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Puls 4: Austria's Next Topmodel

Austria’s Next Topmodel – eine nicht ganz ernst gemeinte Rezension

28. Februar 2011 • Debatte, Film / TV, Mode3 Kommentare zu Austria’s Next Topmodel – eine nicht ganz ernst gemeinte Rezension

Ja, es ist soweit: Es darf wieder gemodelt werden! Und zwar schöner, größer und glamouröser!

Mit dieser vielversprechenden Aneinanderreihung von Komperativen lässt Austria’s Next Topmodel die Republik erneut zusehen, wie man ein glitzerndes Topmodel von morgen castet. Denn Puls 4 gibt dem Zuschauer die Chance, am vermeintlich echten und knallharten Modelbusiness teilzuhaben und bringt die Mädchen mit dem meisten Potential ins heimische Wohnzimmer, die nur ein Ziel vor Augen haben: Ich will Austria’s Next Topmodel werden!

Kein einfaches Vorhaben für den Privatsender, denn wir nahmen den Titel der Sendung mal ganz ernst und beobachteten das Geschehen der ersten Folge mit unseren Argusaugen.

Für Austria’s Next Topmodel geht es nun endgültig um die Wurst

Das Langstreckenformat ist ein Quotenknüller keine Frage, doch ob sich diesmal das eigentliche Ziel der Sendung (natürlich mal abgesehen vom Unterhaltungswert) in die Tat umsetzen lässt und eine Kandidatin gefunden wird, die letztendlich in der Lage ist, durch Kampagnen, Shootings und Laufstegaufträgen ihre Miete zu bezahlen, steht in den Sternen.

In diesem Falle hilft auch der Versuch nichts, sich am Sendebeginn mit fremden Federn von Tyra Banks’ America’s Next Topmodel zu schmücken, denn dieser Vergleich hinkt nun wirklich in jeder Hinsicht. Tatsache ist, dass die Gewinnerinnen der amerikanischen Originalversion mit Sicherheit in der Modebranche Fuß fassen können, denn mit einem 100.000 $ Vertrag mit Covergirl Cosmetics, einem Cover und einer Fotostrecke in der Beautyausgabe der italienischen Vogue, ein prominentes Feature auf der Website der italienischen Vogue und einem Modelvertrag mit der größten Modelagentur der Welt – nämlich IMG Models – lässt sich schon einiges Anfangen.

Widmen wir uns also wieder der österreichischen Version von Puls 4, nämlich Austria’s Next Topmodel. Unterhaltsam war die erste Sendung allemal, jedoch wurde diese durch das auffällige Product Placement von Beautyexperten Boris Entrup und häufigen Werbeblöcken immer wieder unterbrochen.
Somit forderte man vom Zuschauer ganz schön viel Ausdauer und Zapping zu Konkurrenzsendern war quasi vorprogrammiert. Auf der anderen Seite bot die Sendung somit auch multitaskfähigen Zusehern genug Spielraum, um eifrig auf Twitter oder Facebook Meinungen zu posten und Diskussionsstoff für die Sendung zu liefern.


Über Gunst und Ungunst der Kandidatinnen entscheidet eine gnadenlose Expertenjury

Die Schöne

Chefjurorin ist und bleibt die Gewinnerin der ersten Staffel Germany’s Next Topmodel Lena Gercke (22). Man merkt der Moderatorin sichtlich an, dass sie das Handwerk und die spürbare Authentizität von Nervensäge Heidi Klum höchst persönlich lernte, denn würden sich die beiden nicht optisch unterscheiden, könnte man sie kaum auseinanderhalten.

Die Böse

In die Rolle der fleischgewordenen Boshaftigkeit schlüpft Elvyra Geyer, eine sogenannte Laufstegchoreographin. Sie ist quasi für Nörgeleien und Gemeinheiten verantwortlich. ("in der Fashionwelt bin ich noch die NETTESTE! Wenn du mal in Paris bist, geht’s nochmal anders!" oder „Wir suchen keine Moppels, sondern Models!“)

Der Designer

Einen unscheinbaren, aber nach längerem Grübeln eigentlich sympathischen Eindruck, hinterlässt der Mann namens Atil Kutoglu. Er ist der zweite Neuling in der Jury und vom Beruf Designer. Atil Kutoglu stellt seit einigen Jahren unter gleichnamigem Label seine Kreationen auf der New York Fashion Week zur Schau.

Eigentlich ist er somit die Person mit der meisten Erfahrung und dadurch auch derjenige mit dem besten Urteilsvermögen. Leider kam er bisher nur selten zu Wort.

Der Sendungsinhalt

Mit den Worten „Die schönste Show der Welt ist zurück!“ aus Lena Gerckes Munde wurde die Show eröffnet. Wie bereits erwähnt folgte ein kurze Sequenz mit Ausschnitten von America’s Next Topmodel und anderen Topmodel-Formaten aus verschiedenen Ländern, um dem Zuseher eine Internationalität des österreichischen Formates zu suggerieren.

Einen zähen Spannungsaufbau musste der Zuschauer ab der Primetime über sich ergehen lassen, um dann letztendlich um 22:15 zu erfahren, welche 14 Kandidatinnen in das heißbegehrte Model-Loft einziehen durften.

Große Emotionen, die unter die Haut gehen

Dass eine Kandidatin keine zu kleinen High Heels tragen und nicht unter den dadurch entstehenden Schmerzen leiden möchte, ist zwar vernünftig, wird dem Zuschauer aber als Dreistigkeit verkauft, denn wer ins Model-Loft einziehen möchte, „der muss die Zähne zusammen beißen können.“

Theater, Pathos und „Scripted Reality“-Inszenierung

Dramatisches erlebte der Zuseher auch in der Kick-off Sendung der Show, in dem ordentlich auf die Tränendrüse gedrückt wurde. Eine Kandidatin, deren persönlicher Schicksalsschlag weidlich ausgeschlachtet wurde, wurde ausnahmsweise doch noch zusätzlich zu den „geplanten“13 Kandidatinnen dazu gewählt, denn sie war sozusagen der „Joker“, der die Runde der schönsten Mädchen dann letztendlich noch komplettierte.

Dann ist da noch eine Kandidatin namens Magalie, deren reichen Freund aus Linz wir auch gleich mit kennen lernten. Magalie mochte ihren Freund anfangs nicht, hielt sie ihn zu Beginn doch für einen Zeitungsverkäufer. Dass dieser vermeindliche Zeitungsverkäufer jedoch eine dicke Brieftasche besaß, darüber war sich die zierliche 20-Jährige anfangs nicht im Klaren.

Mit stereotyper Schwarzweißmalerei …

… wurde jedenfalls nicht gespart und gleich im Anschluss folgte „Pink“, in dem die reiche Magalie und das vom Schicksal geprägte Mädchen aus eher bescheideneren Verhältnissen prompt gegenüber gestellt wurden und der Zuschauer darüber informiert wurde, dass bei Austria’s Next Topmodel Welten aufeinandertreffen.


Fazit

Es ist schon erstaunlich, wie die Autoren dieser Castingshow es schaffen, all jene Klischees gebündelt zu präsentieren und so – wenn auch unfreiwillig – für jede Menge Komik sorgen.

Rassistische Tendenzen bei Austria’s Next Topmodel

ANTM 3.2 – Tränen, nackte Haut und Geographiekatastrophen

ANTM 3.3 – Catwalktraining, Rudelschmusen und der Magalie-Skandal

ANTM 3.4  – dort, wo Trash aufhört und Wahnsinn beginnt

ANTM 3.5 – Top Overkill

ANTM 3.6 – Darija Drama und ein bisschen Porno

ANTM 3.7 – Sekundenschlaf

ANTM 3.8 – Tanz mir deinen Duft

ANTM 3.9 – Du bist so richtig scheiße!

ANTM 3.10
– Das Finale

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3 Antworten auf Austria’s Next Topmodel – eine nicht ganz ernst gemeinte Rezension – Verstecken

  1. barbara streisand sagt:

    magalie
    mir ist die magalie sowas von unsympathisch!

  2. Susi sagt:

    Nicht schon wieder
    Wann hören eigentlich diese schlechten Sendungen auf!!!!

  3. magie1 sagt:

    ANTM
    die Folge gestern war echt lustig. Magalie konnte sich nicht zusammenreißen und wurde rassistisch. Die Sendung lebt halt davon, dass einige sich voll daneben benehmen. Marcus Schnekenberger hat von sich behauptet er wäre nicht nur model sonder auch modedesigner. Was hat den der designt? Ich bin schon gespannt auf nächhste folge am donnerstag um 20:15

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