Lifestyle

Opernball

Der Wiener Opernball – Langeweile in Hochkultur

4. März 2011 • Lifestyle4 Kommentare zu Der Wiener Opernball – Langeweile in Hochkultur

Eine Frage, die wir uns an diesem Abend stellten: Wo bleiben Elmayer, Holender und Lugner, wenn man sie braucht?

Schließlich lebte der Wiener Operball in den letzten Jahren von den kleinen und größeren Skandalen, welche die verstaubte Veranstaltung etwas auflockerten. Als Unterhaltung geblieben sind dem Zuschauer dieses Jahr nur noch Christoph Wagner-Trenkwitz und Karl Hohenlohe. Vielleicht war der Opernball ja vor 100 Jahren weltbewegend, heute bewegt er uns jedenfalls nur zum Gähnen. Die Veranstalter des Opernballs sollten auch mehr darüber nachdenken, wie man den Ball der Bälle fürs TV inszenieren könnte, vor allem da das erklärte Ziel von Desirée Treichl-Stürgkh ja auch die Österreich-Werbung ist.

Der 55. Wiener Opernball

Beim 55. Wiener Opernball waren 6.000 Gäste dabei. Dieses Jahr gab es gleich mehre Premieren, das erste Mal wurde der Opernball von den Wiener Philharmonikern eröffnet. Neu war auch, dass der eben ernannte Direktor des Staatsopernballets, Manuel Legris, selbst bei der Eröffnung mittanzte. Es war auch der erste Opernball seit längerem, der ohne Direktor Holender und damit auch ohne Aufregung um seine Person über die Bühne ging. An seine Stelle trat der neue Leiter Dominique Meyer. Statt dem polterndem Holender gab es also Gelassenheit, keine Skandale und das erklärte Ziel des Balls war, die großen Künstler in den Vordergrund zu bringen.

Dominic Heinzl, der mit seinen Englischkenntnissen im vergangenen Jahr für unfreiwillige Lacher sorgte, durfte heuer die Stars am Red Carpet nicht mehr interviewen. Ja, der rote Teppich vor der Oper wird Red Carpet genannt und soll den Ball wohl in eine Riege mit internationalen Großevents wie den Oscars, die Berlinale oder den Lifeball katapultieren. Statt Heinzl kam der ehemalige EAV Sänger Klaus Eberhartinger zum Einsatz, bei dem man sich immer wieder wundert, wie er einst die manchmal so feine Ironie der EAV Lieder drauf hatte. An seiner Seite moderierte Katie Bellowitsch, bekannt aus dem Kinderfernsehen. Internationale Kapazunder wie Roberto Blanco, Magic Christian, Toni Faber, Claudia Stöckl, Uwe Kröger oder gar Sandra Pires wurden um Wortspenden gebeten. Häufige Themen waren – wie kann es anders sein – die Wahl des Kleides, die Erwartungshaltung gegenüber dem Ball und die eigenen Tanzkenntnisse.

Am Red Carpet wurden auch bekannte Persönlichkeiten aus Funk und Fernsehen wie Anna Netrebko, der Vorarlberger Schauspieler Mike Galeli oder der international bekannte Pianist Lang Lang gesichtet. Auch Bob Geldorf kam als Gast von Oliver Prock dem CEO von Salus Alpha – alternative Investments. Der Künstler nutzte die Öffentlichkeit um für seine Spendenaktion für Afrika zu werben – und nebenbei auch für seine neue CD. Da es beim Opernball natürlich um die Künstler gehen soll, war Barbara Rett in der Oper eifrig unterwegs um SängerInnen, TänzerInnnen und viele andere KünstlerInnen zu befragen. Die Themen? Logisch: die Wahl des Kleides, die Erwartungshaltung gegenüber dem Ball und die eigenen Tanzkenntnisse.

Damit aber nicht genug, denn die Promis blieben natürlich nicht am Red Carpet, sondern begaben sich in die Oper. Dort mussten sie und die anwesenden PolitikerInnen originellerweise nach der Wahl der Kleider, der Erwartungshaltung gegenüber dem Ball und den eigenen Tanzkenntnissen befragt werden. Alfons Haider und Mirjam Weichselbraun, die einmal mehr bei der Wahl des Outfits und beim Make-Up verunglückte, erledigten diesen anspruchsvollen Job. 

Einige Highlights

Selbst bei einer so durch und durch gediegenen und langweiligen Veranstaltung wie dem Opernball, gibt es Highlights: Birigt Sarata ließ das Fernsehpublikum wissen, dass sie sich für eine Trendsetterin der internationalen Modeszene hält – wir bezweifeln jedoch, dass die internationale Modeszene das auch so sieht. Ein weiterer Höhepunkt: Bob Geldorf wagte ein Tänzchen mit Alfons Haider.

Wer beim Opernball keinen Orden trägt, muss sich irgendwie nackt fühlen. Kein Wunder, dass fast jeder Mann einen solchen präsentieren konnte. Selbst Michael Konsel hat offenbar einmal einen Orden (fürs Tore halten?) bekommen.

Blumen gibt es wie Orden am Opernball. Jedes Jahr hat ein Land die Ehre den Blumenschmuck zu sponsern, heuer war es Mauritius. Die Botschafterin ließ es sich nicht nehmen, darob etwas von der guten und freundschaftlichen Beziehung zwischen Österreich und Mauritius zu erzählen. Die Beziehung ist von der Intensität sicher vergleichbar mit der Städtepartnerschaft Castrop Rauxel – Ulan Bator.

Die Moderatorin der Herzen?

Mirjam Weichselbraun, eine engelsgleiche Erscheinung die Grace Kelly ähnelt. Es gibt nur einen kleinen Schönheitsfehler: immer dann, wenn sie den Mund aufmacht, kommen wenig intelligente Worte heraus. Sie versucht zwar mit ihrer mädchenhaften Art und „frechem“ Humor zu punkten, das geht aber leider immer wieder daneben.

Bestes Beispiel etwa als Alfons Haider zu ihr meinte: Und nun kommt der wichtigste Satz des Abends?
Mirjam Weichselbraun: Geh ma was trinken?
Alfons Haider: Ja, auch wichtig, aber… Darf ich bitten?

Besonders gelungen war auch ihre Frage an Lang Lang, was nun sein Vor- oder Nachname sei. Ein Schenkelklopfer im Staatsfernsehen, Wahnsinn. Mirjam, oh Mirjam…..

Der Bundespräsident ließ es sich nicht nehmen ihr mitzuteilen, dass an diesem Ball jedenfalls österreichisch sei, dass er in Österreich stattfinde. Auf ihre galante Frage, ob sie ihn in ihre Tanzkarte eintragen dürfe, reagierte er mit höflicher Ablehnung. Machte es aber mit einem kleinen Tänzchen schnell wieder gut.

Rummel um das Bunga Bunga Girl – Fehlanzeige

Der ORF hielt sich an die Vorgabe von Programmdirektor Wolfgang Lorenz, Frau El Mahroug „Ruby“ wenig Aufmerksamkeit zu widmen. Diese blieb für einen Lugner Ballgast erstaunlich lange und verhielt sich für einen Lugner Ballgast geradezu bemerkenswert unprätentiös. Richard Lugner konnte die Stunden in der Loge, die immerhin 17.000 Euro kostet, diesmal vielleicht recht unaufgeregt verleben.

Lugner würde allerdings gut daran tun, wieder einmal jemanden einzuladen, der auch ob seiner künstlerischen Talente und nicht nur auf Grund von Skandalen in den Medien bekannt wurde. Lugners Liste an eingeladenen Operngästen ist ebenso lang wie prominent, wobei der Ursprung ebendieser naturgemäß sehr unterschiedliche Wurzeln hat. Von Harry Belafonte, Joan Collins, Ivana Trump, Sophia Loren, Grace Jones, Sarah Ferguson, Raquel Welch, Faye Dunaway, Jaqueline Bisset und "Naddel“, Farrah Fawcett, Claudia Cardinale, Pamela Anderson, Andie MacDowell, Geri Halliwell, Carmen Electra, Paris Hilton, Dita von Teese, Nicollette Sheridan bis zu Dieter Bohlen waren sie alle da.

Lugner brachte immer ein wenig Glanz und den Hauch von Hollywood, natürlich meist gepaart mit einer guten Portion Skandal, zum Opernball. Dieses Jahr hat er es geschafft, sich selbst ins Aus zu katapultieren. Denn der geladene Gast mag zwar in der Yellow Press eine Eintagsfliege sein, konnte aber ansonsten nicht so wirklich großes öffentliches Interesse hervorrufen. Falls er sich selbst nicht noch mehr diskreditieren möchte, sollte er einige Zeit leiser treten und darüber nachdenken, wen er als nächstes einlädt. Wer in kennt weiß aber, dass er so einen Schritt wohl kaum in Erwägung ziehen würde. Interessanterweise wurde Lugner auch für seinen anderen Gast, Larry Hagman, keine Beachtung geschenkt. Die Berichterstattung im ORF kam dieses Jahr fast gänzlich ohne Lugner aus. Man könnte sagen, Boykott auf der ganzen Line – mit Ausnahme von Österreich und ATV wird es ruhiger um den bekanntesten Baumeister Österreichs.

, , , , ,

Weitere Artikel

4 Antworten auf Der Wiener Opernball – Langeweile in Hochkultur – Verstecken

  1. Mario sagt:

    Wütender Fehlerteufel
    Wer hat denn da den Fehlerteufel so massiv verärgert? Außerdem wer sollen diese Holländer am Ball sein?

  2. Clara sagt:

    @Mario
    Ich find die Voradelberger ja ganz lustig. Ob die mit dem Rad zum Opernball gefahren sind?

  3. stadtbekannt sagt:

    @clara @mario
    wir haben scheinbar gerade eine menge technischer probleme mit der seite. daher ist auch eine falsche artikelversion gespeichert worden. wir bemühen uns gerade alles wieder zum laufen zu bringen… tut uns leid!

  4. Felix sagt:

    Lugner is aus katapultieren?
    Neben der österreichischen und der deutschen Yellow Press, die eh imemr kommen, kam diesmal auch die italienische. So viel Aufmerksamkeit wie mit diesem Gast hatte er schon ewig nicht mehr. Aus meienr Sicht eine geniale Werbestrategie von Mörtl die heuer besser denn je aufgegangen ist.

Kommentieren

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

« »