Kultur

Ausstellungen 2011

Das Ausstellungsprogramm im Neuen Jahr

31. Jänner 2011 • Kultur

Welche Ausstellungsblockbuster erwarten uns im Neuen Jahr? Stadtbekannt hat sich die Ausstellungsprogramme der Wiener Museen für 2011 angesehen und die Rosinen aus dem Kunstkuchen gepickt.

Neues Jahr, neue Kunst

Wir waren gespannt wie ein Gummiringerl was uns das Neue Jahr an tollen neuen Ausstellung bringen wird, deswegen haben wir uns das Programm der Museen mal genauer angesehen und die Highlights für euch rausgesucht.

Albertina

Eines muss man Klaus Albrecht Schröder lassen: Er versammelt die kunsthistorische Crème de la Crème unter dem (undichten) Dach der Albertina. Den Auftakt im Neuen Jahr macht am 28. 1 eine große Roy Lichtenstein Retrospektive. Schwerpunkt werden hierbei die 1960er Jahre sein, in denen sich Lichtenstein vermehrt der Schwarzweiß-Zeichnung zuwendete, die viel vom späteren Stil Raymond Pettibons vorwegnehmen sollten.
Man bleibt bei der Pop Art: Am 18. 2 eröffnet eine große Mel Ramos Schau, dem die Albertina die größte europäische Retrospektive widmet. Der repräsentative Querschnitt durch Ramos Lebenswerk umfasst hauptsächlich Gemälde, aber auch Entwurfsskizzen und Skulpturen. Alle Schaffensphasen sind in der Schau mit Hauptwerken vertreten: frühe Gemälde, die sich mit figurativen Darstellungen vom Abstrakten Expressionismus ablösen, dann die Darstellungen von Comic-Helden und Wonder Women aus den 1960er Jahren, und selbstverständlich auch seine Commercial Pin-ups, mit denen Ramos Ende der 1960er Jahre berühmt wurde.

Wir freuen uns aber am allermeisten auf die René Magritte Ausstellung, die am 9. 11 eröffnet wird. Mehr als 100 Werke aus aller Welt und aus allen Stadien seines künstlerischen Werdegangs werden in der Ausstellung gezeigt. Im Zentrum stehen seine künstlerischen Methoden: der Gebrauch immer wieder kehrender Gegenstände, das allgegenwärtige Thema der Ver- und Enthüllung sowie die Auseinandersetzung mit dem alltäglich Banalen und Erotischen. Unser stadtbekannt Tipp!

MUMOK

Wir warten gespannt, was Neo-Direktorin Karola Krauss uns 2011 zu bieten hat. Spannend klingt jedenfalls die groß angelegte Tacita Dean „Line of Fate“ Schau (4.3 – 29.5 2011). Der Titel der Ausstellung spielt auf die vielfältige Lesbarkeit des Zeichnens von Linien an, als Verlauf der ‚Lebenslinie‘ und die Linearität der filmischen Erzählung und Bilderfolge. So wie Linien unterschiedliche Punkte miteinander verbinden können, verknüpft auch die Künstlerin in ihrer Arbeit die Medien Film, Fotografie, Zeichnung und Buch. Sie vergleicht Filme mit einem ‚gezeichnetem Licht‘, sie übermalt Fotografien und fotografiert Zeichnungen. Erstmals wird auch ein Film über Cy Twombly gezeigt, der in Kooperation mit dem MUMOK entsteht.

Was Karola Krauss kann, wird sie uns vermutlich in ihrer Umstrukturierung der Schausammlung zeigen unter dem Titel „Museum der Wünsche“ (Start: 9.9 2011). So soll das Ganze eine Neupräsentation der Sammlung auf allen Ebenen des Museums unter innovativen sammlungspolitischen Zielsetzungen und Aktivitäten werden. Zwischen dem Sammlungsbestand werden Exponate gezeigt, die sich das Museum für die nächsten Jahre wünscht. Indem die gewünschten Werke die Sammlung verstärken, akzentuieren und strukturieren sie zugleich deren Bestand auf neue Art und Weise. Die Ausstellung richtet sich besonders an Förderer und Investoren. Wir wünschen viel Glück.

Kunsthalle Wien

Intergalaktisch geht es hingegen beim Nachbarn zu: Die Kunsthalle eröffnet am 1. April die Ausstellung „Weltraum. Die Kunst und ein Traum“. Am 12. April 2011 jährt sich Juri Gagarins Flug ins All und damit der Start der bemannten Raumfahrt zum 50. Mal. Die Kunsthalle Wien nimmt diese Feierlichkeiten zum Anlass, um in einer umfassenden Gruppenausstellung (mit rund 40 künstlerischen Positionen, darunter Angela Bulloch, William Kentridge, Mariko Mori, Robert Rauschenberg, Thomas Ruff und Keith Tyson) das thematisch reiche Feld von Meteoriten über die Mondlandung bis zur Angst vor Marsmenschen und Theorien über den Urknall spielerisch wie facettenreich zu beleuchten.

Am 22. 6. 2011 eröffnet dann „Le Surréalisme, c’est moi“, eine Hommage an Salvador Dali, die an die Ausstellungsreihe der Kunsthalle anknüpft bedeutende Künstler des 20. Jahrhunderts im zeitgenössischen Kontext zu präsentieren um über philosophische, kunsthistorische und soziologische Fragestellungen einen spannungsreichen Dialog zwischen künstlerischen Ausdrucksformen von Moderne und Gegenwart herzustellen. Im Mittelpunkt der Auseinandersetzung mit ästhetischen Formen des Surrealen steht das Oeuvre von Salvador Dalí, dessen Gemälde, Zeichnungen und Skulpturen gemeinsam mit den jüngeren Werken von Louise Bourgeois, Glenn Brown, Markus Schinwald und Francesco Vezzoli gezeigt werden.

Kunstforum Wien

Bis 6. 3. 2011 läuft noch die grandiose Birgit Jürgenssen Retrospektive. Am 17.3 eröffnet dann „Iwan Konstantinowitsch Aiwasowski. Maler des Meeres“. Das Kunstforum das atemberaubende Werk des russischen Malers Iwan Konstantinowitsch Aiwasowski (1817 – 1900). Der »russische Turner« – wie Aiwasowski immer wieder genannt wird – war bereits zu Lebzeiten eine Legende und feierte internationale Ausstellungserfolge: In rasendem Arbeitstempo bannte Aiwasowski Licht, Wasser und Luft auf großformatige Leinwände, seine Meereslandschaften strotzen vor Dynamik und Unmittelbarkeit. 

Kunsthistorisches Museum

Gruselig wird das Neue Jahr im KHM begrüßt: Dort startet am 15. 2 2011 Die Ausstellung „Schaurig Schön. Ungeheurliches in der Kunst“. Anhand von ausgewählten Objekten aus den Sammlungen des KHM – aus der Ägyptisch-Orientalischen Sammlung, der Antikensammlung, der Kunstkammer, der Hofjagd- und Rüstkammer, der Sammlung alter Musikinstrumente, der Gemäldegalerie, dem Münzkabinett und der Bibliothek – werden die Geschichte(n) und der Bedeutungswandel, den viele der ungeheurlichen Gestalten im Lauf der Jahrtausende durchgemacht haben, nachgezeichnet.

Am 31. 5 holt man sich die großen Namen der Kunstgeschichte: „Dürer – Cranach – Holbein“ widmet sich dem Blick des Künstlers auf den Menschen am Übergang vom Spätmittelalter zur Frühen Neuzeit im deutschen Sprachraum. Gezeigt werden soll, wie der Mensch um 1500 ins Zentrum des künstlerischen Interesses rückte und wie Künstler zu Entdeckern und Erfindern des Bildes vom Menschen avancierten.

Belvedere

Anfang und Ende des Ausstellungsprogramm für 2011 bilden zwei große Namen der österreichischen Kunstgeschichte: Egon Schiele „Selbstportraits und Portraits“ (17. 2. 2011) und Gustav Klimts „Pioniere der Moderne“ (14.10. 2011). Dazwischen kann man Candida Höfers Fotografien in „Project:Done“ (22. 6. 2011), die das Wechselspiel zwischen Fotografie, Architektur und Präsentation untersucht. Wer es gerne pompös hat wird sich über die Makart Ausstellung (17. 6. 2011) freuen. Seine Gemälde waren beim aufstrebenden Bürgertum beliebt und galten schließlich als Gradmesser der gesellschaftlichen Anerkennung und Reputation. Makart verstand es, die neuen Möglichkeiten der beginnenden Industriegesellschaft zur Popularisierung seines Werkes und seiner eigenen Ästhetik einzusetzen.

Wir finden, das klingt nach einem guten Ausstellungsjahr – 2011 kann kommen! 

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