Wien – Leben

Mops

Der Mops als urbanes „Modetier“

9. Juni 2013 • Leben

Wie der leider verstorbene Loriot in seinen besten Zeiten konstatierte, ist ein Leben ohne Mops zwar möglich, aber nicht sinnvoll. Da es dennoch einige Zeitgenossen gibt, die dieses Leben "ohne" führen, aber immer mehr "mit", ist ein Blick auf die sich selbst erfüllende massive Sinnfindung des Herrn von Bülow, alias Loriot, einen Blick wert. Immer öfter sieht man im Straßenbild Möpse und französische Bulldoggen, niedliche, etwas bis sehr kurzatmige Hunde. Was hat es sich mit dem Trend auf sich?

Nicht ganz fair ist gelinde gesagt jedes Hundeleben, das sich in einer Großstadtwohnung abspielt. Darum schert sich der Urban Trendsetter aber nicht, denn er hat ganz Anderes mit seinem Hundchen vor, als fair zu sein. Zunächst ist gerade der Mops und Spartenähnliches natürlich auch, wie jeder Hund, ein Abkömmling des Wolfs. Wer hätte das gedacht? Niemand, aber da die Welt sich in Hunde- und Katzenfreunde einteilt, sind Möpse, so unwölfisch sie sein mögen, eben auch mit hündischen Eigenschaften gesegnet. Sie sind menschenbezogen, treu, anhänglich und sogar belehrbar. Und der Mops, gerade weil er nicht der Straßenstrolch ist, ist perfekt für ein Apartment in urbaner Lage.

In einer Kaffeetasse unterzubringen

Dass der Mops kurzatmig wirkt, hat mit seiner gezüchteten "Schnauze" zu tun, die so platt ist, dass alles, was zum Atmen taugen könnte, extrem minimiert ist. Das Schnaufen und auch der coupierte Schwanz sind Zeichen einer Prägung, die darauf abzielt, das Tier der Umgebung untertan zu machen. Ein Hund, der in eine Handtasche passt, ist eben besser als ein großes Tier, das ständig Auslauf benötigt. Dass durch die Nasennebenhöhlen, die der Mops mit sich trägt, auch viel Dreck von den Straßen in das System des Tiers gelangt, führt dazu, dass er eben noch öfter den Schoß des Frauchens besuchen darf als andere Hunde. Womit wir bei der besonderen Rolle des Mopses und einem der Gründe seiner Popularität wären:

Der Mops als Kinderersatz

Den Mops zu hegen, ihm die kurzen Haare shampoonieren, ihn mit einem Leopardenmantel zu umhüllen: Dies alles gemahnt doch stark an Aufgaben, die man pflegebedürftigen Menschen zuteil werden lässt. Der Mops bedient, wie kaum ein anderer Hund, das Kindchenschema. Er hat Riesenaugen, die so unschuldig blicken, wie er wohl auch ist, er ist eben einfach niedlich. Um ihn stadtfein und flohfrei zu halten, greift das besorgte Herrchen dabei schon mal in die Medikamentenkiste. Und natürlich ist er auch ein Prestigeobjekt, denn geübte Augen sehen gleich, ob sie einen Mops pur oder ein etwas gepanschtes Exemplar vor sich haben. Zu befürchten ist jedenfalls, dass der Mops trendy bleibt!

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