Kultur – Musik

Daniel Lanois

Daniel Lanois‘ Black Dub – eine Empfehlung

7. Juni 2010 • Musik

DANIEL LANOIS‘ BLACK DUB – eine Empfehlung.

Am 8.Juli kommt DANIEL LANOIS mit seinem neuen Projekt Black Dub ins Porgy & Bess. Ist zwar noch eine Weile hin, aber weil das Ticketkontingent fürs Porgy, gerade bei solchen Kalibern, auch nicht unendlich ist und ich, wenn ich dieses Jahr nur ein einziges Konzert empfehlen könnte, genau dieses empfehlen würde: ein paar Gedanken zu Daniel Lanois.

Lanois, gebürtiger Kanadier, ist ein Fixstern im Pantheon der Musikproduzenten.  Am besten bekannt ist er sicherlich für seine Arbeit mit U2 – wo er,  gemeinsam mit Brian Eno (als dritter ist Steve Lillywhite, ebenfalls kein Fliegengewicht, im Bunde) die „sonic architecture“ (copyright Bruce Springsteen) des Dubliner Quartetts entscheidend mitprägt, beim Songwriting beteiligt ist und streckenweise auch den Mix übernimmt. Legendär auch seine Zusammenarbeit mit Bob Dylan auf „Oh Mercy“ und vor allem „Time Out Of Mind“, mit dem Lanois His Bobness wieder ins Rampenlicht zurückkatapultierte. Dass diese Zusammenarbeit kein Kindergeburtstag war sondern durchaus zu gröberen Streitereien führte, verwundert kaum (der Rolling Stone schrieb einst vom Showdown der beiden, wo Dylan und Lanois sich am Parkplatz beherzt anbrüllten). Auf Lanois‘ Biographie sei hiermit nur kurz eingegangen – mehr im nahen Vorfeld des Konzerts.

Lanois‘ Arbeit besticht vor allem durch eine atmosphärische, nie aufdringliche Klangästhetik – und gerade bei seinem neuen Projekt „Black Dub“ kommt diese in Reinform zum Vorschein. Das Album ist leider noch nicht erhältlich, aber es gibt bereits einige (offizielle) Mitschnitte des Quartetts aus dem Studio, die bei mir in Endlosschleife laufen und mich vor Vorfreude auf das Album beinahe explodieren lassen.

 Gemeinsam mit der großartigen, stimmlich unfassbar vielseitigen Sängerin Trixie Whitley (Tochter des legendären und viel zu früh verstorbenen Chris Whitley), Bassisten Daryl Johnson und Drum-Koryphäe Brian Blade erzeugt Lanois (mal an Klavier, mal an der Gitarre) mit dem Nötigsten eine extrem dichte, ambiente Atmosphäre.

Mal brilliert Lanois an einer geschmackvoll-räudig verzerrten Delay-Gitarre – als würden The Edge und Steve Jones unisono spielen, mal geht es clean zur Sache. Johnson’s Basslinien pumpen elegant, gemeinsam mit Lanois ist er auch für die Backing Vocals zuständig – und Brian Blade, Herr im Himmel, Brian Blade ist eben Brian Blade.

Bei Daniel Lanois ist es sowieso so: der Gute könnte ein Solo-Konzert auf der Maultrommel geben, und es wäre noch immer interessant. Mit BLACK DUB hat er sich einmal mehr selbst übertroffen. Unbedingte Empfehlung meinerseits!

(Markus Brandstetter)

(Pic: Danny Clinch. Quelle: www.anti.com)

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