Lokalführer – Bar / Pub

Das Einhorn

Das Einhorn

16. September 2011 • Bar / Pub2 Kommentare zu Das Einhorn

Inmitten der Lokal-bepflasterten Gegend zwischen Naschmarkt und Mariahilferstraße ist das Einhorn eine Oase abseits des Mainstreams: Trotz des umliegenden Bobo-ville ist es nämlich angenehmerweise weder bobo noch prolo.

Im Gegenteil, das leicht kaputte Lokal in der Joanelligasse zieht ebenso leicht kaputte Menschen aller Altersgruppen an. Der künstlerische Flair, der dem Ganzen anhaftet, ist wahrscheinlich oft nicht mehr als Flair, aber dennoch nicht protzig und auch partout nicht unangenehm. Obwohl es an die Spelunken erinnert, in denen man typischerweise seine Teenagerzeit verbracht hat, ist das Publikum nicht auffallend oder gar unangenehm jung. Es ist aber, genau wie das Lokal selbst, stets etwas abseits der Norm.

Diese Anziehungskraft entfaltet das Einhorn nicht zuletzt wohl auch wegen der Öffnungszeiten: konsequent täglich bis 4:00 Uhr morgens kann man dort bei wechselhafter Musik versumpern. Über diese haben gelegentlich DJs die Oberhand, die meiste Zeit bestimmen aber die diensthabenden KellnerInnen, womit die Hörerschaft gelegentlich etwas zu laut beschallt wird. Damit bleibt die Playlist in etwa so unberechenbar wie die Gespräche, die sich an den Abenden im Einhorn ergeben können. Damit ist es die ideale Destination, um allein ein Bier trinken zu gehen, weil man das hier bei Bedarf nicht lange bleibt.

Kaputter Charme

Obendrein ist das Einhorn auch preislich nicht bobo. Gegen den kleinen Hunger gibt es Käsetoast, der Schwerpunkt wird aber klar auf Getränke gelegt. Auf der reduzierten Homepage des Lokals findet sich nicht viel außer diesem Zitat: "Fünf gute Gründe für das Trinken: die Ankunft eines Gastes, der gegenwärtige Durst, der künftige Durst, die Köstlichkeit des Weines und jeder andere Grund." Diesem Motto ist man in den Räumen des jetzigen Einhorn übrigens schon länger treu: Früher gehörte das Lokal dem berühmten Wiener Jazzmusiker Uzzi Förster, dem noch längere Zeit danach ein Museum im Keller des Lokals gewidmet war, der mittlerweile wie erweiterte Wohnzimmerfläche für Stammgäste anmutet.

Atmosphärisch besitzt das Einhorn charmanten Spelunkencharakter. Dem eklektischen Mix an Möbelstücken haftet durchaus etwas schmuddeliges an, das durch die schummrige Beleuchtung und den stets vorhandenen verrauchten Dunst noch potenziert wird. Die Wände ziert eine unbeschreibliche orange Tapete, und die Getränkekarte ist passenderweise an der Decke angebracht. Gepflegte After-Work-Drinks für straighte Leute sind hier Fehlanzeige. Auch auf schnell aufspringende KellnerInnen darf man keinen Wert legen: der Kunde ist hier nicht König, sondern einfach auch da. Wer davon abgeschreckt ist, wird sich im Einhorn nicht wohlfühlen. Wer hingegen von den generischen Etablissements dies- und jenseits des Wienflusses genug hat, wird die ungeschminkte Atmosphäre zu schätzen wissen.

  Ambiente – Spelunke   Service – abwartend
  Qualität –  gut   Preis – günstig
  Nichtraucher / Raucher      

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Das Einhorn



Inmitten der Lokal-bepflasterten Gegend zwischen Naschmarkt und Mariahilferstraße ist das Einhorn eine Oase abseits des Mainstreams: Trotz des umliegenden Bobo-ville ist es nämlich angenehmerweise weder bobo noch prolo.

Im Gegenteil, das leicht kaputte Lokal in der Joanelligasse zieht ebenso leicht kaputte Menschen aller Altersgruppen an. Der künstlerische Flair, der dem Ganzen anhaftet, ist wahrscheinlich oft nicht mehr als Flair, aber dennoch nicht protzig und auch partout nicht unangenehm. Obwohl es an die Spelunken erinnert, in denen man typischerweise seine Teenagerzeit verbracht hat, ist das Publikum nicht auffallend oder gar unangenehm jung. Es ist aber, genau wie das Lokal selbst, stets etwas abseits der Norm.

Diese Anziehungskraft entfaltet das Einhorn nicht zuletzt wohl auch wegen der Öffnungszeiten: konsequent täglich bis 4:00 Uhr morgens kann man dort bei wechselhafter Musik versumpern. Über diese haben gelegentlich DJs die Oberhand, die meiste Zeit bestimmen aber die diensthabenden KellnerInnen, womit die Hörerschaft gelegentlich etwas zu laut beschallt wird. Damit bleibt die Playlist in etwa so unberechenbar wie die Gespräche, die sich an den Abenden im Einhorn ergeben können. Damit ist es die ideale Destination, um allein ein Bier trinken zu gehen, weil man das hier bei Bedarf nicht lange bleibt.

Kaputter Charme

Obendrein ist das Einhorn auch preislich nicht bobo. Gegen den kleinen Hunger gibt es Käsetoast, der Schwerpunkt wird aber klar auf Getränke gelegt. Auf der reduzierten Homepage des Lokals findet sich nicht viel außer diesem Zitat: "Fünf gute Gründe für das Trinken: die Ankunft eines Gastes, der gegenwärtige Durst, der künftige Durst, die Köstlichkeit des Weines und jeder andere Grund." Diesem Motto ist man in den Räumen des jetzigen Einhorn übrigens schon länger treu: Früher gehörte das Lokal dem berühmten Wiener Jazzmusiker Uzzi Förster, dem noch längere Zeit danach ein Museum im Keller des Lokals gewidmet war, der mittlerweile wie erweiterte Wohnzimmerfläche für Stammgäste anmutet.

Atmosphärisch besitzt das Einhorn charmanten Spelunkencharakter. Dem eklektischen Mix an Möbelstücken haftet durchaus etwas schmuddeliges an, das durch die schummrige Beleuchtung und den stets vorhandenen verrauchten Dunst noch potenziert wird. Die Wände ziert eine unbeschreibliche orange Tapete, und die Getränkekarte ist passenderweise an der Decke angebracht. Gepflegte After-Work-Drinks für straighte Leute sind hier Fehlanzeige. Auch auf schnell aufspringende KellnerInnen darf man keinen Wert legen: der Kunde ist hier nicht König, sondern einfach auch da. Wer davon abgeschreckt ist, wird sich im Einhorn nicht wohlfühlen. Wer hingegen von den generischen Etablissements dies- und jenseits des Wienflusses genug hat, wird die ungeschminkte Atmosphäre zu schätzen wissen.

  Ambiente – Spelunke   Service – abwartend
  Qualität –  gut   Preis – günstig
  Nichtraucher / Raucher      

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2 Antworten auf Das Einhorn – Verstecken

  1. Ale Radik sagt:

    Kein Käsetrost!
    Schöner Artikel, vielen Dank!

    Aber ich muss diesem hinzufügen, daß es schon seit Jahren keinerlei Toast mehr gibt. Weil die schon etwas in die Jahre gekommene Bar dies einfach nicht mehr zulässt. Und unsere Kellner wollen wir ja auch nicht weiter vom reden und Musik spielen abhalten…

  2. Eulenspecht sagt:

    Naja
    Oben einige nette Menschen an der Bar, unten im Keller nur Schnorrer und Psychopathen.Die Kellner sind nett, doch so mancher Gast glaubt dort öfters die Weisheit mit dem Löffel gefressen zu haben. Vorallem wenn Sie total dicht anfangen über irgendwelchen unsinnigen Mist zu diskutieren. Und einer meint er weis es besser als der Andere. Und vorallem die Stammgäste wirken etwas Abwertend auf Neuzugänge am Stammtisch. Nicht sehr nett.

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