Kultur – Musik

Blur

Alben, auf die man sich 2011 freuen kann (2)

3. Februar 2011 • Musik

The Strokes

Die Band, die mit einem völlig grandiosen Album eine ganze Flut an “The”-Bands mit Retro-Sound und stoischen Gesten mit sich brachte, kommt im März endlich wieder mit einem neuem Album zurück. „Angles“ wird es heißen, zehn Songs werden darauf zu hören sein. Ganz einfach dürfte der Arbeitsprozess, wie die Band unlängst dem Rolling Stone erzählte, nicht gewesen sein – ganz abgesehen von den Schwierigkeiten, mal alle wieder in einen Raum zu bekommen: wurde doch zum ersten Mal demokratisch, wenn auch auf der Grundlage von Casablancas Ideen, gearbeitet. Wir sind gespannt, und hoffen, dass sie ihre Röhrenjeans und Lederjacken auch bald einmal wieder auf heimische Bühnen bewegen.

Dr. Dre

Still not loving police: neues vom Großen. Auf „Detox“ von Rapper- und Produzentenlegende Dr. Dre warten wir mittlerweile auch schon viele Jahre. 2004 hätte das Album erscheinen sollen, irgendwie hatte der mittlerweile 45-jährige dann aber doch mehr Lust, sich aufs Produzieren von anderen Künstlern zu konzentrieren. Mit seinen legendären Beats wurde die Musikwelt also auch in der Zwischenzeit versorgt, jetzt wird’s dann aber doch an der Zeit, dass sich der Doktor nicht nur hinter’s Mischpult sondern auch wieder einmal hinter das Mikrophon begibt. Um zu repräsentieren.

Sigur Ros

Von einem „hiatus“ war bei den Isländern die Rede, und das kann bei Bands zweierlei bedeuten: entweder einen Euphemismus für „wir schmeißen das Handtuch, Freunde“ oder eine Schaffenspause, die aber auch irgendeinmal wieder ihr Ende findet. Und Himmel, Herrgott, Arsch und Zwirn: was bin ich froh, dass es bei Sigur Ros zweiteres bedeutete. Das letzte, von Flood produzierte Album “Með suð í eyrum við spilum endalaust“ erschien 2008, seitdem war vor allem Sänger Jonsí musikalisch sehr umtriebig und sprach in Interviews, dass er sich bald wieder mit der Band ins Studio begeben würde. Auch die Zahl „2011“ kam aus seinem Mund, bleibt uns also die Hoffnung, dass wir dieses Jahr wirklich wieder mit etwas neuem der genialen Isländer beschenkt werden.

Björk

Geniale Menschen aus Island, die zweite: auch Björk ist wieder im Studio und ist zwar laut eigenen Angaben zu abergläubisch, um Details preiszugeben, ist aber guter Hoffnung im Herbst bereits mit dem neuen Material auf Tour gehen zu können. Das letzte Album von Madame Guðmundsdóttir, „Volta“, erschien 2007 – höchste Zeit also, um uns wieder einmal ihren Klangkosmos einzuladen und am besten gleich mit Sigur Ros im Doppelpack auf Tour zu gehen.

Blur

Im Jänner, so Damon Albarn (von Liam Gallagher liebevoll als Dermot All-Bran verunglimpft), hätte man sich mit den anderen Jungs von früher (ja, vor den Gorillaz war Damon ja mal mit dieser Band namens Blur Teil einer Bewegung, die als „Brit-Pop“ in die Annalen einging) vereinbart, sich zu treffen „to do something small together as a band“. Schau an: tatsächlich hat man sich zusammengerauft, sogar mit Graham Coxon, der ja seit „13“ (1999) auf keinem Album mehr zu hören war. Jetzt soll es also 2011, sieben Jahre nach „Think Tank“ wieder etwas neues vom Quartett geben, das immer, so Spötter, ein wenig der Art School-Gegenpol im Britpop zu den rustikal-working class Gallaghers waren. Das großartige Reunion-Konzert 2009 im Hyde Park  (das ich, zu der Zeit gerade wegen einem anderen Konzert in London, leider nur über einen Mini-Fernseher in meiner unschönen aber günstigen Absteige verfolgen konnte, aber nichts desto trotz begeistert war) verkaufte innerhalb 2 Minuten 10.000 Tickets – die Zeichen sprechen also dafür, dass Blur schon wieder mit offenen Armen empfangen werden.

Amy Winehouse

Ja, sie war zu oft in den Tabloids. Ja, man konnte schon eine Aversion gegen sie entwickeln. Ist so ähnlich wie mit ihrem Kumpel Peter Doherty, der ja ebenfalls dem öffentlich vorgetragenen dionysischen Wahnsinn nicht immer Spinnefeind war (sich mittlerweile aber ganz gut eingekriegt hat, wie es scheint): man vergisst bei all der Skandal-Inflation gerne, dass es sich da eigentlich nicht um Substanz-Ikonen handelt die mittlerweile sogar Großmutti aus der Illustrierten kennt und verabscheut, sondern um gute Musiker, die früher einmal auch für das bekannt waren. Insofern kann man sich auf ein neues Album von Amy Winehouse durchaus freuen („Black in Black“ war schließlich richtig toll), und alles andere, was da medial noch kommen möge, einfach ausblenden.

Queens Of The Stone Age

Jetzt, wo sich Josh Homme gemeinsam mit Dave Grohl und John Paul Jones bei „Them Crooked Vultures“ ausgetobt hat und Dave mit den Foo Fighters im Studio ist (und erste Hörproben versprechen ein Killer-Album), ist es auch für Homme wieder einmal logisch, sich mit QUOTSA im Reich der Mischpulte, Bandmaschinen und Harddisc-Recorder einzuschließen um der Welt wieder seine wunderbar trockenen Riffs entgegenzuschleudern. Mitte diesen Jahres soll das ganze auf den Markt kommen und sollte dem so sein, ist davon auszugehen die Band auch hierzulande wieder einmal live sehen zu können.

Demnächst im dritten Teil: And You Will Know Us By The Trail Of Dead, R.E.M und mehr.

Alben, auf die man sich 2011 freuen kann (1) – von Fiona Apple bis zu How To Destroy Angels

Markus Brandstetter

Geschichten rund um den Song Noir. Von strauchelnden Protagonisten, Mythen und Mixtapes.

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