Kultur – Musik

Woodkid - The Golden Age

Aus dem Plattenregal: Woodkid – The Golden Age

23. Oktober 2013 • Musik

Für alle die es tiefgründig, episch und ungewöhnlich mögen haben wir ein ganz besonderes Musik-Schmankerl vorbereitet: "The Golden Age" von Woodkid verbindet emotionale Lyrics mit kühlen, apokalyptischen Sounds. Eine explosive Mischung die den Hörer gleichzeitig runterzieht wie auch beflügelt.

Aus Holz und Eisen

Der Franzose Yoann Lemoine ist ein Multitalent des medial-erzählten Epos. Als Regisseur arbeitete er schon für Firmen wie Dior, Katy Perry, Lana Del Rey und Moby. Doch nebenbei erschafft er noch ganz andere, musikalische Welten, nämlich die des Woodkid. Diese kombinieren Indie-Pop Elemente mit schweren, epischen Klängen, so dass am Schluss beim Hörer ein geistiger Schockzustand herrscht, den man vielleicht schon einmal erlebt hat, wenn man sich wirklich nicht mehr erinnern kann, wo man seinen Haustürschlüssel verloren haben könnte.

Woodkids erster Song "Iron" kam im Frühjahr 2011 heraus und hatte schwups mal 20 Millionen Views. Seine zweite Single "Run Boy Run" wurde daher schon lang ersehnt, als sie ein Jahr später auf den Markt kam und von Kritikern in den Himmel gelobt wurde. Na überlegt mal was los war als das ganze Album erschienen ist. Ja genau, jauchzende Freuden-Chöre aus aller Welt.

Heldenepos für alle Sinne

Natürlich produziert der Regisseur seine Musikvideos auch selbst und macht daraus ganz schnell mal eigenständige Kunstwerke in schwarz-weiß. Diese sind auch nichts für zartbesaitete, da sie anfangs ein wenig einschüchternd wirken können. Von hässlichen Monstern verfolgt sprintet ein kleiner Junge zum Beispiel durch das Video zu "Run, Boy, Run", ohne zu wissen, dass sie seine Gehilfen sind und nicht der Feind. Den Kampf führt er nämlich bald gegen eine düstere, viel größere Macht.

Die tiefgreifenden Song-Texte erzählen meist von Krisen zwischen Liebe und Tod. Diese immer wechselnden Hochs und Tiefs hört und spürt man und das ist wahrscheinlich auch das faszinierende an seinen Werken. "The Golden Age" trägt einen wie in einer Trance durch dramatische Heldensagen bleibt dabei kühl und opulent.

Nives Kovacec

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