Wien – Gut zu wissen

Hotel Imperial

Das Hotel Imperial

9. Mai 2013 • Gut zu wissen

Ist das Hotel Imperial wirklich das beste Hotel der Welt? 

Luiselotte Körner meinte nicht direkt das Hotel Imperial an der Ringstraße, als sie im „Doppelten Lottchen“ über ihren Wienbesuch sagt: „Ich hätte nicht gedacht, dass man verlorenes Glück nachholen kann wie eine versäumte Schulstunde.“ Aber eben schon irgendwie. Dabei frühstückten 1949, als das Kinderbuch von Erich Kästner erschien, bestenfalls Offiziere der russischen Besatzungsarmee hier, nicht Väter mit ihren Kindern.

Weniger wohl fühlte sich Herzog Philipp von Württemberg in dem Palais, das 1865 für ihn und seine Gattin, Marie Therese von Österreich – Erzherzogin und Großnichte Franz Josephs, fertiggestellt wurde. Die Legende erzählt, beide hätten das Haus verlassen, nachdem der Musikverein plötzlich den Blick auf die Ufer des Wienflusses verstellte. Es könnten aber auch finanzielle Nöte gewesen sein.

Zu dieser Zeit führte noch eine Einfahrt für Pferdefuhrwerke ins Hotel. Die Gäste stiegen direkt an der Prunkstiege aus. Das erlebten aber nur die großen Gäste der Monarchie, wie die Staatsmänner Fürst Otto von Bismarck oder König Milan von Serbien, Künstler wie Richard Wagner und die großen Schauspielerinnen ihrer Zeit, Eleonora Duse und Sarah Bernhardt. 1912 wurde die Einfahrt geschlossen und durch eine Drehtür ersetzt. Das Limousinenservice wartet heute vor der Türe, das Conciergeservice innerhalb der Mauern, die Thomas Mann ebenso bewohnte wie Adolf Hitler, wenn er in der Nazizeit in Wien logierte. Charlie Chaplin gab hier 1931 eines seiner ersten Tonfilm-Interviews (angeblich ein nervöses „Guten Tak, guten Tak!“). Gesichert ist, dass die Präsidenten John F. Kennedy und Nikita Chruschtschow während des Gipfeltreffens 1961 hier unter einem Dach wohnten. Der Schah von Persien wollte das Hotel kaufen und Luciano Pavarotti fragte, ob er am Flügel im Hallensalon klimpern dürfe – und musste warten, bis der Concierge alle anwesenden Gäste gefragt hatte, ob es sie eh nicht stören würde. Billy Joel und Prince gaben hier nächtliche Privatkonzerte, Queen Elisabeth II. übergab bei ihrer Abreise jedem Angestellten ein kleines Präsent. Und Michael Jackson soll im Imperial in einer Nacht den „Earth Song“ geschrieben haben. Glücklicherweise ist die Minibar in der Fürsten- oder Royalsuite (rund 3000 Euro pro Nacht) im Preis inkludiert. Wie übrigens auch Frühstück in der Suite, Limousinentransfer vom und zum Flughafen Wien, ein exklusives Bad (arrangiert vom persönlichen Butler) sowie ein Pre-Dinner Cocktail für zwei Personen. Nur die Imperialtorte nicht, aber da gibt es ohnehin ein bekannteres Pendant eines anderen Hotels. Dafür wurde das Imperial aber schon zweimal zum besten Hotel der Welt gekürt.


„Darf’s a bisserl mehr sein?“

Weitere Fragen zu Wien und deren interessante Antworten findest du in Wann verlor das Riesenrad seine Waggons? von Axel N. Halbhuber erschienen im Metroverlag.  

Weitere Artikel

Kommentieren

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

« »