Kultur – Musik

Foo Fighters "Wasting Light"

Das neue Album der Foo Fighters

6. April 2011 • Musik1 Kommentar zu Das neue Album der Foo Fighters

Fresh Pots.

Dave Grohl hat im würdigen und rechten Rock’n‘Roll-Pantheon noch einmal einen Extrathron, neben einer gigantischen goldenen Kaffeemaschine, auf dass ihm die „Fresh Pots“ und somit die nötigte Koffeinzufuhr fürs mit dem Rockstar-Arsch auf mehreren Kirchtagen tanzen nie ausgehen mögen. Die Foo Fighters haben sich als Band in der letzten Dekade zu dem entwickelt, was man umgangssprachlich eine „Bank“ nennt: auf die Foos konnte man immer bauen, auf Festivals und im Player. Auch wenn manches Album nicht durchgängig mit den großartigen Singles standhalten konnte, auch wenn Dave Grohl meint, dass die regelmäßige Medien- und Releasepräsenz der Band den Fans schon derbe auf die Nerven gehen müsse, eigentlich.

Pat, Butch und Krist.

Dass es massiv werden würde, hat Dave Grohl im Vorfeld angekündigt, und dass es keine Ballade auf dem Longplayer geben würde. Mit analogem Equipment hat man sich in Grohls Garage auf kleinem Raum eingeschanzt und mit Hilfe einiger nicht minder prominenten Mitstreiter „Wasting Light“ eingespielt. Die erste Überraschung war im Vorfeld, dass Pat Smear wieder mit an Bord ist: jener Pat Smear, der einerseits Gründungsmitglied der US-Punklegenden „The Germs“ ist und den der Großteil der Leser wahrscheinlich als den zweiten Gitarristen von Nirvana kennt.

Und weil wir gerade bei Nirvana sind: produziert hat das Album Butch Vig, der schon bei Nevermind an den Reglern saß. Ach, und Krist Novoselic hat auch mit seinem Bass vorbeigeschaut für einen Song.

Die Songs

White Limo“ war der erste Song, den man im Vorfeld hören konnte. Beziehungsweise sehen: denn mit Lemmy von Motörhead als Gaststar gab es wieder mal ein gewohnt amüsantes Video der Band. So ganz repräsentativ ist der Song dann allerdings nicht – vielmehr ist es die erste Singleauskopplung die das Album repräsentiert: „Rope“ gibt die Richtung vor, mit seinem grandiosen Delay-Gitarrenanfang, vertrackt aber völlig geradeaus und mit einem einprägsamen Chorus. „Bridge Burning“ eröffnet das Album dann genauso wie man sich das vorgestellt hat: mit dicken E-Gitarrenwänden und einem schreienden Grohl: „These are my famous last words“. Alles auf Angriff, alles trotz Garage ungemein dicht klingend, rotzig, locker, gerade aus – aber immer mit dem Pop-Anteil der die Foos zu dem macht was sie sind: ein Act fürs Stadion, ohne dabei zum Stadionsact zu verkommen.

„Wasting Light“ ist durchgängig toll, keinen einzigen Song hat man aufs Album gepackt, der als so etwas wie ein Schwachpunkt durchgehen würde. „I Should Have Known“, auf dem Krist Novoselic gastiert, ist sowas wie der Ausreißer: ruhig, extrem melancholisch und, sorry Herr Grohl, nicht ganz unballadesk. „Walk“ beschließt dann das Album mit einem schönen Delay-Lick und einer treibenden Bassdrum.

„I think I’ve found my place“, singt Grohl in “Walk”: schon längst, Herr Grohl. Ganz, ganz tolles Album. Justin: FRESH POTS!

Markus Brandstetter

Geschichten rund um den Song Noir. Von strauchelnden Protagonisten, Mythen und Mixtapes.

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Eine Antwort auf Das neue Album der Foo Fighters – Verstecken

  1. !!! sagt:

    right!
    FREEEEESH POOOTTTS.

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