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(c) czernin verlag
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$1.000.000.000? Der Wert der Kunst

5. September 2011 • Kultur2 Kommentare zu $1.000.000.000? Der Wert der Kunst

Wenn wir in den Zeitungen über den Kunstmarkt lesen, lachen uns astronomische Auktionsergebnisse an. Kolportierte Summen, die jenseits der 10 Millionen Euro Marke liegen, sind keine Seltenheit und jagen einander an die Spitze der Rekordtabellen. Doch wie kommt es zu dieser Tatsache – und was bedeutet es, sowohl für die Mechanismen des Kunstbetriebes als auch für unsere gesamte Gesellschaft, wenn sich ideeller Wert und „Investment“ immer mehr von einander entfremden?

Der Wert der Kunst

Hat Kunst für uns in erster Linie – Materialwert einmal außen vor gelassen – einen ideellen Wert und wird für ihren ästhetischen oder geistigen Gehalt von uns geschätzt, so führen viele Kunstwerke noch ein anderes Leben, nämlich das Leben am Markt, als tauschbares Gut, als Investitionsobjekt und Wertanlage – und die Preisspirale dreht sich ständig nach oben. Wenn Nowikovsky den Kreislauf der Kunst als Anlage- und Spekulationsgeschäft schildert, bekommen Leser ein Gespür dafür, wie unheimlich kräftige Mächte ihre Interessen durchsetzen müssen, um diese Auktionsergebnisse erst möglich zu machen,

Kunstwerk und Preiszettel

Jacqueline Nowikovsky versucht nicht nur diese Fragen zu beantworten, sondern auch noch einen Schritt weiter zu gehen: was bedeutet dieses Phänomen für unsere Geschmacksbildung? Wessen Geschmack ist denn der Maßstab für die Kunst, die sich über die Zeit durchsetzt und unser Kunstverständnis de?niert? Denn kaufkräftige private Sammler übernehmen immer mehr die Entscheidung, was nun Kunst und zeigenswert ist und filtern nach Anlagetauglichkeit – und das Publikum blickt sowieso oft lieber auf die beeindruckenden Preiszettel, als auf das eigentliche Kunstwerk.

Jacqueline Nowikovsky sagt klar, dass man natürlich durch die Gesetze des Kunstmarktes nicht erklären kann, wieso ein Bild von atemberaubender Schönheit uns tief bewegt. Aber man sollte sich dennoch vor Augen führen, dass wir, was unsere moderne Kunst betrifft, zahlreiche ästhetische Vorgaben und Filter einfach vorgesetzt bekommen. Diese Mechanismen versteht man durch das Buch besser – und wer will nicht begreifen, wie die Maßstäbe für „schöne“, „provokante, „spannende“, „neue“ Kunst gebildet werden?

$1.000.000.000? Der Wert der Kunst
Jacqueline Nowikovsky – Czernin Verlag
Mit einem Vorwort von Konrad P. Liessmann

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2 Antworten auf $1.000.000.000? Der Wert der Kunst – Verstecken

  1. Schmetterling sagt:

    Das Fazit zum Buch?
    Interessant? Gut geschrieben? Sollte man das lesen?

  2. stadtbekannt sagt:

    @schmetterlin
    Wir fanden es auf jeden Fall sehr interessant, deshalb stellen wir es ja vor 🙂

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