Kultur

Charles Manson

Charles Manson & die Family

11. August 2013 • Kultur

„Meine letzten Worte“ heißt ein Buch, in dem der Mordanstifter und Sektenführer Charles Manson seine Geschichte erzählt, basierend auf Gesprächsaufzeichnungen mit der Journalistin Michael Welles. Manson, für einige nach wie vor eine Art sinistre „Popikone“, ist mittlerweile weit über 70.

„Wenn ich mit dem Morden beginnen würde, wäre keiner von euch übrig.“

„Glaub mir: wenn ich jemals mit dem Morden beginnen würde, wäre keiner von Euch mehr übrig“, so eine legendäre Aussage des nach wie vor seine lebenslange Haftstrafe im kalifornischen Corcoran absitzenden Charles Milles Manson. Ohne selbst einen Mord begangen zu haben, manipulierte Manson in den späten 1960ern etliche Mitglieder seiner „family“, einer Hippie-Kommune auf kriminellen Abwegen, so weit, dass sie etliche Morde für ihn begingen. Manson selbst leitete die Kommune als autoritärer Anführer und indoktrinierte seine Mitglieder mit wirren und obstrusen Ideen von Rassenkriegen, apokalyptischem Chaos und Outlawtum. Seinen Anhängern – zum Großteil junge Frauen – ordnete er etliche Morde an, am spektakulärsten und grausamsten wohl der LaBianca/Tate Mord.

„I just tried to help them stand up.“

Manson bestreitet nach wie vor, etwas mit den Morden zu tun zu haben, schließlich handelte jeder der Mörder aus Eigenverantwortung. “These children that come at you with knives, they are your children.", rechtfertigte er sich, "You taught them. I didn’t teach them. I just tried to help them stand up“. Die Aufstehhilfe für die Kinder mit den Messern resultierte unter anderem darin, dass vier seiner Anhänger – Susan Atkins, Patricia Krenwinkel, Linda Kasabian und Charles Watson – in die Villa der damals hochschwangeren Sharon Tate eindrangen und neben Tate (mit deren Blut Susan Atkins „PIG“ auf die Türe schrieb“) weitere vier Leute mit Messerstichen und Schüssen umbrachten.

Völlig realitätsfern verhielten sich Atkins, Kasabian & Co bei der Verhaftung und Gerichtsprozessen. Singend und lachend fühlten sie sich keiner Schuld bewusst. „Woman, I don’t have mercy with you“, hat Atkins zu Tate gesagt, bevor sie die Schauspielerin umbrachte. "Alice ist nicht mehr im Wunderland", hat Manson damals gar nicht untreffend gesagt: die Unschuld der Hippie-Ära war jedenfalls ordentlich zu Ende.

Faszinosum Manson

Auch heute noch, so heißt es, bekommt kein Häftling soviel Post wie der mittlerweile über 70jährige Manson. Manson ist nach wie vor ein popkulturelles Faszinosum, seine Person hat von der Strahlkraft nicht viel verloren. Nachdem er ursprünglich in die Todeszelle des Gefängsnistrakts kam, wurde in Kalifornien die Todesstrafe ein Jahr nach seiner Inhaftierung für verfassungswidrig erklärt. Später hat sich die Rechtslage zwar wieder verändert, aber Mansons Strafe blieb die lebenslängliche Haft. Jegliche Gnadengesuche seitens Mansons wurden – wenig überraschend – abgelehnt.

Was wurde aus der "Family"?

Susan Atkins, die sich recht bald geläutert zeigte, verbrachte ihr restliches Leben in der kalifornischen Haftanstalt von Corona und starb 2009 an Krebs – Gnadengesuche, auch seitens ihres Ehemanns, wurden abgelehnt. Hier ein interessantes Video aus dem Jahr 2002, in dem Atkins über die Geschehnisse spricht:

Patricia Krenwinkel, Linda Kasabian, Leslie van Houten und Tex Watson sind allesamt nach wie vor in Haft, auch bei ihnen wurden jegliche Gnadengesuche abgelehnt.

"Meine letzten Worte"

Der Journalistin Michal Welles hat Mason unter dem Titel "Meine letzten Worte" seine Ansichten und Einschätzungen mitgeteilt. Manson selbst sieht sich als unschuldig und versucht in diesem Buch seine oft sehr wirre Sicht der Dinge darzulegen. Das Buch ist im Hannibal Verlag erschienen. 

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