Lifestyle – Skurriles

Adel

Adel vernichtend

17. April 2013 • Skurriles

Nachdem wir unsere Rechtsstreitigkeiten nicht mehr beim Dorfschulzen klären lassen, unsere Nachrichten nicht mehr vom öffentlichen Ausrufer beziehen und der Türmer nicht mehr über unsere Sicherheit wacht bräuchten wir eigentlich auch keine Adeligen als Spitzen der Gesellschaft mehr – könnte man meinen. Doch weit gefehlt!

Worüber lässt sich sonst so köstlich lachen als über königliche Puffbesitzer und wildpinkelnde Prinzen. stadtbekannt stellt euch die Punks des deutschsprachigen Adels vor.

Grob lässt sich der Spaß-Adel in zwei Kategorien einteilen. Einerseits gibt es adoptierte Adelige die das fehlen von Stil mit umso mehr Kohle ausgleichen und die sich über die anderen, bürgerlichen Saunaclub-Besitzer erheben wollen. 
Die andere Kategorie stellen geborene Blaublüter dar, die mit ihrem Verhalten wohl so manchem Renaissance-Papst die Schamesröte ins Gesicht getrieben hätten.

Echter Adel

Prinz Ferfried Prinz von Hohenzollern (genannt: Foffi)

Seine Vielseitigkeit bewies der Prinz bereits in jungen Jahren als er mit 28 Jahren ein 24-Stunden-Autorennen auf dem Nürburgring gewann. Manches verlernt man eben nicht und so setzte er sich 36 Jahre später wieder hinters Rennwagen-Steuer und pilotierte für das Motorsport-Team Live-Strip.com Racing. Zwischendurch ließen er und seine damalige Lebensgefährtin, das Erotik-Model Tatjana Gsell, mit derTV-Serie „Tatjana & Foffi – Aschenputtel wird Prinzessin“ an ihrer Liebe und den gemeinsamen Hochzeitsvorbereitungen teilhaben. Mit der Hochzeit wurde es dann leider nix, dafür boten sie zumindest königliches Amüsement.

Ernst (H)August von Hannover

Was gibt es über diesen guten Mann alles zu berichten? Nicht umsonst würdigte die Punkband Terrorgruppe den schlagkräftigen Welfen als „Sid Vicious der Aristokratie“. Insbesondere mit Medienvertretern scheint er nicht unbedingt auf gutem Fuß zu stehen. Vielleicht trat er aus diesem Grund auch auf den Salzburger Festspielen 1999 eine Reporterin. Bereits ein Jahr zuvor ließ er einen Kameramann seinen königlichen Schirm schmecken.

Mit reichlich Kampferfahrung aus den vorherigen Gefechten prügelte er dann 2004 in Kenia einen deutschen Hotelbesitzer ins Krankenhaus.
Anscheinend fand er bei seinen regelmäßigen Schlägereien nicht genug Entspannung weshalb er sich zwischendurch bei der Weltausstellung 2000 in Hannover am türkischen Pavillon erleichterte. Wohl mangels ausreichender Zeit um allen deutschen Journalisten eine reinhauen zu können musste er sich anschließend damit begnügen diese als Arschlöcher zu beschimpfen, nachdem man ihm den Spitznamen „Pinkel-Prinz“ verpasst hatte.

Gloria von Thurn und Taxis

Es war wohl ihre Jugend die die heranwachsende Gräfin in Afrika verbracht hatte die sie dazu befähigte in der Sendung des deutschen TV-Sympathieträgers Michel Friedman die versammelte Weltöffentlichkeit über das Wesen des Afrikaners an sich aufzuklären: „Afrika hat Probleme nicht wegen fehlender Verhütung. Da sterben die Leute an AIDS, weil sie zu viel schnackseln. Der Schwarze schnackselt gerne.“
Dass dies keineswegs rassistisch gemeint war präzisierte sie einige Jahre später in der Bild-Zeitung: „Die Afrikaner sind mitnichten anders drauf als wir. Dass die mehr schnackseln, hat mit den klimatischen Bedingungen da unten zu tun“, da diese wegen des warmen Klimas weniger Kleidung tragen.
In jüngster Zeit hat die gute Frau vor allem den Glauben für sich entdeckt und ließ wissen, dass Papst Johannes Paul II ein „Vorreiter für die Frauenrechte“ gewesen sei. In diesem Falle ist es wohl besser nicht zu wissen wer die Nachreiter sein werden…
In jedem Fall kann man wohl auch in der Zukunft mit weiteren spannenden und erhellenden Enthüllungen über eh alles rechnen.

Adoptierter Adel

Frédéric von Anhalt

Jopie Heesters unter dem Einschleich-Adel. Bereits 1980 ließ sich der bürgerliche Saunabetreiber Hans-Robert Lichtenberg adoptieren und schwupps wurde aus ihm der adelige Frédéric von Anhalt. Und weil Adel nun einmal verpflichtet ließ er anschließend wenig aus. Zuerst einmal heiratete er die greise Hollywood-Schauspielerin Zsa Zsa Gabor. Im deutschen TV trat er immer wieder als Lückenfüller für diverse Sommerlöcher auf. Seine fernsehtechnische Sternstunde erlebte er zweifellos 2005 als er bei während der Reality-Serie „Die Burg“ wenig aristokratisch einer Mitbewerberin ins Badewasser pinkelte. Um keine Langeweile aufkommen zu lassen behauptete er zwei Jahre später einfach einmal der Vater des Kindes von Anna Nicole Smith zu sein.

Zwischenzeitlich enthüllte ein deutscher Richter, dass der damals noch wenig noble Saunabetreiber in den 1980er Jahren bei ihm ein paar Jahre Gefängnis ausgefasst habe, da dieser in Dortmund Kinder zum Stehlen geschickt habe.

Vergangenes Jahr verkündete der Aristokrat seine Absichten für das Gouverneurs-Amt in Kalifornien kandidieren zu wollen, um dann wieder einen Rückzieher zu machen. Sein erstes Wahlversprechen: Die Legalisierung von Marihuana und Prostitution. Mit den daraus gewonnenen Steuereinnahmen wollte er das große Budgetloch stopfen.

Für weitere Medienaufmerksamkeit bleibt ihm nun wohl nur noch eine Ankündigung bei der nächsten Papst-Wahl anzutreten.
Und auch für die Zukunft hat er lebensfrohe Prinz schon vorgesorgt. Damit im deutschen Hochadel Geschmack und Stil auch weiterhin ordentlich gestiefelt werden adoptierte er bereits vier Söhne den Bordellbetreiber Marcus Eberhardt Edward Prinz von Anhalt, den Arzt Markus Maximilian Prinz von Anhalt, den Fitnessclubbesitzer Michael Maximilian Prinz von Anhalt und den Nachtclubbesitzer Oliver Leopold Prinz von Anhalt.
Die Flodders können sich schon warm anziehen.

Marcus Prinz von Anhalt

Er ist mit Sicherheit der Lieblingssohn, schlägt er doch ganz nach dem Papa Frédéric von Anhalt. Als Bordellbetreiber zu gutem Geld gekommen lässt der ehemalige Bürgerliche Marcus Edward Eberhardt keine Gelegenheit aus um sich zum Horst zu machen. In der Öffentlichkeit tritt er am liebsten in schrägen Phantasieuniformen auf die jeden lateinamerikanischen Junta-General vor Neid erblassen lassen würde. So präsentierte er sich auch auf der stilvollsten aller Society-Veranstaltungen, dem Wiener Opernball.

Auch in der Vorliebe für gesiebte Luft erinnert Prinz Marcus an seinen Adoptiv-Vater. Vier Jahre durfte er bereits sitzen.
Seine Zeit in Freiheit verbringt er am liebsten in schnellen Autos (bei einem Rennen durfte ihm gar Pamela Anderson auf dem Beifahrersitz Gesellschaft leisten) und auf kostspieligen Parties. Nicht fehlen dürfen dabei natürlich die alten Haberer aus dem Mileu.

Mario Max zu Schaumburg Lippe

Es kann der beste Prinz nicht in Ruhe leben, wenn man ihm seine Titel nicht lassen will. Bei Mario Max zu Schaumburg Lippe ist das nicht nur der Adelstitel sondern auch der Doktor. Beide verteidigt der Society-Prinz der keinen Faschingsgschnas auslässt mit Händen und Füßen. Als deutscher Staatsbürger lässt er alle österreichischen Medien juristisch abmahnen, die aufgrund des Adelsaufhebungsgesetzes seinen „Prinzen“ unterschlagen. Ein klarer Fall für den europäischen Menschenrechtsgerichtshof wie der adrette junge Adelige erkannt hat.

Und nun zweifelt der Plagiatsjäger Stefan Weger auch noch seinen Dr.jur. an. Der Vorwurf: Er soll in seiner Dissertation viele Stellen abgeschrieben haben – mehrere davon aus päpstlichen Enzykliken.
Um auch in Österreich endlich auch in den Hochadel kooptiert zu werden ging Mario-Max Schaumburg-Lippe (bitte nicht klagen) jüngst noch engere Bünde mit der hier heimischen Königsfamilie, dem Hause Lugner ein. Nachdem er kurzzeitig eine Mesalliance mit Lugners Ex-Bambi Nina Bruckner eingegangen war ersetzt er Lord Helmchen Werner als Reisebegleiter.

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