Kultur – Film / TV

Viennale 2010

Das war die Viennale 2010

5. November 2010 • Film / TV

Nach 13 Tagen, rund 300 Filmen und zahlreichen Rahmenveranstaltungen ging am 3. November die 48. Viennale zu Ende – Den Abschluss bildetet der Pedro Gonzalez-Rubio mexikanischer Film "Alamar" von und dem österreichischen Kurzfilm "Shadow Cuts" des Experimentalfilmemachers Martin Arnold. Die Besucherzahlen sprechen für sich: 96.300 Zuseher und somit 1.500 mehr als vergangenes Jahr besuchten die Filmfestspiele, auch die Auslastung stieg leicht von 79,6 auf 79,8 Prozent.

Aber was natürlich wesentlich interessanter ist: Mit welchen sehenswerten Filmen konnte die Viennale dieses Jahr aufwarten?

Die Gewinner

Mein persönliches Highlight war wohl Matt Porterfields „Putty Hill“, ein Amalgam aus Dokumentation und Sozialdrama. Irgendwie ein bisschen wie Kids, nur erwachsener, ernster, trauriger. Sehenswert!

Die zwei bizarrsten Filme, die großen Eindruck hinterlassen haben, waren einerseits Hitoshi Matsumotos „Shinborû“, andererseits Gregg Arakis „Kaboom“. Beide sind auf ihre Art und Weise ein Feuerwerk an Absurdität, ein LSD artiges Filmspektakel.

Am amüsantesten war der Überraschungsfilm, „The Other Guys“ von Adam McKay mit Will Ferrell und Marc Wahlberg. Die gute Nachricht: Die Komödie läuft am 12. November regulär in den österreichischen Kinos. Sprüche wie "I was so drunk, I thought a tube of toothpaste was astronaut food." wechseln einander maschinengewehrsalvenartig ab.

William Burroughs. A man within“ und „American Grindhouse“ waren die beiden stärksten Dokumentarfilme. Ein Dokumentarfilm der etwas anderen Art, nichts desto trotz sehenswert: „I’m Still Here“ von Casey Affleck.

Die Verlierer

Enttäuscht haben hingegen die großen Namen mit den damit verbundenen Erwartungen. "Essential Killing"? Brachial, brutal, langweilig. Somewhere? Öde, platt. Das barocke Kriegs-Clown-Epos “Balada triste de trompeta”? Blutig, absurd, langatmig. Aaron Katz’ „Cold Weather“? Mumble-Bore, eine miese Dedektivstory und eine seltsame Bruder-Schwestergeschichte.

Das Resümée

Der Hintern tut immer noch weh, erst langsam gewöhnen sich meine Augen wieder ans Tageslicht und man realisiert, es gibt außer 2D auch noch das dreidimensionale Sehen. Wieder eine schöne Viennale, die 13 Tage cineastischer Ausnahmezustand haben gut getan. Wir freuen uns auf 2011.

Laura Windhager.

Über das Leichte und das Schwere. Zwischen Kulturpessimismus und Poputopien.

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