Kultur

Artillerie

Artillerie

11. April 2013 • Kultur

Irgendwo zwischen öffentlich und privat haben Laura Karasinski und Thomas Klein mit der Artillerie ein kleines Fleckchen Kunstraum in Wien geschaffen. Ein Konzept, das schwer zu fassen ist; wahrscheinlich deswegen, weil es so variabel ist. Wir trafen die zwei zum Gespräch. 

Als die Artillerie im September 2011 eröffnete, wollte man das mit einer feinen, beschaulichen Feier begehen. Daraus wurde aber leider nichts, denn das Interesse war so groß, dass es rammelvoll wurde im kleinen Atelier. Galerie, Atelier, Fotostudio – irgendwo dazwischen liegt die Artillerie im 6. Bezirk. Thomas Klein und Laura Karasinski heißen die beiden, die sich hier eine eigene Plattform geschaffen haben. Mit Projekten wie "Fliegende Gallerie" und "We Visited" haben sie sich in den letzten Wochen und Monaten ein beachtliches Publikum geschaffen, was uns neugierig genug gemacht hat, um auf einen Sprung in die Sandwirtgasse vorbeizuschauen.

Künstler, Architekt, Grafikerin, StudentInnen.

Thomas Klein und Laura Karasinski begrüßen mich in der Artillerie, bieten mir Mannerschnitten und Kaffee an machen sich somit gleich umso mehr beliebt bei mir. Wir beginnen dort, wo man gerne ansetzt bei solchen Interviews, nämlich bei einem kleinen Backround-Check. Laura Karasinski studiert auf der Angewandten, Thomas Klein studiert Architektur auf der TU Wien, beide im 5. Semester. Im Bereich Grafikdesign, Fotografie, Architektur und im weiteren Rahmen also Kunst sind die beiden angesiedelt, alte Hasen definitiv nicht, aber mit einiger Erfahrung und viel Offenheit ausgestattet.

Was ist die Atillerie nun?

Privat und beruflich verbringen die beiden gerne Zeit miteinander, und als sich die Möglichkeit ergab, wartete man nicht lange und richtete sich im 6. Bezirk die Atillerie ein. Somit wurde ein Arbeitsraum geschaffen, in dem nicht nur Aufträge verwirklicht werden und die Arbeit für die Uni bewältigt wird, sondern auch eigene Projekte umgesetzt werden können. Durch die große Glasfront kann das gesamte Atelier von der Straße aus überblickt werden; die Glasfront wird im vier bis sechs Wochen-Takt von mal mehr, mal weniger bekannten KünstlerInnen bemalt, beklebt oder besprayed, was wohl den öffentlichsten Part des Konzepts ausmacht.

In der Atillerie befindet sich nicht nur ein riesiger Arbeitstisch, sondern auch ein kleines Fotostudio, das für Shootings gemietet werden kann. Wirtschaftliches Interesse verfolgen die beiden mit der Artillerie nicht, so ist es selbstverständlich für beide, dass die Miete für Shootings nur laufende Kosten decken muss, sie sind offen für Ideen von außen und auch Tauschhandel gegenüber nicht abgeneigt.

Fliegende Gallerie

Wie schon weiter oben bemerkt, steht die Glasfront der Artillerie oft im Mittelpunkt des Geschehens. Im Rahmen des laufenden Projekts "Fliegende Gallerie" wird das große Fenster regelmäßig von KünstlerInnen gestaltet – und somit eine Plattform für sowohl bekannte als auch weniger bekannte Artists geschaffen. Auf der Facebook-Seite der Artillerie wird man über die KünstlerInnen informiert, die sich hier verwirklichen, und auch darüber, wann die Front gestaltet wird – diesen "Happenings" darf natürlich jeder, der Interesse hat, beiwohnen. Derzeit ist man in der zweiten Runde, den Anfang machte Perfekt World. Seit kurzem ziert nun "Cars and Ufos" von Lena Gold die Artillerie.


Fliegende Gallerie x Perfekt World


Fliegende Gallerie x Lena Gold

Im Jänner steht übrigens die nächste Episode von "Fliegende Gallerie" an, nämlich mit Knarf, der kurz darauf in der Inoperable Gallery ausstellen wird. Neben der "Fliegenden Gallerie" versorgt die Atillerie ihre Facebook-Fans mit regelmäßiger Foto-Dokumentation von Ausstellungen, Vernissagen und Parties, nämlich unter dem Titel "We visited". 

Zusammenarbeit statt Ego-Trips

Was das Ganze wahrscheinlich so sympathisch macht, ist die Grundeinstellung, die zu Grunde liegt: Laura Karasinski und Thomas Klein setzen auf Zusammenarbeit, ein kleines Netzwerk innerhalb der Wiener Kreativszene, das durchaus gepflegt werden darf. Wer offen ist für Neues und gerne auch einmal jemand anderem unter die Arme greift, der wird es sicher leichter haben. So haben die beiden einen kleinen Kunstraum in Wien geschaffen, der nicht ganz privat, und nicht ganz öffentlich ist, für dessen Weiterentwicklung es viele Möglichkeiten gibt – wir danken für das Gespräch!

Fotos: (c) Artillerie

Therese Avila Kaiser

Artillerie



Irgendwo zwischen öffentlich und privat haben Laura Karasinski und Thomas Klein mit der Artillerie ein kleines Fleckchen Kunstraum in Wien geschaffen. Ein Konzept, das schwer zu fassen ist; wahrscheinlich deswegen, weil es so variabel ist. Wir trafen die zwei zum Gespräch. 

Als die Artillerie im September 2011 eröffnete, wollte man das mit einer feinen, beschaulichen Feier begehen. Daraus wurde aber leider nichts, denn das Interesse war so groß, dass es rammelvoll wurde im kleinen Atelier. Galerie, Atelier, Fotostudio – irgendwo dazwischen liegt die Artillerie im 6. Bezirk. Thomas Klein und Laura Karasinski heißen die beiden, die sich hier eine eigene Plattform geschaffen haben. Mit Projekten wie "Fliegende Gallerie" und "We Visited" haben sie sich in den letzten Wochen und Monaten ein beachtliches Publikum geschaffen, was uns neugierig genug gemacht hat, um auf einen Sprung in die Sandwirtgasse vorbeizuschauen.

Künstler, Architekt, Grafikerin, StudentInnen.

Thomas Klein und Laura Karasinski begrüßen mich in der Artillerie, bieten mir Mannerschnitten und Kaffee an machen sich somit gleich umso mehr beliebt bei mir. Wir beginnen dort, wo man gerne ansetzt bei solchen Interviews, nämlich bei einem kleinen Backround-Check. Laura Karasinski studiert auf der Angewandten, Thomas Klein studiert Architektur auf der TU Wien, beide im 5. Semester. Im Bereich Grafikdesign, Fotografie, Architektur und im weiteren Rahmen also Kunst sind die beiden angesiedelt, alte Hasen definitiv nicht, aber mit einiger Erfahrung und viel Offenheit ausgestattet.

Was ist die Atillerie nun?

Privat und beruflich verbringen die beiden gerne Zeit miteinander, und als sich die Möglichkeit ergab, wartete man nicht lange und richtete sich im 6. Bezirk die Atillerie ein. Somit wurde ein Arbeitsraum geschaffen, in dem nicht nur Aufträge verwirklicht werden und die Arbeit für die Uni bewältigt wird, sondern auch eigene Projekte umgesetzt werden können. Durch die große Glasfront kann das gesamte Atelier von der Straße aus überblickt werden; die Glasfront wird im vier bis sechs Wochen-Takt von mal mehr, mal weniger bekannten KünstlerInnen bemalt, beklebt oder besprayed, was wohl den öffentlichsten Part des Konzepts ausmacht.

In der Atillerie befindet sich nicht nur ein riesiger Arbeitstisch, sondern auch ein kleines Fotostudio, das für Shootings gemietet werden kann. Wirtschaftliches Interesse verfolgen die beiden mit der Artillerie nicht, so ist es selbstverständlich für beide, dass die Miete für Shootings nur laufende Kosten decken muss, sie sind offen für Ideen von außen und auch Tauschhandel gegenüber nicht abgeneigt.

Fliegende Gallerie

Wie schon weiter oben bemerkt, steht die Glasfront der Artillerie oft im Mittelpunkt des Geschehens. Im Rahmen des laufenden Projekts "Fliegende Gallerie" wird das große Fenster regelmäßig von KünstlerInnen gestaltet – und somit eine Plattform für sowohl bekannte als auch weniger bekannte Artists geschaffen. Auf der Facebook-Seite der Artillerie wird man über die KünstlerInnen informiert, die sich hier verwirklichen, und auch darüber, wann die Front gestaltet wird – diesen "Happenings" darf natürlich jeder, der Interesse hat, beiwohnen. Derzeit ist man in der zweiten Runde, den Anfang machte Perfekt World. Seit kurzem ziert nun "Cars and Ufos" von Lena Gold die Artillerie.


Fliegende Gallerie x Perfekt World


Fliegende Gallerie x Lena Gold

Im Jänner steht übrigens die nächste Episode von "Fliegende Gallerie" an, nämlich mit Knarf, der kurz darauf in der Inoperable Gallery ausstellen wird. Neben der "Fliegenden Gallerie" versorgt die Atillerie ihre Facebook-Fans mit regelmäßiger Foto-Dokumentation von Ausstellungen, Vernissagen und Parties, nämlich unter dem Titel "We visited". 

Zusammenarbeit statt Ego-Trips

Was das Ganze wahrscheinlich so sympathisch macht, ist die Grundeinstellung, die zu Grunde liegt: Laura Karasinski und Thomas Klein setzen auf Zusammenarbeit, ein kleines Netzwerk innerhalb der Wiener Kreativszene, das durchaus gepflegt werden darf. Wer offen ist für Neues und gerne auch einmal jemand anderem unter die Arme greift, der wird es sicher leichter haben. So haben die beiden einen kleinen Kunstraum in Wien geschaffen, der nicht ganz privat, und nicht ganz öffentlich ist, für dessen Weiterentwicklung es viele Möglichkeiten gibt – wir danken für das Gespräch!

Fotos: (c) Artillerie

Therese Avila Kaiser

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