Kultur – Film / TV

tatort (c) tatort
tatort (c) tatort

Das Wort zum Tatort vom 24.2.2013: „Puppenspieler“

25. Februar 2013 • Film / TV

Der Bremer-Tatort zeigt sich von seiner modernen Seite: drei Morde, neun ungelöste Fälle, ein pädophiler Richter, ein Killer-Kommando, Split-Screens und ein musikalischer Einsatz von The xx.

Fünf Richter vom Verfassungsgericht sollen in Bremen über die Vertiefung der Weser befinden. Richter Konrad Bauser, der über das entscheidende Votum verfügt, wird beim Sex mit der minderjährigen Gelegenheitsprostituierten Mel gefilmt. Und das gleich zweimal: Von Mel’s Freund Ole, der Bauser mit dem Video zu erpressen versucht ( die beiden wollen mit dem Geld die Stadt verlassen) und ja, von wem genau noch? Um seinen Ausrutscher zu kaschieren kontaktiert der Richter eine BKA-Spezialorganisation (ein mobiles Team von Auftragskillern) das den jungen Erpresser beseitigen soll. Ole wird niedergeschossen und postmortem mit Drogen vollgepumpt, während Mel dem Auftragskiller entkommen kann.

Veränderungen im Kommissariat

Kommissar Stedefreund will nach dem Tod eines Freundes weg aus Bremen, Kommissarin Lürsen ist sauer und ein neuer überengagierter Kollege soll Stedefreud ersetzen: Leo Uljanoff ist ein massiger, haariger und ein bisschen überengagierter Strahlemann, der Inga Lürsen angräbt und tatsächlich auch rumkriegt.

Regie von "oben" 2.0.

Das Dreiergespann glaubt zunächst an einen Mord im Drogenmilieu, doch bald stellt sich heraus, dass es sich hier um eine bundesweite Mordserie handelt: Neun ungelöste Fälle, die immer wieder mit derselben Waffe verübt wurden. Ähnlich wie schon letzte Woche in Wien tauchen im Bremer-Tatort Verstrickungen von Politik und Justiz auf. Als erneut von ganz oben in die Polizeiarbeit eingegriffen wird – diesmal reißt das Bundeskriminalamt den Fall an sich -, um die Zusammenhänge zu vertuschen, ahnen die Ermittler nicht, dass die BKA-Beamtin Sigrid Strange die Spezialorganisation befehligt und an den Morden mitbeteiligt war. Das geheime Killerkommando entpuppt sich als eine autonom agierende und "Immunität" genießende Organisation, die in LKW’s umherfährt und per Anruf Menschen aus dem Weg räumt. Welche Interessen das dabei tatsächlich verfolgt werden, bleibt bis zum Schluss offen.

Ähnlich wie am vergangenen Sonntag endet auch dieser Tatort eher überhastet und unbefriedigend. Die Split-Screens sorgen zwar für Tempo, die Spannung blieb für mich aber aufgrund der teilweise fehlende Logik aus. Vielmehr war ich in der zweiten Tatort-Hälfte damit beschäftigt, die wirren Fäden zusammenzuführen.

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