Kultur – Film / TV

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Das Wort zum Tatort vom 17.3.2013: „Schwarzer Afghane“

18. März 2013 • Film / TV

Vor ziemlich genau einer Woche haben wir den Schweiger-Tatort hinter uns gelassen. Heute würden wir den mimiklosen Actionhelden einer Schmollmund machenden und Augen aufreißenden Simone Thomalla vorziehen. Duckface-Saalfeld und Nelly-Keppler ermitteln in einem Fall von Drogenschmuggel und Terrorismus mit viel Afghanistanpolitik.

Pille-Palle Lagerhalle

Die Story im Überblick: Ein abgebranntes Lagerhaus, ein Phosphorbrand, ein verkohlter Afghane. Ein (anderer) rachsüchtiger Afghane, eine liebestolle Studentin, ein hin-und her gerissener Vater. Man erfährt einiges über weißen Phosphor, stößt auf amerikanische Signalraketen und selbst gebastelten Sprengstoff. Kein Wunder, dass in Leipzig die "Terrorrwarnstufe schwarz" ausgerufen wird – "rot" reicht da nicht mehr aus!

Da unten, in "Kabúl" (Kábul, bitte sehr!)

Dieser "Tatort" nimmt langsam und halbherzig Fahrt auf, steuert auf einen übertriebenen Showdown zu, endet aber sogar mit einem Mini-Cliffhanger. Irgendwo dazwischen reihen sich einige Ungereimtheiten: Gleich zu Beginn wird uns ein Hauptverdächtiger aufgedrängt, der immer wieder auftaucht und ganz plötzlich verschwindet, dann in’s Polizeirevier hineinspaziert, um dort mit Abkürzungen um sich zu werfen und sich als Mann vom Militärischen Abschiebdienst (MAD) zu outen. Aha! Bei den Folgen in Wien und Bremen waren doch zuletzt schon bislang unbekannte Organisationen aktiv. Außerdem hüpft rein zufällig eine blöd-grinsende und dauer-amüsierteStudentin immer wieder in’s Bild. "Da hängt nur ’ne Bombe an ihrem Bein. Damit lässt sich leben!"

Ein wenig aus dem Rahmen fällt auch die Sache mit dem totgeglaubten afghanischen Student Arian, der in seinem Spind Signalraketen aufbewahrt, die er seelenruhig quer durch Leipzig transportiert, seine Geliebte im Bett erdrosselt, in ihren kimono-artigen Bademantel schlüpft, und dann mal eben in ihrer Badewanne das Phosphor aus der Rakete fischt, um damit eine Bombe zu basteln. Vollends aus der Luft gegriffen ist die Szene mit dem Fernzünder am Flugplatz: Ein Sondereinsatzkommando feuert einen Kugelhagel auf Arian ab, lassen ihn aber noch mal schnell zwei Bomben zünden. Also bitte sehr! Oh, und Keppler saust mit der Bombe durch einen endlos langen Gang, doch damit nicht genug – die letzte Strecke legt er mit einem Elektrowagen zurück. So, und was war jetzt mir den restlichen zwei Raketen?

Schnarch

Ein furchtbar konstruierter und an den Haaren herbeigezogener Tatort. Ach ja, hab ich schon erwähnt, dass diese Folge echt zum auf-dem-Sofa-einschlafen war?

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