Kultur – Film / TV

tatort (c) tatort
tatort (c) tatort

Das Wort zum Tatort vom 17.02.2013: „Zwischen den Fronten“

18. Februar 2013 • Film / TV

Ein Tatort zwischen Korruption, Freunderlwirtschaft und Austrofaschismus. Es wird geschimpft, gefilzt und geschäkert. Hier bekämpfen sich die Behörden, dort wüten Terroristen. Und: Alfred Dorfer und Andreas Vitasek sind auch mit von der Partie.

Bei der internationalen Konferenz der Vereinten Nationen in Wien wird auf dem Vorhof des Palais Liechtenstein ein Wagen in die Luft gesprengt. Ein Online-Aktivist irakischer Herkunft, der bei der Konferenz eine Rede hätte halten sollen, sprengt sich selbst in die Luft und reißt einen Polizisten mit in den Tod. Alles deutet zunächst auf ein Selbstmordattentat mit radikal-religiösem Hintergrund hin.

BKA meets BVT

Bei diesem Aufsehen erregenden Fall müssen die beiden Kommissare Moritz Eisner und Bibi Fellner vom Bundeskriminalamt mit dem ebenfalls eingeschalteten Bundesamt für Verfassungsschutz und Terrorismusbekämpfung (BVT) gemeinsame Sache machen. Der Kampf gegen Machthungrige in den eigenen Reihen beginnt.

Regie "von oben"

Schnell stellt sich heraus, dass sich der grantige Kommissar und seine unkonventionelle Kollegin dem BVT unterordnen müssen. Für den Sektionsleiter vom BVT, Magister Fred Michalski (Alfred Dorfer), ist der Fall gelöst, noch bevor er richtig aufgerollt wird: Der Online-Aktivist hat sich bei einem Aufenthalt im Irak vor zwei Jahren radikalisiert und ist als Terrorist zurückgekommen. Michalski macht die untergebene Majorin Melanie Warig zur Chefin der Spezialeinheit und sorgt "von oben" dafür, dass die Ermittlungen auch in die "richtige" Richtung gehen. Doch als eine weitere Leiche auftaucht und wieder verschwindet, schürt das Ermittlerduo den Verdacht, dass nicht alle mit offenen Karten spielen. Als die beiden dann auf Spuren stoßen, die so gar nicht zur Michalski’s Einzeltätertheorie passen, ermitteln sie auf eigene Faust weiter. Ein off- the-record Hinweis von Majoran Warig führt sie schließlich zu einem rechten Geheimbund, dessen Mitglieder beste Verbindungen in höchste Regierungskreise pflegen.

Zugegeben, dieser "Tatort" quetscht alle möglichen Themen in die Laufzeit (ob das Ende wohl aufgrund der Themendicht so abgehackt ausfällt?) und die amerikanisch-deutsch sprechenden Jugendlichen nerven schon ein bisschen – wobei, den im "Stronach-Style" sprechenden Konferenzleiter hätte ich eigentlich nicht missen wollen -, aber summa summarum besticht dieser "Tatort" mit Wiener Schmäh und einem pfiffigen Fall.

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