimen Namen die holde Marina besungen und auch gleich beherzt zum "ra-ta-ta-ta-ta", gelinde gesagt, aufgefordert. Ein wenig offensiv, aber augenzwinkernd und zum Teil auch obskur. Hauptsache Raggae, Marina.

Melancholisch wird’s beim sinnierenden "Vom Seil": –von Momenten, wo sich alles im Kreis dreht, der Protagonist als irrender, blinder Passagier. "Vü zu lang spiel i do den Clown für Euch / dem sag ich auf Wiedersehen / weu i mi schleich". Nicht ohne am Ende trotzdem zu wissen: "am Ende gehts immer weiter".

Ruadan!

Überhaupt geht’s um FS1 um die unendlichen Themen: die Liebe, die gesuchte Leichtigkeit und die oft gefundene Melancholie. Um Autos und um Mädchen, um Minibars, Kastanienbäume und den Mond. Um’s nach Vorne schauen, ums manchmal zurückwollen.

Und um’s rudern. Rudern, rudern, rudern. Weil auch wenn sie am Ende mit ihm im Auto sitzt und alles nicht mehr weh tut: am Ende das Tages bleibt das Rudern. Schönes, zuversichtliches Album einer originellen Band.

Tracklist:
1. Ruadan
2. Johnny
3. Marina
4. Vom Seil
5. A Tog im Grünen
6. Wogn
7. Schweinsbrotn
8. Unter De Kastanienbam
9. Noanfreiheit
10. Letzter Schluck
11. A Liad Fia Di und Mi

Markus Brandstetter

Geschichten rund um den Song Noir. Von strauchelnden Protagonisten, Mythen und Mixtapes.

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