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Das Wort zum Tatort vom 13.5.2012: „Der Wald steht schwarz und schweiget“

14. Mai 2012 • Film / TV1 Kommentar zu Das Wort zum Tatort vom 13.5.2012: „Der Wald steht schwarz und schweiget“

Öfter mal was Neues im Tatort: die Kommissarin gerät gleich am Anfang in der Gewalt der Täter, und nicht wie sonst immer erst in den letzten zehn Minuten. Lena Odenthal wird beim Suchen einer von einer Pilzsammlerin gesichteten Leiche im Wald von einer Gruppe jugendlicher Straftäter entführt – für sie beginnt der Kampf ums Überleben, für Kopper ein Rennen mit der Zeit.

„AZOK – alle Zusammen oder Keiner“, so hieß der Trip auf dem die Jugendlichen im Pfälzer Wald waren: zusammen mit Watzlawick, dem Ausbilder ihres Drill-Camps befanden sie sich auf einem Selbstfindungsausflug zur Resozialisierung – als Alternative zum Jugendgefängnis. Allzu Erfolgreich dürfte die Wanderung allerdings nicht gelaufen sein, denn die Leiche im Wald entpuppt sich als eben jener Watzlawick, und die verzweifelten Jugendlichen nehmen Odenthal als Geisel. Deren Mission also nun: überleben, davon kommen, und nebenbei vielleicht noch etwas über den Mord herauszufinden.

Odenthals einzige Waffe: Psychologie, denn das soziale Gefüge in der Gruppe ist ziemlich wackelig, und die Anwesenheit  von Odenthal führt zu zusätzlcihen Spannungen. Nach und nach lassen sich aus der homogenen Gruppe Konturen der Einzelnen herausarbeiten, die zwar klischeebeladen (ja, alle hatten eine schwere Kindheit), aber durchaus nicht komplett unglaubwürdig sind – etwas übertrieben war allenfalls die ausgeprägte „harte Schale, weicher Kern“-Diposition der bösen Jungs. Überraschend überzeugend aber fiel vor Allem die schauspielerische Leistung aus und liefen auch die Dialoge zwischen den jugendlichen Straftätern, deren Charaktere eben stereotyp, aber nicht nur schablonenhaft waren.

Cremig, aber mit Biss, wie Koppers „bestes Risotto nördlich der Alpen“ am Ende, so war auch der Tatort: angenehm flott inszeniert und leicht zu konsumieren, aber trotzdem fesselnd und mit Spannung. Kleiner Wermutstropfen: der eigentliche Fall, der Mord an Watzlawick, blieb ein Wenig auf der Strecke und wurde dann auch nicht aufgeklärt. Bei tatort.de kann man in der Sache allerdings noch bis 19.5. selbst ermitteln – sollte sich da jemand wirklich durchklicken, er oder sie möge mir bitte die Lösung verraten.

Im Topkino und im Schikaneder gibts übrigens jeden Sonntag ein Tatort Public Viewing, ebenso gibts im Moped und im Hawidere ein gemeinsames Tatort-Schauen. Ältere Tatortrezensionen findet ihr in der Leiste unter diesem Artikel.
 

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Eine Antwort auf Das Wort zum Tatort vom 13.5.2012: „Der Wald steht schwarz und schweiget“ – Verstecken

  1. xxpot sagt:

    !
    endlich mal wieder ein paar gute tatorte hintereinander… damit man wieder weiß warum man eigentlich einschaltet.

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