Kultur

(c) Galerie Ernst Hilger
(c) Galerie Ernst Hilger

Damien Hirst

1. Oktober 2011 • Kultur

Damien Hirst ist ja mittlerweile über die Kunstgrenzen hinaus bekannt. Mit seinen in Formaldehyd eingelegten Tieren wurde er bekannt, mit seinem mit Diamanten besetzten Schädel berühmt. Die Galerie Ernst Hilger zeigt in ihrer aktuellen Ausstellung nun kleinere Drucke und Arbeiten auf Papier, die nicht so megaloman, sondern beinahe lyrisch daherkommen.

So sind die kleinformatigen Exponate im ersten Moment irritierend, erwartet man sich von einem Hirst doch fast schon das Monströse, Überdimensionale. Vielmehr huldigt der Künstler in den Drucken und Papierarbeiten aber seiner Liebe zu Schmetterlingen, zu Glitter und Glitzer. Und natürlich dürfen verschiedene Zeichnungen und Fotos von seinem „Hauptwerk“, dem Schädel mit dem klingenden Namen „For the love of god“, nicht fehlen.

Ironisches Detail am Rande: wer sich von der Dorotheergasse, in der sich die Galerie Ernst Hilger befindet, in Richtung Bauernmarkt begibt, kommt am Store des deutschen Kitsch-Designers Philipp Plein vorbei, in dessen Auslage ein überdimensionaler Totenkopf, über und über besetzt mit Svarovsky-Steinen hängt. Original und Fake – nur wenige Meter voneinander entfernt.

Leila Pazooki bei Hilger Contemporary

Zeitgleich widmet der Schauraum „Hilger Contemporary“, der sich im Untergeschoß des Hauses befindet, eine Ausstellung der Künstlerin Leila Pazooki. Was bei Hirst eher poppig und plakativ ist, das ist bei der jungen iranische Künstlerin eher poetischer Natur. Neben Schriftinstallationen aus Neon, zeigt sie schwarze Rechtecke, die direkt auf die Galeriewände aufgetragen sind. Daneben installiert sie Rahmen mit Bildbeschreibungen von Arbeiten solch namhafter KünstlerkollegInnen wie Ai Weiwei, Marina Abramovic, Cindy Sherman oder Gustave Courbet. Allein durch die Vorstellungskraft des „Betrachters“ bzw. des Lesenden wird den eigentlich bildlosen Kunstwerken ihre Abbildung wieder zurückgegeben.

Zwei spannende Ausstellungen, die entgegengesetzter nicht sein könnten. Der Besucher kann entscheiden, was ihm lieber ist: poppig harmlos oder konzeptuell reflektierend. (Barbara Pflanzner)

Galerie Ernst Hilger / Hilger Contemporary
Damien Hirst: Prints and Works on Paper
Leila Pazooki: The Collection of Modern Art
27.9. – 29.10.2011
Eintritt frei.

Abbildung:
Damien Hirst: For the love of god, believe
Silkscreen print on paper with glazes, ed. 116/1700, 30 x 24cm
(c) Galerie Ernst Hilger

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Galerie Ernst Hilger



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