Kultur

(c) www.daswerk.org
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Das Werk – Auch Ottakring hat sein WUK.

5. November 2011 • Kultur

Am Rande des sechzehnten Bezirks, versteckt, fast schüchtern, als wollte es gar nicht entdeckt werden, findet man das Werk. 2006 als Verein, der sich der Kultur verschrieben hatte, gegründet und ohne fixe Bleibe, hat das Werk mittlerweile seit gut einem Jahr auch eine physische Präsenz.

Dem Nomadentum abgeschworen, bekam die Initiative Anfang 2010 auch endlich ihr Zentrum. Als Standort hält seit je her die alte Wettlinger Fabrik her und beherbergt dabei Galerie, Cafe, einen Veranstaltungs-Gewölbekeller, 22 Ateliers, Platz für Artists in Residence, Tonstudios, Proberäume, Werkstätten (Metall, Holz, Siebdruck), Multimediaräume, die erste „Give Box“ Österreichs, einen Verlag und ein Museum.

Damit das Werk aber auch am Laufen bleibt, zeigt sich „Werk“ Geschäftsführer Stefan Stürzer verantwortlich. Dieser hatte damals die kühne Idee aus der Kunststofffabrik mit praktisch nicht vorhandenem Mitteln, dafür aber mit einer ordentlichen Portion Ehrgeiz und vor allem einer Vision, einen Ort zu schaffen, der Platz und Projektionsfläche für Kunst und Kultur zu sein sollte. Der Stoff verschwand, die Kunst blieb. Idealisten müssen das sein, die vom Werk, schließlich begann Stürzer mit der Planung und Durchführung des Projekts mit einem 6.000,- Euro Defizit im Portmonee und ohne jegliche Aussicht auf Kreditwürdigkeit. Doch rein nach dem Motto "Wer alles nur wegen des Geldes macht, wird bald für Geld alles machen"  stampften die Werkler innerhalb kürzester Zeit

Rund um das Werk entstand ein weitgeflochtenes Netzwerk von Künstlern aus Bildender Kunst, Musik, Literatur, Theater und Co. Diese Interdisziplinarität ist der Ductus, dem sich das Werk verschrieben hat. Oberste Prämisse dabei: Kunst für alle! Das schlägt sich auch auf die Preisgestaltung der Veranstaltungen nieder, die durch das selbstauferlegte Dogma, dementsprechend Studentenfreundlich ausfallen und selbst Menschen mit kleinen Mitteln, den Zugang zu hochwertiger Kunst ermöglichen.

Das Projekt entwickelt sich ständig weiter und versucht niemals von seinem progressiven Pfad zu weichen. Das Werk ist dabei aber viel mehr als bloß eine kulturelle Institution, vielmehr geht es nach Eigenverständnis darum, vor allem jene KünstlerInnen und deren Projekte zu fördern und zu unterstützen, welche sich außerhalb des etablierten Kunstbetriebs bewegen. Von Lesungen, Flohmärkten über Ateliers bis hin zu Konzerten bietet das Kulturkleinod im Sechzehnten eine Bandbreite an Veranstaltungen. Auch der berüchtigte Susi Klub findet in den Katakomben des Werks statt. Party kollidiert mit Kultur, für das Werk kein Widerspruch, sondern das eine bedingt das andere. Weg von der alten, verstaubten Semantik des Kulturbegriffs.

Das Werk setzt sich dabei aus drei Ebenen, die auch als solche zu verstehen sind, zusammen. Die WERKerei, das ErdWERK und OutWERK. Jedem WERK ist dabei eine besondere Intention zugewiesen. So ist die WERKerei das hauseigene Cafe mit Galerie, das ErdWERK das Herz des Gebäudes, wo nur ein paar Stufen entfernt urbane Klänge das Kellergewölbe füllen und schließlich das OutWERK, wo es sich unterm freien Himmel auch werken lässt.

Wer jetzt auf dem Geschmack gekommen ist, dem sei das Programm des Werks ans Herz gelegt.

Fotos: (c) Das Werk

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