Kultur – Film / TV

Der Diktator

DVD-Tipp: Der Diktator

21. Mai 2013 • Film / TV

Sacha Baron Cohen hat mit "Der Diktator" seine filmische Erfolgsgeschichte weiter geführt. Aber geht er diesmal mit "Der Diktator" zu weit? Wir diskutieren, ob es sich hierbei nur um geschmacklosen Slapstick oder doch geniale Satire handelt.

Nach Ali G, Borat und Brüno läuft der mittlerweile vierte Film von Sacha Baron Cohen an – und erregt nicht weniger Aufsehen als Borat oder Brüno davor. Während Ali G als Spielfilm eher unproblematisch wahrgenommen wurde, sorgten sowohl Borat, als auch Brüno für hitzige Diskussionen. Fakt ist: Sacha Baron Cohen polarisiert, und das sicher nicht ohne Absicht. Mit "Der Diktator" begibt sich der britische Komiker von der Interaktionskomik wieder in den Bereich der Fiktion, ohne dabei auf Provokation zu verzichten. 

Death to the West!

Spätestens bei den diesjährigen Oscars dürfte einem aufgefallen sein, dass Sacha Baron Cohen an einem neuen Film arbeitet. Wollten die Oscar-Verantwortlichen zuerst um jeden Preis verhindern, dass Cohen in Diktator-Verkleidung den roten Teppich betritt, hatte man dank der breiten Empörung der Öffentlichkeit über das Cohen-Verbot schlussendlich keine andere Wahl. Und so spazierte der Diktator über den roten Teppich der steifen Hollywood-Party, was dabei herausgekommen ist, siehe unten. 

Der Cohen-Oscar-Auftritt verriet schon im Vorfeld, welches Humorlevel "Der Diktator" anvisiert. Und dann sind wir wieder beim Thema polarisieren: geschmackloser Slapstick oder geniale Satire? 

Der Diktator 

Cohen wird in "Der Diktator" zum General  Haffaz Alladeen, der mit harter Hand die Republik Wadiya regiert. Wadiya basiert auf sämtlichen Klischees über den Mittleren Osten und General Alladeen verwendet in erster Linie Gaddafi als Vorlage. Vor der UN muss der Diktator das Atomprogramm seiner Republik rechtfertigen, weswegen General Alladeen nach New York reist. Dort wird er entführt, sein Bart wird abgeschnitten, weswegen er nicht mehr als der große Diktator erkannt wird. Ab sofort muss er sich also in New York durchschlagen, während er schon plant, die Macht in seiner Heimat wieder an sich zu reißen. 

Terrorismus, Politik, offensive Rundumschläge 

Keiner kommt bei Sacha Baron Cohen gut davon, "Der Diktator" ist ein Rundumschlag gegen alles und jeden, immer irgendwo an der Grenze zwischen Komik und beschämender Grenzüberschreitung. Manchen gefällt’s, manche verstört es, andere hassen es. Aber das ist auch nicht anders zu erwarten, und weder Sacha Baron Cohen, noch das Publikum sind überrascht von sowieso antizipierten Reaktionen, die "Der Diktator" auch fernab von der Kinoleinwand zum inszenierten Schauspiel machen. Man hat bei Cohen immer das Gefühl, dass er die Reaktionen, die er provoziert, mehr genießt, als seine Filme selbst. Schlag auf Schlag wird bei "Der Diktator" gescherzt, meistens relativ banal, oftmals ziemlich lustig, aber auch ziemlich oft schwer daneben. Was bleibt, ist eigentlich ein kleines Meisterwerk, das seinen Zweck erfüllt: ein politischer, satirischer, teils geschmackloser Rundumschlag, der Spaß macht – wenn auch nicht jedem. 

 

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