Kultur – Musik

Eddie Vedder "Ukulele Songs"

Aus dem Plattenregal: Eddie Vedder „Ukulele Songs“

9. Mai 2013 • Musik3 Kommentare zu Aus dem Plattenregal: Eddie Vedder „Ukulele Songs“

„You are the most beautiful Ukulele player I have ever met”, sagt der immer verlierende und völlig großartige Anwalt Ted Buckland in einer Folge von „Scrubs“ als Art Liebeserklärung an seine zukünftige Freundin Stephanie Gooch, nicht ohne ein wenig relativierend anzumerken, „of course that doesn´t say much, as they are usually fat Hawaiians“.

Die Ukulele – jenes kleine hawaiianische vier-, manchmal auch sechs oder achtsaitige Instrument, das wie eine Spielzeuggitarre anmutet und auch ein wenig so klingt, hat sich mittlerweile auch abseits hawaiianischer Folklore und Ständchen von Stefan Raab in der Popmusik ein wenig etablieren können. Natürlich, die Klangfärbung, die so ein Ukulelen-Sound mit sich bringt, ruft gewisse Assoziationen wach. Jack Johnson und so, der ist natürlich auch Hawaiianer, aber nicht übergewichtig. 

Ukulele Songs. Bumm.

„Ich nehme ein Ukulelen-Album auf“, hat sich Pearl Jam Frontmann Eddie Vedder gedacht. Konsequenterweise hat er das Album, sein Zweitwerk nach dem grandiosen „Into The Wild“, dann auch „Ukulele Songs“ genannt. Ich mag solche Titel ja: „Ten New Songs“ von Leonard Cohen, „Songs in A-Minor“ von Alicia Keys. Außerdem mag ich die Ukulele als Instrument. Und Eddie Vedder mag ich sowieso, auch außerhalb von Pearl Jam, und seit seinem ersten Solo-Album liebe ich ihn beinahe. Die Erwartungshaltung ist also groß, als das Album meinen Player entert.

Sechzehn Songs sind auf „Ukulele Songs“, und zwei großartige Gastfeatures: so ist bei Sleepless Nights Glen Hansard mit von der Partie, und bei „Tonight You Belong To Me“ gastiert die durch und durch anbetungswürdige Cat Power.

„I keep on healing all the scars / that we collected from the start“.

Und Himmelherrgott, was ist “Ukulele Songs” für ein wunderschönes Album geworden. Zum Beispiel „Without You“, eine schöne Reflexion übers Narbensammeln und es dennoch nicht anders haben wollen: „I keep on healing all the scars / that we collected from the stars“, singt Vedder. Und sagt, dass er es lieber so hat, dass es das schon wert sein muss.

Um schlaflose Nächte geht es und um gebrochene Herzen, um hellos und goodbyes. Und das alles mit einer schönen Intimität, mit einer klanglichen Reduziertheit, die Vedders wie immer unglaublich charismatischer Stimme in all ihren Facetten und Nuancen viel Raum gibt.

It´s just a broken heart.

Und wie ich Ukulele Songs so höre, habe ich die leise Vorahnung, dass mich dieses Album in den kommenden Monaten eng begleiten wird. Simpel, intim und mit Tonnen Herz. Melancholisch, zuversichtlich, reflexiv.

Mit „alles Sonnenschein“ spielt es sich trotz Ukulele natürlich nicht auf „Ukulele Songs“. Ist aber auch okay, singt Eddie Vedder, am Ende des Tages: „It´s just a broken heart“.

Ach, wie schön.

Markus Brandstetter

Geschichten rund um den Song Noir. Von strauchelnden Protagonisten, Mythen und Mixtapes.

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3 Antworten auf Aus dem Plattenregal: Eddie Vedder „Ukulele Songs“ – Verstecken

  1. marie sagt:

    ja!
    wirklich sch

  2. Fr sagt:

    schön
    <3 eddie vedder

  3. Lorelei sagt:

    O my gosh
    sich an ein so schwieriges Instrument zu wagen ist nicht ohne. Respekt vor dem Versuch, aber auch vor dem Ergebnis.

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