Kultur

viennafair impressionen

Auftakt für die Viennafair

12. Mai 2011 • Kultur

Der neue Schwerpunkt auf zeitgenössische Kunst aus Mittel-, Ost- und Südosteuropa hat sich offenbar für die Viennafair bezahlt gemacht: 127 Galerien, davon 49 aus Österreich und 47 aus den Schwerpunktländern Ost- und Südosteuropas (CEE) sind dieses Jahr mit dabei, das sind 13 Galerien mehr als im Vorjahr.

Die Viennafair zeigte gestern ihr neues Gesicht: 127 Galerien, davon 49 aus Österreich und 47 aus den neu erkorenen Schwerpunktländern Ost- und Südosteuropas (CEE), sind von 12. – 15. Mai auf Wiens größter Messe für zeitgenössische Kunst zu sehen. Bereits zum siebten Mal findet die Kunstmesse nun statt. Wieder sind die wichtigen, etablierten Wiener Galerien auf der Messe vertreten, die "ZONE1", in der junge Galerien auf jeweils 20 Quadratmetern ihre Kunst präsentieren können, wird weitergeführt.

Neu dieses Jahr: Für das künstlerische Leitungsteam sind nun das Kuratoren- und Kritikerduo Georg Schöllhammer und Hedwig Saxenhuber verantwortlich, Herausgeber der österreichischen Kunstzeitschrift „Springerin“, also quasi durchaus markterprobte, sattelfeste Masterminds.

Es war auch die Idee von Schöllhammer und Saxenhuber, die Viennafair inhaltlich neu zu strukturieren. Als thematischer Schwerpunkt wurde "zeitgenössische Kunst aus Mittel-, Ost- und Südosteuropa" auserkoren. Was wenig verwundert, ist doch Osteuropa das Spezialgebiet der beiden. Begründet wird die Schwerpunktsetzung damit, dass Wien Messestandort Wien hierfür geradezu prädestiniert sei. Auch führende Ausstellungshäuser wie die Tate Modern oder Meta-Messen wie wie die Art Basel haben den prosperierenden Kunstmarkt längst erkannt und sich auf diesen eingeschossen.

Kunst mit temporärer Galerienvertretung

Allerdings ist der neue Schwerpunkt nicht als kunstmarkttechnische Plattentektonik zu verstehen: Man bleibt den marktfernen Prinzipien bei, trotz des CEE-Fokus spezialisiert man sich auf eher marktfernere Zonen, es werden also Künstler und Künstlerinnen gezeigt, die zwar bereits auf Biennalen vertreten waren oder sind, aber nicht durch eine Galerie vertreten werden. Das sieht in der Praxis dann aus wie folgt: "Temporary Sales Zone", also eine Art temporäre Verkaufszone, nennt sich dieses größte Sonderprogramm der Messe. Ausgestellt werden Künstler und Künstlerinnen aus nichtkommerziellen Kunstzentren mit erst langsam fluktuierendem Kunstmarkt, beispielsweise aus Prishtina. Die Künstler werden von Institutionen ihres jeweiligen Heimatlands präsentiert. Findet sich nun ein interessierter Käufer, dann läuft der Verkauf über eine teilnehmende Galerie der Viennafair, mit der das jeweilige Kunstzentrum nur für die Zeit der Messe eine Partnerschaft schließt. Wie gut das funktioniert, bleibt abzuwarten, ein wenig erinnert das Konzept an „Wer will mich“.

Wien darf Istanbul werden

Einen weiteren neuen Schwerpunkt der auch grafisch runderneuerten Viennafair ermöglicht der neue Megasponsor OMV: Es reicht hier nicht, dass junge Kunst aus Istanbul gezeigt wird, sie bekommt eine eigene Architektur (Gestaltung: Johannes Porsch), die an den Han, den Innenhof historischer Karawansereien, angelehnt sein soll.

Auch sonst hat sich das Ausstellungsdesign im Vergleich zum Vorjahr gebessert: Für die übrigen Galerienstände der Viennafair hat Porsch die übliche Standarchitektur um flexible Raumstrukturen erweitert, die den rigide Parzellenlook von früher erheblich auflockern. Im Zentrum gibt es nun eine Piazza, auf der die Performance von Pawel Althammer am Freitag stattfinden wird und rund um die Messe gibt es ein Art Garten.

Wann: 12. – 15. Mai

Öffnungszeiten:  Donnerstag 11:00 – 19:00 Uhr
Freitag 11:00 – 21:00 Uhr (Performance Nite ab 18:00 Uhr)
Samstag 11:00 – 19:00 Uhr
Sonntag 11:00 – 18:00 Uhr

Wo: Messe Wien, Messeplatz 1, 1020 Wien

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Messe Wien



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