Kultur – Musik

Magdalena Piatti "Broken Wings"

CD-Kritik „Broken Wings“ von Magdalena Piatti

31. Dezember 2011 • Musik

"Broken Wings" heißt das Debütalbum der Wiener Singer/Songwriterin Magdalena Piatti, das via Lindo Records erschienen ist. Eine Empfehlung.

In der Wiener Singer/Songwriterszene ist Magdalena Piatti seit Jahren aktiv. Nachdem 2008 ihre Debüt-EP „Inner Space“ erschien, hat die 28-jährige nun ihr Full Length-Debütalbum veröffentlicht. „Broken Wings“ heißt das Erstwerk, und umfasst zwölf Eigenkompositionen Piattis, elf in englischer Sprache, einer auf Deutsch.

Melancholie, Melodramatik und Sinnsuche

Von Piattis Piano, Kontrabass, Streichern und sparsam eingesetzten Schlagzeug getragen ist „Broken Wings“, dem Albumtitel entsprechend, ein melancholisches, nachdenkliches Album geworden. So eröffnet „Blue Butterflies“ das Album mit Klavier und Streichern im Mollgewand, was in einem ungemein eingängigen und schönen Chorus nach oben getragen wird. „My soul breaks into one thousand pieces anyway“, heißt es da.

„Melodramatischer Pop“, wie die Künstlerin selbst ihre Marschrichtung auf „Broken Wings“ bezeichnet, trifft die Sache da schon ganz gut. Die Kompositionen sind eingängige, kompakte Songs – aber durchaus mit einem Hang zur Elementen von klassischer Musik arrangiert und interpretiert. „Broken Wings“ besticht mit fragilen Details, sei es ein unerwartere Schlagzeugbetonung vom Refrain von „They Are Watching You“ (dessen Intro beinahe Kammer-Pop Qualitäten besitzt), seien es die immer die Mollwände immer wieder durchdringenden Sonnenstrahlen.


Magdalena Piatti. Fotos (c) KIDZIN.COM

Zur Künstlerin und Band

In Niederösterreich geboren zog es die Sängerin und Pianistin, nach Wien, wo sie am Konservatorium Jazzgesang und Klavier studierte. 2003 begann sie, aktiv am Musikgeschehen Wiens, zu einer Zeit, wo das Singer/Songwritertum in Wien durch diverse Locations und Organisationen regelrecht aufblühte, teilzunehmen. Anfangs noch solo unterwegs, hat Piatti mit ihrer aktuellen Bandbesetzung das vielleicht optimale Klanggewand für ihre fragilen Kompositionen gefunden. So besteht die Magdalena Piatti Band, neben der Namensgeberin, aus Irmi Vukovich (Cello), Martin Mixan (Kontrabass), Barbara Kramer (Geige) und Michael Flatz (Schlagzeug).

Eine Empfehlung

Es stimmt schon, was in den letzten Jahren immer gesagt wird: Wiens Musikszene, vorallem jene KünstlerInnen rund ums Indie- und Singer/Songwriterbiotop (so fragwürdig letztere Schublade ob ihrem inflationären Gebrauch möglicherweise auch geworden ist), hat einen großen Aufschwung, nämlich in Qualität kombiniert mit Quantität (sprich vielschichte, unterschiedliche Acts) erlebt. Und in diese Reihe der jungen, talentierten Wiener Songschreiber reiht sich Piatti mit ihrem Debütalbum definitiv ein. Wer also melancholischen Klangwolken mit Mollfärbung und einem großen Schuß Melodramatik affin ist, in dessen CD/MP3-Player möge Piattis neues Album seinen Weg finden. Schön!

(Markus Brandstetter)

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