Kultur

(c) Gernot Singer
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Arthur Schnitzler zum Geburtstag

5. Dezember 2013 • Kultur

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  • (c) Sepp Gallauer
  • Arthur_Schnitzler_1912

Schreibens S doch einmal was ganz anständiges, damit die Leut nicht sagen, Sie können nichts andres“, soll Burgtheater-Direktor Max Burkhardt 1896 dem aufstrebenden Dramatiker Arthur Schnitzler empfohlen haben.

Schnitzler nahm sich diesen Rat allerdings wenig zu Herzen und begann noch im selben Jahr die Arbeit an seinem „Reigen“, in dem er in zehn erotischen Dialogen den außerehelichen Beischlaf als Thema in den Mittelpunkt rückte.

Selbst von der Unaufführbarkeit des Stücks überzeugt, dauerte es über 20 Jahre bis er die Genehmigung zur Aufführung erteilte. Der Skandal blieb dennoch nicht aus: Vor allem Anhänger nationaler und völkischer Vereine mit antisemitischer Motivation stürmten und störten die Vorstellungen in Berlin und Wien, bis Schnitzler selbst ein Aufführungsverbot für das Stück verhängte. So bestätigte sich, was Schnitzler bereits 1896 in einem Brief formuliert hatte:

„… nach ein paar hundert Jahren ausgegraben, [würde die Scenenreihe] einen Theil unserer Cultur eigentümlich beleuchten…“

Eindrucksvolles Kolorit und zeitloser Blick

An diesem 15. Mai jährt sich Arthur Schnitzlers Geburtstag zum 150. Mal. Und geblieben ist uns in seinem Werk genau das: Ein eindrucksvolles Kolorit der Gesellschaft und Moral in der späten Habsburger Monarchie. Aber darüber hinaus auch eine so gründliche und zeitlose Analyse der menschlichen Psyche, dass uns die Handlungsweisen und Mechanismen seiner Figuren auch heute sehr bekannt vorkommen.

So erfreuen sich die Stücke des Herrn Schnitzler andauernder Beliebtheit. Rund um seinen Ehrentag sind ihm neben den laufenden Inszenierungen (Das weite Land und Professor Bernhardi im Burgtheater, Die Traumnovelle im Theater in der Josefstadt) auch einige Sonderveranstaltungen gewidmet:

»Arthur Schnitzlers Liebe zu den Frauen« Lesung mit Klavierbegleitung, 10. Mai 2012, 19:30 Uhr im Café Korb

„Herz-Kestranek liest Schnitzler“ Martinee im Theater in der Josefstadt, 13. Mai, 11 Uhr

Und ich schenke mir zu meinem Geburtstag eine Neu-Bearbeitung meines Lieblingsstücks: „Anatol gratuliert Schnitzler zum Geburtstag“ in der Roten Bar im Volkstheater, 20. Mai, 11 Uhr

Happy Birthday!

Foto:
Traumnovelle 1: Alexander Pschill (Ferenc), Hilde Dalik (Alva), (c) Gernot Singer
Traumnovelle 2: Matthias Franz Stein, Eva Mayer, Alexander Pschill (Ferenc), Hilde Dalik (Alva), Siegfried Walther, Oliver Huether, (c) Sepp Gallauer

Eva Maria Krappinger liebt Theater und Literatur im Allgemeinen und Arthur Schnitzler im Besonderen. Deshalb betreibt sie Theatania, das Online-Theaterportal für Wien.

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