Nightlife

SchwArzes Café

Adieu, Schwarzes Café!

30. Juni 2010 • Nightlife

Adieu, Schwarzes Café!

Seit 1980 gibt es das Schwarze Café – aus der Besetzer-Szene  (u.a. Arena) heraus ist es entstanden, der Gedanke war, ein autonomes Café mit anarchistischem Selbstverständnis aufzumachen, im Kollektiv geführt. Recht bald haben die Wiener Behörden begonnen, rumzuzicken und die Konzession zu verweigern – zahlreiche Interventionen später fand man einen Weg, den Laden doch nicht dicht machen zu müssen. Zitat: „Wir scheiterten an den üblichen Strukturproblemen, dennoch sind wir Freunde geblieben und der Geist der ersten Stunde poltert, wenn auch in abgeschwächter Form, immer noch durch die Räume“.

Die Abende im schwarzen Café, an die ich mich so erinnere, waren witzig, feuchtfröhlich, manchmal auch ein wenig derb. Die subtile Klinge wurde auch seitens des Personals nicht immer aufgefahren – da gibt es ganz legendäre Geschichten vom Lokalcapo Loisl (empfehlenswert auch das vor Jahren erschienene Buch, keine Ahnung ob und wo es das noch gibt); von den Gästen ganz zu schweigen. Erinnerungswürdig auch das sägende Lachen von Koch Norbert ("gnaaaaahaaaahaaa") bei dem man nicht drumrum konnte, als auch lachen zu müssen.

Heute soll das Schwarze Café also zusperren und damit ein kleines Stück linker Wiener Geschichte, ein kleines Stück Gastronomie-Anarchismus. Und sei es nur der Nostalgie wegen, es empfiehlt sich heute ein letztes Mal Wien Mitte auszusteigen und zur Bechardgasse zu marschieren, um sich noch ein letztes Mal ein paar Biere bei Loisl & Co zu gönnen.

Adieu, schwarzes Café, mit A wie Anarchie ! 

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